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Wegen Drohne: Beinahe-Kollision über der Kaiserburg

Flugzeug und ferngesteuertes Flugobjekt kamen sich gefährlich nahe - 29.09.2016 07:42 Uhr

Für einige Drohnen sind Flughöhen kein Hindernis mehr - Gefahr ist somit schon fast vorprogrammiert.

08.08.2016 © dpa


Am 3. September kam ein ferngesteuertes Flugobjekt in 1300 Metern Höhe gleich bei der Nürnberger Kaiserburg einem Kleinflugzeug bedrohlich nahe. Der Fall endete glimpflich: Der Pilot konnte abdrehen und meldete den Vorfall der Deutschen Flugsicherung. Die Polizei leitete Ermittlungen ein, konnte den Betreiber aber nicht identifizieren.

Passiert ist diesmal nichts, doch schon öfter wäre es beinahe zu Katastrophen gekommen. Anfang August etwa schoss ein Passagierjet mit 114 Personen an Bord nur zehn Meter an einer Drohne vorbei - mitten im Landeanflug auf den Münchner Flughafen.

"Kollisionen mit Drohnen sind gefährlicher als Vogelschlag. Durch die Metall- und Kunststoffteile kann es zu großen Schäden kommen", verdeutlicht Kristina Kelek, Sprecherin der Deutschen Flugsicherung. Durch den Zusammenstoß könnte ein Triebwerk ausfallen, das Leben der Passagiere an Bord wäre akut gefährdet. 

Zwei Drohnen-Unfälle im Frankenland

Bereits im vergangenen Jahr kam es im Bereich des für Franken und die Oberpfalz zuständigen Luftamtes Nordbayern zu zwei Zwischenfällen. So krachte am 31. Oktober eine probeweise von einem Händler betriebene Drohne auf dem Flohmarkt auf dem ehemaligen Quelle-Parkplatz in Nürnberg auf ein Auto und hinterließ dort einige Kratzer. In Regensburg prallte überdies eine Drohne gegen ein Einfamilienhaus der Putz wurde beschädigt.

Diese Unfälle waren nicht die einzigen Verstöße, wie das Luftamt betont: "Festgestellt wurden zum Beispiel der Betrieb über Menschenansammlungen, der Aufstieg ohne Zustimmung des Grundstückseigentümers sowie die unterlassene Information der Polizeidienststelle bei Einsätzen innerhalb geschlossener Ortschaften."

Damit jeder weiß, wie er mit seiner Drohne umzugehen hat, fordert die Deutsche Flugsicherung für alle Drohnen, die schwerer sind als 500 Gramm, einen eigenen Führerschein. Dieser sollte alle drei Jahre erneuert werden.

"Die Technik der Drohnen ändert sich ja ständig. Außerdem könnte sich die Luftraumstruktur verändern - An- und Abflugrouten, Kontrollzonen oder Flugbeschränkungszonen könnten sich also verschieben", erklärt Flugsicherungs-Sprecherin Kelek. Außerdem sollten alle Drohnen registriert werden müssen, um den Halter feststellen zu können. Gleichzeitig möchte die Deutsche Flugsicherung, dass die Strafen für Verstöße erheblich verschärft werden.

Martin Müller

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