Montag, 23.11.2020

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Nur das Ehebett bleibt tabu

Gastfamilie statt Hotel: Wo viele Triathleten wohnen - 09.07.2008

Haben ihre Gastfamilie beim Radtraining kennengelernt: Quelle-Challenge-Siegerin Yvonne van Vlerken mit ihrem Freund Thomas Vonach.

03.02.2011 © Endurance Team Thomas J. Vonach


Mit Vorjahressiegerin Yvonne van Vlerken und ihrem Freund Thomas Vonach treffen heute Abend die ersten beiden Gäste ein. Bis Dienstag wollen die Holländerin und der Österreicher bleiben, die sich - wie im Vorjahr - mit ihrem ganzen Equipment wieder im Keller einquartieren.

Das Wohnzimmer haben die Schülkes mit einem Vorhang abgetrennt, «damit jeder unserer Gäste wenigstens ein bisschen Privatsphäre hat», meint der 39-jährige Markus Schülke, der im Jahr 2005 auch selbst am Quelle Challenge teilgenommen hat. Seine 32-jährige Frau Anja startet heuer als Schwimmerin in einer Staffel. «Es ist ganz komisch», sagt Anja Schülke, «wir haben lauter sportliche Bekannte oder Bekannte, die durch uns sportlich geworden sind.» Einer der Gäste ist auch eine Zuschauerin, die am Sonntag noch beim Ironman in Frankfurt am Main teilgenommen hat.

«Homestay» nennt es Felix Walchshöfer, der Rennleiter des Quelle Challenge Roth, dass Triathleten bei Gastfamilien statt im Hotel untergebracht werden. In seinem ersten Jahr in Roth hatte der Manager von Chris McCormack, dem inzwischen vierfachen Roth-Sieger, für seinen Athleten noch ein Hotel gebucht. Daraufhin intervenierte McCormack. Seitdem wohnt auch der Australier bei einer Gastfamilie.

Bei Yvonne van Vlerken und den Schülkes lief es anders ab. Im Mai vergangenen Jahres wollte die ehemalige Europa- und Weltmeisterin im Duathlon auf der Originalstrecke trainieren. «Sie hat uns getroffen und gefragt, wo sie fahren muss», erinnert sich Markus Schülke, der ihr den Weg zeigte, sie mitnahm, ins Gespräch kam, sich mit van Vlerken und ihrem Freund anfreundete - und ihr schließlich das Zimmer während des Langdistanz-Triathlons über 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und den abschließenden Marathon anbot. Damals wusste er noch nicht, dass er es womöglich mit der späteren Siegerin zu tun hatte. «Wir haben den Namen ein bisschen gegoogelt», erzählt Anja Schülke. «Erst später hat sie sich irgendwann geoutet.»

Nach dem Challenge-Sieg feierten dann die Schülkes mit Yvonne van Vlerken in Marquardsholz. Sogar Hilpoltsteins damaliger Bürgermeister Helmut Neuweg kam abends zu Besuch. Vorher haben sie abends zusammen gegessen, sich auf die Terrasse gesetzt und unterhalten. «Wir haben inzwischen das ganze Jahr Kontakt und tauschen uns über E-Mail aus», erzählt Markus Schülke. Seine Frau Anja beschreibt die Profi-Athletin als «völlig unkompliziert»: «Sie hat überhaupt keine Starallüren und ist mit mir sogar Schwimmen gegangen.»

Zwei Mal waren van Vlerken und ihr Freund in diesem Jahr schon zu Besuch bei ihnen, um auf der Originalstrecke zu trainieren. «Nach dem Kurztriathlon in Salzburg haben sie uns sogar eine Sachertorte mitgebracht», erinnert sich Anja Schülke. «Die war schon halb geschmolzen. Wir haben dann abends gegrillt, die Torte gegessen. Das ist immer echt nett, wenn die beiden da sind.»

Markus Kaiser

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