Wo ist Anton von Rieppels Kopf am Hasenbuck geblieben?

29.7.2014, 07:59 Uhr
So sah der Gedenkstein mit der Büste Anton von Rieppels aus, die verschwunden ist.

So sah der Gedenkstein mit der Büste Anton von Rieppels aus, die verschwunden ist.

Seit März 1950 stand die gusseiserne Büste Anton von Rieppels, geschaffen von Georg Kolbe, im Hof des früheren MAN-Verwaltungsgebäudes an der Frankenstraße. In dem Buch „Freiplastiken in Nürnberg“ von Elka Masa (Verlag PH.C.W. Schmidt, Neustadt/Aisch) heißt es dazu: „Monumentalcharakter erhält die Plastik durch die Überlebensgröße des Kopfes und ihren mächtigen quaderförmigen Sockel aus Basaltlava. In der frontalen Anlage weist das Werk Parallelen zu Sigmund Schuckert-Herme auf dem Schuckertplatz auf.“ Erst seit dem 19. Jahrhundert, so Elke Masa, seien häufig Köpfe berühmter Zeitgenossen zum Gedenken in dieser sogenannten Herme-Form dargestellt worden.

Laut Elke Masa wurde die Büste im März 1950 aufgestellt, drei Jahre nach dem Tod von Georg Kolbe und zehn Jahre nach Vollendung des Werkes. Allein der Kopf von Rieppels war 1,30 Meter hoch.

Mit dem Neubau des Greenbuilding-Hauses der Firma KIB auf dem ehemaligen Verwaltungsgelände der MAN musste das Denkmal Rieppels den Plänen weichen. Bürgervereinsvorsitzender Hans Blendinger: „Während die Grundplatte und der Gedenksteinaufbau im Einvernehmen mit der KIB gesichert werden konnten, fehlt von der Büste trotz intensiver Recherche jede Spur.“

Bürgerverein zahlt

Und das treibt den Bürgerverein Hasenbuck seit geraumer Zeit um. Man möchte nämlich den Gedenkstein mit der Büste von Rieppels wieder aufstellen. Und zwar an der Schnittstelle der Defreggerstraße und Rieppelstraße an der südlichen Seite des Südtiroler Platzes. Blendinger: „Die ohnehin in der Südstadt wenig vorhandenen Denkmäler sollten nicht durch den Verlust der Rieppel-Büste weiter geschmälert werden. Die Kosten für die Restaurierung und Neuplatzierung werden übrigens vom Bürgerverein getragen.“

Doch ohne Kopf macht die ganze Sache eigentlich keinen rechten Sinn. Und eine neue Büste anfertigen zu lassen, übersteigt wahrscheinlich den zur Verfügung stehenden Finanzrahmen. Deshalb appelliert der Bürgerverein an alle ehemaligen MAN-Mitarbeiter, Anwohner und Insider, um den Verbleib der Büste zu klären. Wer etwas darüber weiß, kann sich ab sofort beim Bürgerverein Hasenbuck unter *(09 11) 45 53 60 oder per E-Mail an hans.blendinger@lutherkirche-nuernberg.de melden. Auch der Stadtanzeiger nimmt unter nn-anzeiger@pressenetz.de Hinweise entgegen.

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