Wegen zu hoher Sanierungskosten

Kein Eis in the sunshine

25.11.2021, 11:30 Uhr
50er-Jahre Retro-Schick: So hatte sich Martin Glienke (SPD) die Zukunft des ehemaligen Blumenpavillons an der evangelischen Kirche vorgestellt.

50er-Jahre Retro-Schick: So hatte sich Martin Glienke (SPD) die Zukunft des ehemaligen Blumenpavillons an der evangelischen Kirche vorgestellt.

Aus der Traum von der Eisdiele im Blumenpavillon in der Schwarzenbrucker Flurstraße: Weil der mögliche Pächter zurückgezogen hat, bekommt jetzt auch die örtliche SPD als ursprünglicher Ideengeber kalte Füße. Hauptgrund sind dabei die gewaltigen Kosten für das zwar markante, aber in die Jahre gekommene Gebäude. Nach einer Kostenermittlung durch das Bauamt und dem jetzt bekannt gewordenen Abspringen des Pächters müsse man sich nun schweren Herzens von der Idee einer Eisdiele trennen, sagt SPD-Fraktionssprecher Martin Glienke.

Rund 240 000 Euro würde laut Kostenermittlung die Sanierung des ebenso alten wie kleinen Gebäudes kosten. Das hat die SPD kalt erwischt und steht laut Glienke in keinem Verhältnis zum Vorhaben. "Auch wenn für die Investition Fördergelder im Rahmen der Städtebauförderung in Aussicht gestellt wurden und damit der gemeindliche Anteil deutlich gesenkt wäre." Glienke kritisiert jetzt, dass das von den Verantwortlichen in der Vergangenheit zu selten angesprochen und auch für die Öffentlichkeit nicht kommuniziert worden sei. Viele Schwarzenbrucker waren zwar begeistert von der Idee einer Eisdiele mitten im Ort, werden aber ohne weiteres nachvollziehen können, dass die Kosten für deren Realisierung einfach zu hoch sind.

Wie geht es weiter?

Die SPD habe sich schon lange für den Erhalt des ehemaligen Blumenpavillons stark gemacht, betont Glienke. Ein Abriss sei einfach zu schade. Dabei sei ein zentraler Treffpunkt für alle Altersgruppen in Schwarzenbruck wichtig und der Pavillon sei eigentlich der ideale Ort. Wie geht es jetzt weiter, nachdem die Eisdielen-Idee gestorben ist? "Wir bitten jetzt Bürgermeister Holzammer um Vorschläge, damit aus dem urigen Gebäude nicht einfach nur Parkplätze oder Bänke werden", sagt Glienke. "Vielmehr wünschen wir uns kreative Vorschläge, wie der Platz im Zentrum ausgestaltet werden kann, damit er allen Altersstufen zugutekommen kann, wie das bei einer Eisdiele der Fall gewesen wäre", fügt der SPD-Fraktionssprecher hinzu.

Bürgermeister Holzammer will zum Blumenpavillon keine einsamen Entscheidungen fällen, das Thema ist aus seiner Sicht zunächst einmal besser bei der neuen Ortsentwicklungsgruppe angesiedelt. Deren Mitglieder können sich intensiv damit befassen und den Pavillon anschließend wieder in den Gemeinderat bringen. Die SPD hält auch nach dem Rückzug des Eisdielen-Plans daran fest, dass Schwarzenbruck einen zentralen Treffpunkt braucht. Gaststätten würden schließen, bedauert Glienke, und kleinere Geschäfte im Ortskern verschwinden. Gerade in der aktuellen Situation wäre aus seiner Sicht aber ein Treff im Zentrum für alle absolut notwendig.

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