Kaum Termine im Landkreis

Für die Impfung nach Kulmbach

17.11.2021, 13:42 Uhr
Eine lange Schlange bildete sich bei einer Impfaktion des BRK am Dienstag im Simmelsdorfer Rathaus. Auf der Webseite des Landratsamtes findet sich dazu und zu ähnlichen Terminen bisher nichts. Fündig werden Impfwillige teilweise erst in anderen Regierungsbezirken.

Eine lange Schlange bildete sich bei einer Impfaktion des BRK am Dienstag im Simmelsdorfer Rathaus. Auf der Webseite des Landratsamtes findet sich dazu und zu ähnlichen Terminen bisher nichts. Fündig werden Impfwillige teilweise erst in anderen Regierungsbezirken.

Auch in Nürnberg habe er keinen Termin bekommen. Für Erlangen fand er im Internet, auf der Webseite der Universitätsstadt, wenigstens einen Überblick über die aktuellen Impfaktionen. Bezold stört sich auch daran, wie der Landkreis mit der Situation umgeht. Eine Sprecherin hatte vergangene Woche gesagt: "Wenn die Termine voll sind, sind sie voll." Ein Satz, der den Freiröttenbacher ärgert. "Wollen wir Probleme lösen oder nicht?"

Termin in Oberfranken

Der 58-Jährige hat nun sämtliche Impfmöglichkeiten im Raum Oberfranken abgeklappert – in Kulmbach ist er fündig geworden und hat dort zum gewünschten Zeitpunkt, genau sechs Monate nach der zweiten Impfung, einen Termin bekommen. "In Erlangen hatte ich eine Alternative zumindest am 9. Dezember. Ansonsten keine Chance in unserer Region. Darf das sein?"

Nicht nach Norden, sondern nach Süden fährt Ursula Gerber für ihre dritte Spritze. Die Rückersdorferin hat Anfang Dezember einen Termin in Neumarkt bekommen, nachdem ihr nicht nur die Impfzentren in der Region, sondern auch mehrere Ärzte abgesagt haben. "Dass man so schwierig an eine Impfung kommt, hätte ich mir nicht vorstellen können." Sie ist vor viereinhalb Monaten mit Astrazeneca geimpft worden, dessen Schutzwirkung laut mehreren Studien früher nachlässt als jene der mRNA-Impfstoffe von Biontech und Moderna. Einen Termin erhielt die 69-Jährige trotzdem nicht. "Ich bin nur blöd angeredet worden", sagt sie. Bezold und Gerber sind nur zwei Beispiele für Landkreisbewohner, die auf der Suche nach einer Impfung auswärts fündig geworden sind. Im Nürnberger Land ist es aktuell besonders schwer, einen Impftermin zu bekommen, wie eine PZ-Recherche zeigt. Einen Grund dafür kennt Rolf List, Sprecher des Landratsamtes: Die Malteser, die das Impfzentrum betreiben, geben immer nur so viele Termine heraus, wie sie tatsächlich durchführen können, so List. Dafür bräuchten sie den Impfstoff, aber auch das nötige Personal. "Erst wenn beides gewährleistet ist, geben die Malteser Impftermine frei." Sie reagieren damit auf Versorgungsprobleme Anfang des Jahres, als Termine wegen fehlenden Impfstoffs abgesagt werden mussten – zum Ärger der Betroffenen.

Auch mit ihren mobilen Teams sind die Malteser aktuell unterwegs, allerdings nur in Pflegeheimen, um deren Bewohnern die Booster-Impfung zu verabreichen, wie ein Sprecher der Malteser am Dienstag mitteilte. "Natürlich könnte man stationär mehr impfen", aber die gefährdeten Bewohner der Heime hätten Vorrang.

Dafür führt das BRK Impfaktionen im Landkreis durch, zuletzt am Dienstag in Simmelsdorf. Dort bildeten sich lange Schlangen. Das BRK fährt seine Kapazitäten jetzt wieder hoch, sagte gestern Kreisgeschäftsführer Markus Deyhle. "Wir sind bis oben hin voll mit mobilen Terminen." Die nächsten finden im Landkreissüden statt.Wer solche Termine auf der Webseite des Landratsamtes sucht, wird aber nicht fündig. Die Behörde argumentiert, man komme aufgrund der Personalsituation nicht dazu, die Webseite aktuell zu halten. Das soll künftig aber wieder passieren.

Bayernweit freie Wahl

Ungewöhnlich ist eine längere Fahrt für die Spritze anscheinend in ganz Bayern nicht mehr. "Es gibt keine PLZ-Bindung mehr für Online-Buchungen", Impfwillige können einen Termin in jedem Impfzentrum in Bayern über BayIMCO buchen, informiert eine Sprecherin des Ministeriums. Sie verweist auch auf die Webseite des Gesundheitsministeriums, dort findet man eine Übersicht aller Impfaktionen im Freistaat. Das Ministerium betont die Eigenständigkeit der Impfzentren vor Ort. "Die Anzahl der zur Verfügung stehenden Terminslots wird individuell durch jedes Impfzentrum selbstständig festgelegt."