Auf dem Gelände von Graphite Cova in Röthenbach

Diese 250.000-Euro-Anlage soll den Schadstoff PFOS aus dem Wasser filtern

27.12.2021, 12:11 Uhr
So sieht die Anlage (im Hintergrund) aus, die zu gleichen Teilen vom Unternehmen und von den Stadtwerken finanziert wurde. Von links im Bild: Landrat Armin Kroder, Stefan Seibel (Managing Director, Graphite Cova GmbH), Bürgermeister Klaus Hacker, Stadtwerke-Geschäftsführer Carsten Eckardt und der Röthenbacher Wirtschaftsförderer Bastian Streiberger.

So sieht die Anlage (im Hintergrund) aus, die zu gleichen Teilen vom Unternehmen und von den Stadtwerken finanziert wurde. Von links im Bild: Landrat Armin Kroder, Stefan Seibel (Managing Director, Graphite Cova GmbH), Bürgermeister Klaus Hacker, Stadtwerke-Geschäftsführer Carsten Eckardt und der Röthenbacher Wirtschaftsförderer Bastian Streiberger. © Stadt Röthenbach

— Auf dem Firmengelände der Röthenbacher Graphite Cova GmbH steht nun eine Reinigungsanlage, die den Schadstoff Perfluoroctansulfonsäure (PFOS) aus einem der Betriebsbrunnen filtert. Eine Testphase war nach Angaben der Stadt Röthenbach erfolgreich, Anfang 2022 soll die Aktivkohleaufbereitung im Regelbetrieb arbeiten.

Das aus dem Brunnen gewonnene Wasser diente dem Grafitelektroden-Hersteller bisher als Kühlwasser für seine Produktion. Über vier Filter werden ihm per- und polyfluorierte Alkylverbindungen entzogen. Es soll dann Trinkwasserqualität haben und wird in den Röthenbach als Vorfluter geleitet.

Nachweis erstmals 2018

Wie die Pegnitz-Zeitung mehrfach berichtete, war 2018 in einem von damals drei Betriebsbrunnen PFOS nachgewiesen worden. Der giftige Stoff war zuvor bereits im Finstergraben bei Diepersdorf und im Birkensee entdeckt worden. Dennoch sorgte der neue Nachweis für Verunsicherung: Die Graphite-Cova-Brunnen liegen nur 1,5 Kilometer Luftlinie von der Röthenbacher Trinkwasserversorgung entfernt. 

Die Kommune verweist darauf, dass es nun ein Frühwarnsystem gibt: Der Betriebsbrunnen dient als Abwehrbrunnen, indem er die Schadstoffe „aus dem Grundwasser abfängt und so verhindert, dass sie später über den Grundwasserstock in die Trinkwasserbrunnen der Stadt gelangen“. Im Testbetrieb wurden binnen drei Wochen 25 000 Kubikmeter gefördert. 

Die Investitionskosten in Höhe von 250 000 Euro werden zu gleichen Teilen von der Graphite Cova GmbH und den Stadtwerken – einer hundertprozentigen Tochter der Kommune – getragen.

Stoff ist verboten – eigentlich

PFOS ist zwar verboten, es gab aber und gibt zum Teil noch bis 2025 Ausnahmen. Der Diepersdorfer Galvanikbetrieb Bolta hat bereits 2016 bestätigt, PFOS bis 2012 legal verwendet zu haben. Das Unternehmen wies in der Vergangenheit aber stets darauf hin, dass auch andere Industriezweige mit der Substanz gearbeitet haben. Bei Bolta fand sich PFOS im Abwasser, das Unternehmen hat ebenfalls eine Reinigungsanlage installiert. 

Inwieweit die einzelnen Schadstofffunde zusammenhängen, ist nach wie vor unklar. Zum Teil fanden sich voneinander abweichende Stoffspektren.⋌as