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1969 Großbrand in Pegnitz: „Des derhalten die nimmer"

Vor 50 Jahren loderten Flammen aus Dach des BayWa-Lagerhauses - 8000 Zentner Braugerste unbrauchbar - 12.08.2019 20:00 Uhr

Vor 50 Jahren vernichtete ein Großbrand das Dach des ehemaligen BayWa-Lagerhauses. © Claus Volz


Irgendwo an der Spitze des riesigen Dachstuhls war ein Brand ausgebrochen, der sich schon stark ausgeweitet hatte, ehe er bemerkt wurde. Die sofort alarmierte Feuerwehr hatte alle Hände voll zu tun, um zu versuchen, das Feuer einzudämmen Dass dies gelang, grenzte an ein kleines Wunder, denn 8000 Zentner Getreide lagerten damals in den Speichern der BayWa.

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Pegnitzer BayWa-Lagerhaus wurde vor 50 Jahren Raub der Flammen

Ein Großbrand zerstörte vor 50 Jahren, am 13. August 1969, den Dachstuhl des ehemaligen BayWa-Lagerhauses in der Pegnitzer Bahnhofstraße. Löschwasser musste teilweise aus dem Bach an der Karmühlbrücke gepumpt werden und auch mit der Drehleiter des Bevölkkerungsschutztes gab es einige Probleme. Der Brand, der vermutlich an einer defekten Lüftungsanlage ausgebrochen ist, versengte zwar kein einziges Korn der 8000 Zentner an eingelagertem Getreide, doch war dieses wegen der Rauchnote als Braugerste nicht mehr zu gebrauchen. Weil auch die Verladeeinrichtung in Mitleidenschaft gezogen war, half die Bundeswehr aus Bayreuth beim Abtransport.


Während die städtische Feuerwehr von Pegnitz an den umliegenden Hydranten ihre Schläuche anschloss und die Polizei die Staatsstraße für den gesamten Verkehr sperrte, begann die später eintreffende Feuerwehr Neudorf, eine Schlauchleitung von der Fichtenohe zum Brandplatz zu legen. Auch die KSB-Werksfeuerwehr beteiligte sich an der Brandbekämpfung. Sie war vornehmlich damit beschäftigt, von der Eisenbahnbrücke aus das Feuer zu bekämpfen. 

Probleme mit der Drehleiter

Mit schweren Atemschutzgeräten drang ein Feuerwehrtrupp in den Dachstuhl vor. um von innen gegen die Flammen anzugehen. Eine weitere Gruppe machte sich an der sehr spät eintreffenden Feuerwehrleiter des Zivilen Bevölkerungsschutzes zu schaffen. Anscheinend waren die Aktiven mit dieser Leiter nicht vertraut, denn es dauerte sehr lange, bis sie aufgestellt werden konnte. 

Dem tatkräftigen Einsatz der Wehrmänner und der Tatsache, dass auf dem letzten Dachboden lediglich maschinelle Anlagen und kein Getreide untergebracht waren, war es zu verdanken, dass das Feuer schließlich lokalisiert und zum Erlöschen gebracht werden konnte. Landrat Senator Dr. Dittrich und Bürgermeister Christian Sammet waren ebenfalls zur Brandstelle geeilt. Die genaue Brandursache war ungeklärt, doch wurde vermutet, dass ein Defekt an den Lüftungsanlagen zu dem Brand geführt hat. 

In der Folge hatten die Mitarbeiter des BayWa-Lagerhauses alle Hände voll in tun, um die beträchtlichen Folgen des schweren Brandunglücks in Griff zu bekommen. Lagerhausverwalter Michael Hofmann leitete den Einsatz der Helfer. 

Bundeswehr eilte zu Hilfe

Um die riesigen Getreidemengen, die in den Silos gelagert waren, vor dem Verderb zu bewahren, hat Major Hirschmann vom 103. Panzergrenadierbataillon in Bayreuth auf Ersuchen des Landrats 14 schwere Lastwagen zum Bergen der Gerste abkommandiert. So waren bald Soldaten unermüdlich im Einsatz, um die Gerste nach Bayreuth zu transportieren, wo das Getreide getrocknet und erneut eingelagert wurde.

Weil auch die Förder- und Ladeeinrichtung des Lagerhauses in Mitleidenschaft gezogen war, mussten die Soldaten ordentlich schuften, warteten doch ständig vier bis fünf Bundeswehrfahrzeuge vor der Laderampe auf Abfertigung. Trotzdem machte der Zivileinsatz der Truppe durchaus Spaß. Ein Gefreiter brachte es auf den Punkt: „Endlich haben wir einen ernsten Einsatz, bei dem wir zeigen können, dass wir nützlich sein können.“ 

Die Ermittlungen der Kriminalpolizei zur Brandursache gestalteten sich schwierig. Brandstiftung konnte aber schnell ausgeschlossen werden. Wahrscheinlich rührte das Feuer von einem der ständig im Einsatz befindlichen Elevatoren oder einem ähnlichen elektrischen Gerät her, hieß es. Zu dieser Ansicht ist die Leitung des Lagerhauses gekommen, weil der Brand sich vom Maschinenraum aus über das Gebäude ausgedehnt hat. 

Glücklicherweise ist kein Korn der gesamten Gerstenernte von über 400 Tonnen, die in den Räumen des mächtigen Lagerhauses gelagert war, auch nur angesengt worden. Nichtsdestoweniger belief sich der Sachschaden nach Schätzungen der Polizei auf rund 100.000 Mark. Obwohl das Getreide nicht direkt vom Brand betroffen war, so musste doch ein Großteil der hochwertigen, aber angeräucherten Braugerste wegen der hohen Qualitätsansprüche für die Bierherstellung ausgesondert werden. Der Rest des Lagergutes war so stark vom Löschwasser durchtränkt , dass es nur noch als Futtergerste an die Abnehmer ausgeliefert werden konnte. 

Inzwischen ist das Lagerhaus längst Geschichte. Heute steht dort ein Geschäftshaus mit dem diska-Einkaufsmarkt, Büros und Wohnungen. 

CLAUS VOLZ/RICHARD REINL

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