Pegida-Demo in Würzburg: Polizei nimmt 18 Linke fest

15.12.2014, 20:59 Uhr
In Würzburg beteiligten sich 100 Menschen am Schweigemarsch der Pegida.

In Würzburg beteiligten sich 100 Menschen am Schweigemarsch der Pegida. © dpa

Wie die Polizei berichtet, lief der Marsch der rund 100 Pegida-Anhänger ohne Parolen oder sonstige Auffälligkeiten ab. Das war auch so geplant, denn die Islamgegner wollten schweigend durch Würzburg ziehen. "Wer schreit, ist wütend - wer schweigt, hat schon genug gewütet und wir haben es nun wirklich nicht mehr nötig, mit einer volksfeindlichen Gegenseite zu verhandeln", schrieben sie im Vorfeld auf ihrer Facebookseite.

Pegida steht für "Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes". Währenddessen wächst die Kritik an den Islamgegnern und der Ruf nach Widerstand. „In Deutschland gibt es zwar Demonstrationsfreiheit. Aber es ist kein Platz für Hetze und Verleumdung von Menschen, die aus anderen Länden zu uns kommen", sagte Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am Montag. "Und deshalb muss jeder aufpassen, dass er nicht von den Initiatoren einer solchen Veranstaltung instrumentalisiert wird."

Für Unruhe sorgten nach Angaben eines Polizeisprechers in Würzburg etwa 100 der 400 Gegendemonstranten, die die Schweigemarsch-Strecke blockierten. Die Beamten mussten, um die Situation zu bereinigen, Pfefferspray einsetzen. Fünf Blockierer wurden dabei verletzt und vor Ort behandelt.

Nicht so glimpflich ging es dann zu, nachdem die Pegida-Demonstration eigentlich schon beendet war. 18 Personen, die die Polizei "dem linken Spektrum" zuordnet, suchten am Residenzparkplatz die Konfrontation mit Pegida-Anhängern, berichtet ein Sprecher. Die Polizei nahm diese Personen vorläufig fest. Verletzt wurde dabei offenbar niemand, wie die Beamten bei einer Befragung feststellten.

In Dresden folgten nach Angaben der Polizei rund 15.000 Menschen dem Demonstrationsaufruf der Islamgegner. Es war die neunte und bisher größte Pegida-Demonstration in Folge. An Gegenkundgebungen, zu denen die Bündnisse "Dresden für alle" und "Dresden Nazifrei" aufgerufen hatten, beteiligten sich laut Polizei mehr als 6500 Menschen.