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Wirbel in Nürnberg: Lufthansa wollte Hund nicht transportieren

Tiere zwar grundsätzlich erlaubt, aber ein Pekinese nicht - 19.07.2019 06:00 Uhr

So süß, aber als Passagier nicht erlaubt: In Nürnberg sorgte ein Pekinese im Flugzeug für Wirbel. © Georg11/Pixabay/LizenzCC0


Der Selbstständige wollte mit seinem Pekinesen einchecken. Er hatte das schwer atmende Tier lange zuvor schon ordnungsgemäß bei der Lufthansa angemeldet. Doch als er am Albrecht-Dürer-Flughafen in die Maschine einsteigen wollte, wurde er abgewiesen. "Der Kapitän teilte mir mit, dass Hunde zwar grundsätzlich erlaubt sind, Pekinesen aber nicht“, berichtet Peter H., "das Argument war, dass sie wegen ihrer gezüchteten, platten Nase nur mühsam Luft bekämen und bei Stress leicht zum Notfall werden könnten.“

Hals über Kopf musste er eine Betreuung für seinen hechelnden Pekinesen organisieren: Zum Glück brachte er ihn bei einer freundlichen Nachbarin unter. Mit dem letzten Boarding-Aufruf betrat der Passagier das Flugzeug – abgehetzt und ohne Hund.

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Lufthansa-Pressesprecherin Barbara Rittberger ist der konkrete Fall nicht bekannt. Sie verweist auf die Unternehmensbestimmungen zum Tiertransport, der grundsätzlich möglich ist: Hunde und Katzen dürfen bei ihren Besitzern in der Kabine mitreisen, wenn sie inklusive Transportbehälter nicht mehr als acht Kilogramm wiegen. Schwerere Vierbeiner werden in einer speziellen Box im Frachtraum untergebracht.

"Kapitän hat immer die letzte Entscheidungsgewalt"

Allerdings macht die Lufthansa Einschränkungen: Da stumpfnasige Hunde und Katzen besonders temperatur- und stressempfindlich seien, empfiehlt die Lufthansa, "auf die Mitnahme des Hundes beziehungsweise der Katze zu verzichten, wenn die Temperatur am Abflug-, Transfer- oder Zielflughafen 27 Grad Celsius überschreitet."

Möglicherweise waren diese Voraussetzungen nicht gegeben, meint Rittberger und fügt an: "Der Kapitän hat immer die letzte Entscheidungsgewalt für den Flug.“

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Auch bei der niederländischen KLM gilt für Haustiertransport dass Prinzip "Ja, aber": Empfindliche Rassen wie englische und französische Bulldoggen, Boston-Terrier und Möpse werden nicht mitgenommen. Bei Tui fly, die ebenfalls ab Nürnberg fliegt, gibt es keine Einschränkungen. Billigflieger Ryanair nimmt dagegen keine Haustiere mit, nur Assistenz- und Blindenhunde sind bei bestimmten Destinationen erlaubt, heißt es auf der Internetseite.

Hund soll sich an Box gewöhnen können

Angesichts der unterschiedlichen Regelungen appelliert Christian Albrecht, Pressesprecher des Nürnberger Flughafens, sich lange vor Reiseantritt detailliert bei den Fluggesellschaften zu erkundigen. Doch Halter sollten genau abwägen, ob sie ihrem Liebling überhaupt einen Flug zumuten wollten: Jeder Start und jede Landung bedeutet Aufregung pur für die Tiere, unterstreicht Albrecht.

Wer auf seinen Vierbeiner im Urlaub partout nicht verzichten will und ihn wegen seiner Größe nur im Gepäckraum mitnehmen kann, soll zwei Tipps berücksichtigen, sagt der Pressesprecher: Die Transportbox soll bereits einige Tage vor dem Flug im Refugium des Hundes stehen, damit er sich daran gewöhnt. Und auf alle Fälle sollten das Lieblingsspielzeug oder eine Schmusedecke mit vertrauten Gerüchen in der Box liegen, um die Aufregung des Hundes beim Verladen in den Gepäckraum zu verringern. 

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