Lolli-Verfahren wird eingeführt

PCR-Pooltest an bayerischen Grund- und Förderschulen bereits im September

Azeglio Elia Hupfer
Azeglio Elia Hupfer

Online-Redaktion

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20.8.2021, 13:14 Uhr
Bei dem sogenannten Lolli-Test wird eine Speichelprobe genommen. Dazu lutschen die Schülerinnen und Schüler 30 Sekunden auf einem Abstrichtupfer. 

Bei dem sogenannten Lolli-Test wird eine Speichelprobe genommen. Dazu lutschen die Schülerinnen und Schüler 30 Sekunden auf einem Abstrichtupfer.  © Fleig / Eibner-Pressefoto via www.imago-images.de

An Grundschulen und Förderschulen mit den Schwerpunkten geistige Entwicklung, körperliche und motorische Entwicklung sowie Sehen wird im September das sogenannte Lolli-Verfahren eingeführt, bei dem eine Speichelprobe genommen wird. Hierbei wird an einem Abstrichtupfer für 30 Sekunden wie an einem Lolli gelutscht.

Zusätzlich soll neben der Poolprobe eine Einzelprobe jedes Schülers genommen werden, damit im Falle eines positiven Pools sofort ermittelt werden kann, welches Kind in häusliche Isolation genommen werden muss. Zweimal in der Woche sollen Proben genommen und im Labor ausgewertet werden. Damit möchte Bayern so viel Präsenzunterricht wie möglich sicherstellen.

"Nach enger Abstimmung zwischen Gesundheits- und Kultusministerium sowie den Kommunen werden wir rasch nach Unterrichtsstart am 14. September mit den Pooltests beginnen", kündigte Michael Piazolo am Freitag, 20. August, an. Vor allem für jüngere Schülerinnen und Schüler sei die Durchführung der Lolli-Tests viel einfacher, so der Kultusminister.

Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) unterstrich die Wichtigkeit vor allem für die Kinder unter 12 Jahren. Weil diese nicht geimpft werden können, seien Tests für diese Altersgruppen von zentraler Bedeutung. Es gehe darum, "Infektionen früh zu erkennen und eine Ausbreitung zu verhindern", so Holetschek.

Vor gut einem Monat schlossen Holetschek und Piazolo allerdings noch aus, dass diese flächendeckenden Testungen zu Beginn des Schuljahres starten könnten. Der Grund: die großen logistischen Herausforderungen könnten noch nicht bewältigt werden und es gebe noch Sicherheitsbedenken.

Das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege rechnet damit, dass etwa 500.000 Schülerinnen und Schüler in über 25.000 Klassen an rund 3.300 Standorten betroffen sind. Täglich werden Tests an den Schulen abgeholt und in Labore transportiert. Um dies zu stemmen, seien rund 450 Fahrtrouten pro Tag notwendig, hieß es am Freitag aus München.

Maskenpflicht zum Schulstart

Außerdem hat der bayerische Ministerrat für die ersten Wochen nach Schulstart eine Maskenpflicht für alle Schülerinnen und Schüler vorgesehen. Mehr Details zur Maskenpflicht wurden am Freitag zunächst nicht genannt. Begründet wurde die Entscheidung unter anderem mit den zu erwartenden zahlreichen Reiserückkehren und der Annahme, dass Schülerinnen und Schüler in den Ferien weniger getestet würden.