Bremsspur hält an

Wegen Corona? Weiterhin weniger Fahrgäste bei der VAG

30.7.2021, 09:00 Uhr
Derzeit sind deutlich weniger Fahrgäste mit den öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs als vor der Pandemie.

Derzeit sind deutlich weniger Fahrgäste mit den öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs als vor der Pandemie. © imago images/Future Image

Das Jahr 2020 war bereits corona-bedingt ein Tiefpunkt, heuer sieht es nicht viel besser aus: Im Durchschnitt nutzen momentan täglich 230.000 Fahrgäste die U-Bahn. Vor der Pandemie waren es 350.000, an Spitzentagen sogar über 400.000 Personen.

Erholung frühestens 2023?

"Im Moment sind wir bei 65 bis 70 Prozent der Fahrgäste", berichtet VAG-Pressesprecherin Elisabeth Seitzinger, "und mit der Erholung wird es noch eine Weile dauern." Das gilt sowohl für U-Bahn als auch für Straßenbahn und Bus. Intern stellt man sich auf 2023 oder 2024 ein, bis man das alte, hohe Level wieder erreichen wird.

Das schlechteste Ergebnis gab es übrigens im April 2020, als die Zahl der Fahrgäste auf 32 Prozent sank. Damals waren Unsicherheit und Angst vor Ansteckung mit dem Corona-Virus besonders groß. Man wusste zu wenig über die Gefahr und wollte große Menschenansammlungen meiden. Zahlreiche VAG-Kunden stiegen lieber wieder in ihre Privatwagen.

Allerdings gab es in den zurückliegenden Monaten auch Tage, an denen man bereits wieder mit einem höheren Fahrgastaufkommen als 70 Prozent rechnen konnte. Dies lag zum einen an der zeitweiligen Wiedereinführung des Präsenzunterrichts: Morgens ab sieben Uhr waren wieder viele Schüler unterwegs, genauso in der Mittagszeit nach 13 Uhr. Diese Spitzen sind zwar nicht so ausgeprägt wie vor Corona, aber doch klarer als zu den ausschließlichen Homeschooling- und Wechselunterrichts-Zeiten.

VAG bleibt optimistisch

Interessant dürfte sein, wie sich die Arbeit im Homeoffice generell weiter entwickelt. Wenn eine größere Zahl von Beschäftigten nicht wieder oder nur unregelmäßig ins Firmenbüro zurückkehrt, wirkt sich dies natürlich auf die Fahrgastzahlen aus.

Doch VAG-Sprecherin Seitzinger gibt sich optimistisch: "Wir sind bei den Fahrgastzahlen zuversichtlich, weil wir ein ansprechendes Angebot haben. Außerdem verändert sich die Mobilität in den Städten, das kommt uns ebenfalls zugute." Der Klimawandel zwinge zum Umdenken. Ein Umstieg zum Öffentlichen Nahverkehr liege daher nahe, zumal die VAG in eine "grünere" Fahrzeugflotte investiere.

Mittlerweile hat die Gesellschaft gelernt, mit der Pandemie und bestimmten Regeln zu leben. So gilt immer noch die Maskenpflicht in den Fahrzeugen und an den Haltestellen. Die VAG-Leitstelle spricht von einer "hohen Disziplin" in der U-Bahn und an den U-Bahnhöfen. Dies gilt auch weitgehend für die Busse und Straßenbahnen. An den Haltestellen halten sich dagegen nur wenige an die Maskenpflicht.

Die VAG behält ihre Corona-Vorsorgemaßnahmen bei: So öffnen die Türen der Fahrzeuge an den Haltestellen weiterhin ohne Knopfdruck, um den Luftaustausch besser zu gewährleisten. Ein antivirales und antibakterielles Reinigungsmittel, mit dem auch Haltestangen und Türgriffe behandelt werden, bleibt im regelmäßigen Einsatz. Die Wirkung hält laut Angaben der VAG etwa zwei Wochen vor. Neben der täglichen Grobreinigung der Fahrzeuge säubern Mitarbeiterinnen auch Sitze und Böden.

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