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Dienstag, 09.03.2021

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Zu laut gefeiert: Party-WG entschuldigt sich mit XXL-Plakat

Nachbarin freut sich über Entschuldigung einer feiernden WG - 11.05.2016 19:05 Uhr

"Vielen Dank, ich nehme die Entschuldigung an!": Mit diesen Worten reagierte eine eigentlich lärmgeplagte Nachbarin auf dieses Laken in der Südstadt. So viel Verständnis ist inzwischen eher die Ausnahme.

11.05.2016 © Susanne Fischer


In der Nürnberger Südstadt kam es in einer Wohngemeinschaft in der Nähe des Aufseßplatzes offenbar zu einer ausschweifenden Party. Eine der Ohrenzeuginnen war unsere Leserin Susanne Fischer. Sie schreibt: "Ohne einen speziellen Anlass wurde das Studentenleben ausgiebig begossen und zelebriert. Innerhalb des Hauses wurde die Feier schon vorab entschuldigt und um Verständnis gebeten. Doch aufgrund des schönen Wetters, das gerade Einzug hielt, wurden die Fenster weit aufgerissen. Diese Situation führte quasi dazu, dass man noch Straßen weiter von der guten Musikauswahl profitieren konnte."

GfK: Jeder Dritte hat Streit mit den Nachbarn

Räumliche Nähe führt sehr häufig zu Konflikten. Laut einer Erhebung der Nürnberger Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) hatte in Deutschland jeder Dritte schon mal Zoff mit Nachbarn. Häufigster Anlass: Ruhestörung.

Nicht selten wird der Streit sogar mit juristischen Mitteln ausgefochten. In der GfK-Hitliste für Konfliktstoffe folgen auf Lärm missachtete Nachbarpflichten. Dabei geht es etwa um nicht geputzte Treppen oder um nicht gemähten Rasen in Gemeinschaftsgärten. Auf Platz drei der Themen, warum die Fetzen fliegen, finden sich Haustiere, die durch Gerüche, Schmutz oder Lärm für Ärger sorgen. Auf den weiteren Plätzen folgen Unfreundlichkeit, störende Besucher und Zigarettenrauch.

"Vielen Dank, ich nehme die Entschuldigung an!"

Eine hässliche Eskalation eines Nachbarschaftsstreits scheint aber im vorliegenden Fall in der Nürnberger Südstadt geradezu vorbildlich vermieden worden zu sein. Vielleicht aus eigenem Antrieb, vielleicht auch, weil es Beschwerden gegeben hat, zeigten die feiernden WGler ein paar Tage nach der Party demonstrativ Reue und hängten ein Laken mit entsprechender Botschaft aus dem Fenster.

Zumindest bei Nachbarin Susanne Fischer kam die weithin sichtbare Aktion sehr gut an. "So viel Engagement", meint sie, "muss wenigstens mal zur Sprache kommen und somit sage ich: Vielen Dank, ich nehme die Entschuldigung an!"

kh

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