Werden Heizpilze auch in Nürnberg wieder erlaubt?

1.10.2020, 05:48 Uhr
Dürfen Wirte in Nürnberg künftig wieder Heizpilze auf Freischankflächen aufstellen? Darüber diskutiert die Stadtverwaltung.

Dürfen Wirte in Nürnberg künftig wieder Heizpilze auf Freischankflächen aufstellen? Darüber diskutiert die Stadtverwaltung. © Rainer Droese via www.imago-images.de, NZ

Stühle und Tische auf Plätzen, Trottoirs und Parkflächen: In den Sommermonaten unterstützte die großzügige Ausdehnung der Außengastronomie Nürnberger Lokale, die durch die Corona-Krise an den Rand ihrer Existenz gedrängt wurden. Mit den sich abkühlenden Temperaturen wachsen die Sorgenfalten der Wirte: Werden die Gäste auch im Herbst und Winter die Innenbereiche nutzen? Für manche Betriebe, etwa kleine Clubs, ist die Außengastronomie derzeit die einzige Möglichkeit, den Laden überhaupt am Laufen zu halten.

In einigen Städten, etwa in München, wurde nun beschlossen, dass die zusätzlichen Freischankflächen bis einschließlich 31. März 2021 weiterbetrieben dürfen. Auch Heizpilze dürfen in der Landeshauptstadt aufgestellt werden – sofern sie mit Ökostrom betrieben werden. Weiter verboten bleiben an der Isar indes gasbetriebene Heizstrahler.

Auch in Nürnberg werden Zugeständnisse an die Gastronomie, wie sie nun in München gemacht wurden, gefordert. Die SPD Stadtratsfraktion hat kürzlich einen entsprechenden Antrag an den Oberbürgermeister gestellt. Sie beantragt außerdem, dass für die Freischankflächen im ersten Halbjahr 2021 keine Sondernutzungsgebühren erhoben werden.

Laut Claus Fleischmann vom Liegenschaftsamt der Stadt Nürnberg laufen derzeit die Abstimmungsprozesse zwischen den beteiligten Geschäftsbereichen, darunter Wirtschaftsreferat, Rechtsdirektorium und Umweltamt. In den nächsten Wochen sollen Entscheidungen fallen und der Öffentlichkeit kommuniziert werden.

Unter anderem gehe darum, ob und wie lange man die zusätzlich gewährten Freischankflächen verlängere. Diskutiert werde auch darüber, ob die Wirte im Winter Zelte oder andere Einhausungen aufstellen dürfen – das sei bislang verboten. „Derzeit dürfen nur kleinere Schirme aufgestellt werden“, so der Dienststellenleiter. Und auch das Thema Heizpilze werde besprochen: Aus Umweltschutzgründen sind sie auf öffentlichen Verkehrsflächen schon seit über zehn Jahren verboten. Gegen Heizstrahler auf privaten Flächen habe die Stadt aber keine Handhabe, so Claus Fleischmann.