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Panzer, Bier und Burger: US-Volksfest in Grafenwöhr

Gemeinsame Waffenschau mit der Bundeswehr - über 100.000 Besucher - 07.08.2017 09:08 Uhr

Volksfest zwischen Panzern und Zuckerwatte: Selbst die ganz Kleinen hatten keine Berührungsängste. © Peter Ehler


Genau drei Schläge brauchte Garnisonskommandeur Oberst Lance C. Varney, dann floss das Bier aus dem Zapfhahn. Seit 1957 wird das Volksfest im Truppenübungsplatz Grafenwöhr gefeiert und musste nur einmal ausfallen, als der amerikanische Kongress die finanziellen Mittel für das Fest strich.

Das Volksfest, bei dem über Jahre hinweg der Erlös unzähligen Bedürftigen aus den umliegenden Landkreisen, sowie sozialen Projekten der US-Armee zugutekommt, ist aber auch für die kommenden fünf Jahre gesichert. Dies kündigte Helmut Wächter als Vorsitzender des Deutsch-Amerikanischen Gemeinsamen Ausschusses (DAGA) an. Das Volksfest sei die beste Gelegenheit, die deutsch-amerikanische Freundschaft zu feiern und zu bestärken, betonten Bürgermeister Edgar Knobloch und der Kommandeur der US-Garnison Bavaria Lance Varney.

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Über 120.000 Besucher: Volksfest der US-Army in Grafenwöhr

Das Deutsch-Amerikanische Volksfest in Grafenwöhr ist wohl das größte seiner Art in ganz Deutschland - am Sonntag schlemmten und tranken die Besucher dort um die Wette. Neben leckerem Barbecue, Hamburgern und anderen typisch-amerikanischen Gerichten zog aber vor allem das Kriegsgerät auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr die Gäste aus verschiedensten Landkreisen an.


An über 100 Ständen gab es Souvenir- und Geschenkartikel sowie ein vielfältiges internationales Angebot an Speisen, wie amerikanischer Eiscreme, Hamburger, Cheeseburger, Barbecue Ribs, Tacos, Nachos, Chili, Corn-on-the-Cob, Barbecue Chicken, Hot Dogs, und Steaks bis zu Baked Potatoes, Gyros, Räucherfisch, Hähnchen, Schwein vom Grill und Egg Rolls reicht. Freilich, wer auf den Truppenübungsplatz wollte, der musste noch strengere Sicherheitskontrollen der Fahrzeuge und Besucher über sich ergehen lassen als in den vergangenen Jahren.

Große Taschen und Rucksäcke waren nicht erlaubt. Viele der Besucher, die seit Jahren in die Oberpfalz kommen, nahmen die Staus gelassen hin oder reisten mit den Shuttle-Bussen an. Vor allem aus den Randgemeinden des größten Nato-Truppenübungsplatzes außerhalb der USA kamen die Familien. Aber auch aus Westmittelfranken, in dem früher ebenfalls US-Einheiten stationiert waren, kamen die Besucher und Fans zum Volksfest oder der großen Waffenschau – die stets ebenfalls Tausende auf Panzer, in Helikopter oder zu den Infoständen der Bundeswehr lockte.

Bundeswehr wirbt um Nachwuchs

Traditionell sind neben den Schaustellerbestrieben auch die deutsch-amerikanischen Vereine mit dabei, schließlich dient der Erlös stets einem sozialen Zweck.

Viel bestaunt war etwa Frank Heinrich mit seinem fahrenden Militärmuseum. Der Sammler aus Hüll bei Betzenstein hatte zwei alte Bell-UH 1 wieder restauriert und war mit weiteren alten Militärlastern vor Ort. Fotografiert wurden auch die Veteranen-Gruppen rund um den Truppenübungsplatz, die mit polierten Jeeps und historischen Uniformen dabei waren.

Die Bundeswehr und die US-Armee veranstalteten wieder gemeinsam eine große Waffen- und Geräteschau. Die Bundeswehr zeigte verschiedene Panzer, wie den "Leopard", "Marder" und "Luchs", sowie einen Panzerabwehrhubschrauber und eine Panzerhaubitze. Der Info-Truck der Bundeswehr war vor Ort, dort konnten sich Besucher bei den Soldaten der Wehrdienstberatung über eine Karriere bei der Bundeswehr informieren und beraten lassen.

Traditionell gehörte auch Country- und Rockmusik auf die Bühne. Die Bandmitglider von NightHaw um den Leader dem US-amerikanischen James Clarke Bailey verstanden sich prächtig auf der Bühne und zeigten dem Publikum einen Mix aus moderner amerikanischer Country Music und treibendem Rock’n’Roll mit einer spektakulären Bühnenshow. Mit NightHawk waren diesmal die Newcomer des Jahres 2000 und die Band des Jahres 2013 der deutschsprachigen Ausgabe der Country Music Awards verpflichtet worden.

Auf dem Truppenübungsplatz im oberpfälzischen Grafenwöhr probt die US-Army immer wieder für den Ernstfall - im März donnerten hier die Kanonen.

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"Dynamic Front II": US-Army schießt in Grafenwöhr aus allen Rohren

Die Artillerie gewinnt nach Jahren wieder an Bedeutung. Rund 1400 Teilnehmer aus neun Nato-Staaten haben deshalb zwei Wochen lang auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr unter der Regie des 7th U.S. Army Training Command das Zusammenwirken ihrer Artillerie trainiert und gemeinsame Verfahren erarbeitet. Titel der Übung: Dynamic Front II.


Peter Ehler

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