Wenn Malerei die Fotografie imitiert

27.6.2013, 00:00 Uhr

© Galerie

„Was sucht diese Frau?“ fragt die Galerie Atzenhofer auf ihrem Flyer, mit dem sie zum großen Schmuckmarkt einlädt. Die Dame, die da neugierig in die Ferne blickt, hält vielleicht Ausschau nach Edelsteincolliers, handgeschmiedeten Gold- und Silberringen, Papier-, Glas-, Filz- und Recyclingschmuck. Und wenn ihr das noch nicht reicht: Kunstharzringe, in die feine Kostbarkeiten eingegossen sind.

Das soll’s jetzt aber auch gewesen sein mit der Klischee-Reiterei. Fest steht, dass sechs Künstlerinnen und Künstler am Samstag von 13 bis 18 Uhr Unikatschmuck präsentieren. Aber, so sagen die Atzenhofers, „auch für Leute mit Schmuck-Phobie“ lohnt sich ein Besuch in den neuen Räumen.

Denn noch bis 7. Juli läuft die Ausstellung „Illusion und Wirklichkeit“ zum Thema Fotorealismus, in der auch die eben beschriebene Dame zu sehen ist. Der Fotorealismus startete seinen Siegeszug in den 60er Jahren. Ziel war es, Fotografie möglichst exakt in Malerei umzusetzen.

Maler spiegelt sich in Kesseln

In der Ausstellung vertreten ist zum Beispiel Petra Levis, der es ästhetisch verpackte Alltagsutensilien und Lebensmittel angetan haben. Stefan S. Schmidt dagegen mag alte Haushaltsgegenstände. Ein etwa zwei mal zwei Meter großes Werk zeigt in 25 Einzelbildern alte Teekessel. Nah rangehen lohnt sich: Der Maler höchstselbst spiegelt sich in jedem der Kessel.

Und wem Bilder und Schmuck wurscht sind, der kann sich auch einfach nur die neuen Räume in dem Renaissance-Gebäude mit Kreuzgewölberaum anschauen.

Bis 7. Juli, Öffnungszeiten: Do.–So. von 13–18 Uhr. Galerie Atzenhofer, Maxplatz 46a; Schmuckmarkt am 29. Juni von 13 bis 18 Uhr;

www.galerieatzenhofer.de

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