"Animal Hoarding" im Nürnberger Land

116 verwahrloste Katzen aus Wohnung gerettet: Was wussten die Behörden?

jru/pz

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2.2.2022, 19:56 Uhr
Als die Katzen aus der Wohnung befreit wurden, befanden sich viele Tiere in einem jämmerlichen Zustand.

© Tierheim Hersbruck Als die Katzen aus der Wohnung befreit wurden, befanden sich viele Tiere in einem jämmerlichen Zustand.

Die Rettungsaktion zog sich über mehrere Tage hinweg. Insgesamt 116 Tiere befreiten Helfer aus einer Wohnung im dritten Stock eines Mietshauses in Diepersdorf. In der kleinen Wohnung stank es entsetzlich. Die Retter waren angewiesen, sich nur kurz in der Wohnung aufzuhalten - von den Ammoniakdämpfen vor Ort ging eine ernste Gesundheitsgefahr aus.

Der Anlass für die enorme Rettungsaktion war ein Wasserschaden in der Wohnung. Ein Nachbar hatte bemerkt, dass ein Gemisch aus Wasser und Katzenurin seine Wände hinunterlief. Kurze Zeit später war die Feuerwehr vor Ort, die Rettung begann. Doch die Katzen hausten bereits seit Wochen in der viel zu kleinen Wohnung. Warum hatte niemand etwas unternommen?

Einige Nachbarn hatten das offenbar versucht. Eine Mieterin gibt an, seit etwa einem Jahr mehrmals bei Veterinäramt, Tierschutz und der Polizei in Altdorf angerufen zu haben. "Leider wurde ich immer wieder abgewimmelt." Auch die Vermieterin sei informiert gewesen, es habe "gestunken wie in einem Löwengehege", sagt eine ehemalige Nachbarin. Doch nichts passierte.

Inzwischen sind die Katzen auf Tierheime in ganz Bayern verteilt. Wenn sie sich erholt haben, sollen sie wieder vermittelt werden. Gegen die 60-jährige Halterin laufen nun Ermittlungen wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz.

Einen ausführlichen Artikel zu diesem Fall und der Frage, warum die Behörden nicht früher gehandelt haben, finden Sie auf NN.de.