Max-Morlock-Stadion

Warum heute rote Bälle über den Hauptmarkt flogen - und was der Club damit zu tun hat

Christiane Krodel

NZ-Redaktion Region & Bayern

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11.9.2021, 13:23 Uhr
700 aufblasbare Bälle - so viele Tore hatte einst Max Morlock erzielt - verschossen die Fans auf dem Nürnberger Hauptmarkt.

700 aufblasbare Bälle - so viele Tore hatte einst Max Morlock erzielt - verschossen die Fans auf dem Nürnberger Hauptmarkt. © Christiane Krodel

Wenn Menschen vor Rathäusern protestieren, wollen sie meistens, dass etwas in Bewegung kommt, dass etwa dringend benötigte Umgehungsstraßen und längst zugesagte Kindergärten gebaut werden.

Die Fans des 1. FCN wollen genau das Gegenteil. Ihnen ist daran gelegen, dass die Stadt Nürnberg nichts unternimmt und nicht mehr nach einem Namenssponsor für das Stadion, dessen Eigentümer sie ist, Ausschau hält.

Geht es nach den Fans sollte das Stadion ausschließlich den Namen Max Morlock tragen - ohne einen Zusatz wie "sponsored by". "Die Stadt sollte Max Morlock ein Denkmal setzen", sagt ein Fan. Immerhin sei er der einzige Spieler, der 700 Tore für die Stadt geschossen habe. Und so viel große Namen habe die Stadt nicht, fügt er hinzu.

Um auf ihr Anliegen aufmerksam zu machen und auf die Stadt "Druck aufzubauen", verschossen die Fans - sie waren auch aus dem Umland nach Nürnberg gereist - am Schönen Brunnen 700 rote aufblasbare Gummibälle.

Viele Jahre lang warben Club-Fans darum, dass das Stadion den Namen des populären Kickers tragen sollte. 2017 klappte es. Die Consorsbank erwarb – auch über eine Crowdfunding-Aktion – die Namensrechte. Mittlerweile ist die Vereinbarung ausgelaufen. "Wir brauchen die Einnahmen aus den Namensrechten", hatte einst Bürgermeister Christian Vogel erklärt.

Zur Aktion auf dem Hauptmarkt ist auch Jürgen Bergmann gekommen, hauptamtlicher Fanbeautragter beim 1. FC Nürnberg. In seiner Brust, sagt er, würden zwei Herzen schlagen. Max Morlock sei der größte Fußballspieler, den die Stadt hervorgebracht habe. Der Wunsch der Fans legitim. Allerdings könnte der 1. FCN auch davon profitieren, wenn die Stadt einen Sponsor fände und Einnahmen generiere. So könnte sie die Miete verringern. Der 1. FCN sei nun einmal der Hauptmieter des Stadion, sagt Bergmann.

Die Argumentation der Stadt, dass wenig Geld vorhanden sei, ist in den Augen des Fans "fadenscheinig". Man verkaufe schließlich auch nicht den Namen des Flughafens oder der Lorenzkirche. Geld sei für andere Projekte - etwa die Oper - wiederum vorhanden.

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