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Wo Lehrer frische Ideen tanken

50 Jahre Institut für Pädagogik und Schulpsychologie — 400 Angebote im Jahr - 25.11.2015 19:10 Uhr

Mehr als Frontalunterricht: 8500 Lehrerinnen und Lehrer aus Nürnberg und der Region haben im vergangenen Schuljahr beim ISPN dazugelernt.

25.11.2015 © Foto: dpa


„Möge vom Pädagogischen Institut eine schöpferische Unruhe ausgehen.“ Dieser Wunsch des damaligen Schulreferenten und Initiators Hermann Glaser, 1965 bei der Gründung geäußert, ist in Erfüllung gegangen. So sehr, dass die Nürnberger CSU in den 90er Jahren Schluss machen wollte mit dem innovativen Institut. Die Lehrer-Fortbildungsanstalt war ihr suspekt und zu progressiv.

Die heute ISPN genannte Einrichtung in der Fürther Straße hat all das überlebt. Und sie ist nicht wegzudenken aus der pädagogischen Landschaft der Metropolregion. 8500 Teilnehmer(innen) haben hier allein im vergangenen Schuljahr frische Ideen getankt für den Alltag im Klassenzimmer. Zwei Drittel von ihnen sind Frauen, die offenbar eher bereit sind, Freizeit — und Geld — in Fortbildung zu investieren. Das kommunale ISPN ist das einzige Lehrerfortbildungsinstitut in Bayern, das Gebühren verlangt.

400 Veranstaltungen im Jahr stellen 33 Mitarbeiter(innen) auf 20 Planstellen jährlich auf die Beine. Von „Suizid — ein Thema für die Schule?“ über „Deutsch im Museum“ bis hin zum „Sprachsensiblen Fachunterricht“ reicht die Palette. Dass sein Institut bereits 1989 als eines der ersten das Thema Migration in der Schule gesetzt hat, darauf ist ISPN-Chef Bernhard Jehle ebenso stolz wie auf den Schwerpunkt Inklusion. Etwa 30 muttersprachliche Elternlotsen werden hier betreut; sie helfen Eltern mit Migrationshintergrund durchs komplexe deutsche Bildungswesen.

Viele psychische Probleme

Schule interessanter und menschlicher machen, so umschreibt Jehle die Hauptaufgabe des ISPN heute. Lehrer wollten vor allem praktisches

Handwerkszeug. Er zitiert eine Kollegin mit dem bemerkenswerten Satz: „Die Schule ist zu wichtig, als dass man sie den Lehrern überlassen könnte.“ Stark beansprucht sind denn auch die Schulpsychologen im Team. Schüler brächten immer mehr psychische Probleme mit in die Klassenzimmer. Workshops mit Titeln wie „Ritzen, Hungern, Depriphasen“ oder „Verhaltensstörungen im Unterricht“ versuchen, darauf Antworten zu geben.

 Mehr Infos unter www.ipsn.nuernberg.de

c.s.

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