Zweigstelle des Deutschen Museums soll 2019 öffnen

14.5.2016, 06:00 Uhr
Dass der Erfolg des Deutschen Museums in München auch auf seine Zweigstelle in Nürnberg abfärben wird, ist eine Hoffnung der Franken. Das Konzept steht offenbar, das benötigte Gebäude noch nicht.

Dass der Erfolg des Deutschen Museums in München auch auf seine Zweigstelle in Nürnberg abfärben wird, ist eine Hoffnung der Franken. Das Konzept steht offenbar, das benötigte Gebäude noch nicht. © Deutsches Museum

Für den Bau werden zwei Jahre veranschlagt. Bis 2018 soll das Gebäude fertig sein. Für die Einrichtung der Ausstellung werde dann noch einmal ein Jahr veranschlagt, so Wolfgang Heckl, Generaldirektor des Deutschen Museums.

Der Biophysiker hat in dieser Woche vor dem Wissenschaftsausschuss des Landtags erste Einzelheiten über das Projekt in Nürnberg öffentlich gemacht. Die fränkische Zweigstelle des Deutschen Museums soll Jugendliche für technische Berufe begeistern und ihnen den Weg von der Idee zum Produkt zeigen, von der Vision zur Innovation.

"Die neue Dependance wird ein ganz anderes Konzept haben als das Haupthaus – aber das liegt in der Natur der Sache. Etwas wie das Deutsche Museum lässt sich nicht im Kleinen abbilden, deshalb hat jede unserer Dependancen einen speziellen Ansatz und ein eigenes Gesicht. Und das wird auch in Nürnberg so sein. Sie können sicher sein: Dort werden Sie modernste Technik in einer sehr spannenden Inszenierung erleben können, die vor allem der Interaktion gerade mit Jugendlichen und dem Austausch mit der Gesellschaft dient", beschreibt Heckl die Zielsetzung der Nürnberger Außenstelle für die Nürnberger Zeitung.

Finanzierung durch den Freistaat

Das Konzept sieht Mitmach-Labore, Projekttage für Schulen und Abendveranstaltungen für Erwachsene vor. Für die Nürnberger Außenstelle soll es eine Ausstellungsfläche von 1400 Quadratmetern geben. Mit Lagerräumen und Büros wären es am Ende 4000 Quadratmeter. In München verfügt das Deutsche Museum über 73.000 Quadratmeter an Ausstellungsfläche.

Nach Angaben des Deutschen Museums wird sich der jährliche Unterhalt der Nürnberger Außenstelle auf 3,5 Millionen Euro belaufen. Er soll wie der Unterhalt des Haupthauses in München zum größten Teil vom Freistaat finanziert werden. Den Betrieb in München trägt der Freistaat zu 83 Prozent.

Heckl strebt aber auch eine Zusammenarbeit mit den Nürnberger Einrichtungen an. Weniger als Geld-, sondern als Ideengeber. Nürnbergs Oberbürgermeister Ulrich Maly hält das Engagement des Deutschen Museums grundsätzlich für gut: "Jede Art von Technikvermittlung ist wichtig." Maly hofft, dass die Mitarbeiter des Deutschen Museums die lokalen Akteure mehr als bisher einbinden werden.

Im Wissenschaftsausschuss des Landtags gab es aber noch keine Informationen, wo die Zweigstelle des Deutschen Museums in Nürnberg untergebracht wird. Wie berichtet, gilt der ehemalige Kaufhof am Aufseßplatz schon seit einem Jahr als Favorit.

Da mit dem Neubau des neuen Eigentümers Edeka aber erst Mitte 2017 begonnen werden soll, ist der von Heckl gewünschte Zeitplan ausgesprochen ambitioniert, aber machbar. Auch der Alternativstandort Augustinerhof hat seine Tücken, wenn tatsächlich 2019 die Außenstelle des Deutschen Museums eröffnet werden soll: Trotz Baugenehmigung bewegt sich nichts.

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