Dienstag, 12.11.2019

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Weltweit gestiegene Nachfrage verteuert Schafsdärme

Hersteller von Nürnberger Rostbratwürsten: Iran-Konflikt nicht die Ursache für Preiserhöhung - 02.03.2012 16:32 Uhr

Weltweit gestiegene Nachfrage verteuert Schafsaitlinge, die für die Herstellung von Nürnberger Bratwürsten gebraucht werden. © Peter G. Spandl


Der Verband widersprach damit anderslautenden Angaben der Nürnberger Fleischerinnung von vergangener Woche. Schafsaitlinge werden unter anderem für die Herstellung der Nürnberger Rostbratwurst benötigt. Vor allem in China und Japan, aber auch in anderen Ländern wachse der Bedarf an Schafssaitlingen, erläuterte der Verband, in dem unter anderem die großen Nürnberger Bratwursthersteller zusammengeschlossen sind.

Darüber hinaus verteuere der Euro die Schafsdarm-Importe aus China, der Mongolei, Australien und Neuseeland. Aus den orientalischen Ländern bezögen die Hersteller dagegen nur geringere Mengen, betonte der Verband in einer Mitteilung. Preistreibend wirkt nach Einschätzung des Verbandes auch der Umstand, dass in vielen Ländern der Schafbestand sinkt.

Rezeptur schreibt Verwendung von Schafsaitlingen vor

Die Hersteller der EU-weit geschützten Nürnberger Rostbratwurst sind aber auf Schafsaitlinge angewiesen, da die Rezeptur dies vorschreibt. Für die Nürnberger Spezialität sind weder künstliche Därme noch Därme anderer Tierarten zulässig. Wie stark sich die Preiserhöhungen für die Saitlinge auf die Endverbraucherpreise auswirken, wollte der Verband nicht sagen.

Der Lebensmittelgroßhandel Evenord in Nürnberg hatte in der vergangenen Woche vor allem höhere Preise für Pfeffer und Schafsdärme aus dem Mittleren Osten für einen zur Grillsaison drohenden Preisanstieg bei Bratwürsten verantwortlich gemacht. Neben den schlechteren Handelsbeziehungen mit dem Iran sei der sinkende Lebensstandard in dem Land an dem Engpass bei Schafsdärmen schuld, hatte Evenord-Vorstandsmitglied Hans Kittler betont. Für „Drei im Weckla“ (Drei Würstchen im Brötchen) müssten demnächst 15 Cent mehr bezahlt werden, hatte der Nürnberger Innungs-Obermeister, Manfred Seitz, angekündigt.

dpa/lby

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