"Nuremberg Campus of Technology" soll junge Talente locken

17.5.2011, 14:51 Uhr
Schon wieder ein Vertrag: Die Präsidenten Braun und Grüske bei der Unterzeichnung.

Schon wieder ein Vertrag: Die Präsidenten Braun und Grüske bei der Unterzeichnung. © oh

Fünf blaue Plakate mit dem Ohm-Logo hängen an den Wänden, davor steht noch ein blaues Werbebanner. „Hier tagt sonst der Senat“, verteidigt sich Michael Braun, Präsident der Nürnberger Hochschule. Seine Pressesprecherin muss den Plakatständer trotzdem aus dem Raum tragen. Nicht dass die Kameraleute ein falsches Bild einfangen, wenn die Präsidenten gleich ihren Kooperationsvertrag unterzeichnen.

„Es geht derzeit mit den innovativen Projekten Schlag auf Schlag“, sagt Elke Zapf, Pressesprecherin der Ohm-Hochschule, wenig später. „Sie werden sich mit einigen neuen Abkürzungen vertraut machen müssen.“ Denn erst vergangene Woche hatten Grüske und Braun eine Vereinbarung zum „Energiecampus Nürnberg“, kurz EnCN, unterschrieben. Diese Woche nun kommt der „Nuremberg Campus of Technology“ dazu, abgekürzt NCT.

„Vielleicht sollten wir doch lieber ,Nürnberg Campus of Technology‘ schreiben?“, meint Grüske noch kurz vor der Vertragsunterzeichnung. Doch der Geschäftsführer der IHK Nürnberg, Markus Lötzsch, lobt den Namen bereits als „international“ und „zukunftsweisend“.

In Zukunft soll sich Nordbayern als Technologiestandort gegenüber dem Raum München stärker hervorheben. „Wir müssen unsere Kompetenzen bündeln, um mithalten zu können“, sagt Grüske. Das erneute Ausscheiden aus der Exzellenzinitiative habe gezeigt, wo noch Defizite herrschten. Vom NCT erhoffen sich alle Beteiligten, dass der Name junge Talente in den Ingenieurswissenschaften in der Metropolregion hält und neue anlockt. „Beide Hochschulen wollen die Attraktivität der Region als Wissenschaftsstandort steigern“, sagt Braun.

Auch die bayerische Staatsregierung fordert eine verstärkte Zusammenarbeit verschiedener Hochschultypen in Lehre und Forschung. Am Technologiecampus sollen Absolventen der Ohm-Hochschule mit Hilfe „kooperativer Promotionen“ ihren Doktorgrad an der Friedrich-Alexander-Universität erlangen können. „Wir wollen die Durchlässigkeit zwischen den Hochschulen erhöhen“, sagt Braun. „Dafür fehlte bislang eine zuständige Institution.“ Zum Beispiel könnten die Bauingenieure am Ohm gemeinsam mit den Energietechnikern der FAU nachhaltige Häuser für die Zukunft planen. Oder die Nürnberger Architekten eine gemeinsame Promotionsordnung mit den Erlanger Geografen verabschieden.

Nach einem Bachelor-Abschluss an der Hochschule müssen Studenten einen Master an der FAU anschließen können und umgekehrt. So wird die Grundlagenforschung der Universität mit der Industrienähe einer Hochschule für angewandte Wissenschaften kombiniert.

Räumlich angesiedelt wird der NCT am EnCN. Ein eigenes Gebäude, in dem industrienahe Forschung betrieben werden könne, ist langfristig geplant. Beim Aufbau des Energiecampus habe man gesehen, wie die Zusammenarbeit funktioniert und auch wann sie nicht funktioniert, sagt Braun. Die gemeinsamen Kompetenzen zu nutzen sei wesentlich erfolgsversprechender als eine kostspielige Neugründung.

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