Zukunft des Quelle-Areals: Das wollen unsere Leser

21.7.2018, 05:16 Uhr
Seit neun Jahren hat sich auf dem Quelle-Areal wenig getan. Das Grundstück bewegt dennoch die Nürnbergerinnen und Nürnberger. Bei einem Facebook-Aufruf erhielten wir über 100 Kommentare.

Seit neun Jahren hat sich auf dem Quelle-Areal wenig getan. Das Grundstück bewegt dennoch die Nürnbergerinnen und Nürnberger. Bei einem Facebook-Aufruf erhielten wir über 100 Kommentare. © Stefan Hippel

Der Stolz, das zweitgrößte leerstehende Gebäude der Republik zu besitzen, ist bei den Nürnbergern mit Sicherheit inzwischen deutlich gesunken. Denn die 250.000 Quadratmeter Nutzfläche des alten Quelle-Versandhauses soll endlich genutzt werden. Doch wie, darüber herrscht noch Uneinigkeit. Die portugiesischen Investoren Sonae Sierra wollten ursprünglich den Komplex zu einem Einkaufszentrum mit Wohnungen umbauen. Nach zähen Verhandlungen mit der Stadt und langjährigen Stillstand verkaufte der Immobilienentwickler das Areal Anfang Juli an den Düsseldorfer Immobilieninvestor Gerch Group.

Auch bei den Nürnberger kamen die Pläne für ein Einkaufszentrum in den alten Quelle-Hallen nicht unbedingt gut an. Einige Facebook-Nutzer forderten zwar Shoppingmöglichkeiten, aber klarer Favorit war der Vorschlag bezahlbaren Wohnraum auf dem Gelände zu schaffen. Nutzerin Claudia Krause fordert explizit: "Sozialwohnungen, das fehlt hier in Nürnberg!" Angesichts der Debatte über Wohnungsnot und der Entwicklung der Mietpreise ist dies ein klares Signal an die Politik und an die Bauwirtschaft.

Uneinigkeit herrscht allerdings darüber, ob man dafür das denkmalgeschützte Bauwerk erhalten oder abreißen sollte. Einige Posts, die für einen kompletten Neubau warben, erhielten viele Likes. So zum Beispiel der von An Tonia: "Erst mal den Denkmalschutz aufheben. Es würde doch reichen wenn der Turm mit dem kleinen Gebäude unter Denkmalschutz steht! Dann alles abreißen und Wohnhäuser, Ämtergebäude, sofern notwendig eine Schule und 2-3 Lebensmittelläden bauen." Da die Architektur denkmalgeschützt ist, kann das komplette Gebäude jedoch nicht abgerissen werden. Im Innenraum ist es jedoch möglich, neuen Raum, etwa für Lichthöfe, zu schaffen. Auch Grünflächen wurden oft gefordert. Für diese müssten ebenso Gebäudeteile weichen.

Nicht nur Bezahlbarer Wohnraum soll entstehen

Viele Kommentare gingen zudem auf eine Mischnutzung ein. Verschiedene Einrichtungen sollen dabei auf dem Komplex Platz finden. Neben Schulen, Kitas oder Raum für Kultur werden gerade auch Freizeitangebote gewünscht. Patrick Finke etwa kann sich einen "monströsen Skatepark" im ehemaligen Quelle-Versandhaus vorstellen. Nicht ganz ernst gemeint war hingegen der Vorschlag zweier User, der Kernkraft in bester städtischer Lage eine Chance zu geben. Der Bau eines Atomkraftwerkes ist allerdings sehr wahrscheinlich nicht Teil der Verhandlungen zwischen Investoren und Stadt, die in diesen Wochen anlaufen.

Die Frage wird hierbei sein, inwieweit die Wünsche der Bürgerinnen und Bürger Eingang finden. Der Investor kündigte bereits an, dass der Schwerpunkt auf Wohnbebauung liegt. Wie diese aussehen kann, wie viel und wie teuer diese Wohnungen werden und wie die Bevölkerung an der Entwicklung beteiligt werden kann, sind die entscheidenden Fragen für den weiteren Entwicklungsprozess.

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