Private Initiative

24 neue Bauplätze in Hollfeld geplant

22.7.2021, 13:00 Uhr
Freuen sich über neue Bauplätze in Hollfeld (von links): Harald Schöps, HD-Bau-Chef Dieter Hofmann, Bürgermeister Hartmut Stern und Jörg Witek vom Bauamt der Stadt.

Freuen sich über neue Bauplätze in Hollfeld (von links): Harald Schöps, HD-Bau-Chef Dieter Hofmann, Bürgermeister Hartmut Stern und Jörg Witek vom Bauamt der Stadt. © Foto: Stefan Brand

Es geht um eine Fläche von 2,3 Hektar. Sie liegt – aus Richtung Hollfeld kommend – am Ortseingang, links und rechts der Kreisstraße. Das Areal wird seit vielen Jahren landwirtschaftlich genutzt. Die Familie, der sie gehört, will namentlich nicht genannt werden. Dennoch Offenheit im Gespräch mit dieser Zeitung: Die Tochter und ihr Mann suchen seit eineinhalb Jahren nach einem Bauplatz, haben sich in mehreren Orten umgesehen – ohne Erfolg, "niemand war verkaufsbereit". Dies bestätigt Bürgermeister Hartmut Stern: "Alle Versuche, alle Gespräche, verliefen letztlich ergebnislos." So blieb am Ende nur die Eigeninitiative auf eigenem Grund und Boden. Die Idee, hier ein Baugebiet auf den Weg zu bringen, war geboren.

Es ging alles sehr schnell

Sehr zur Freude des Bürgermeisters, an den sich die Familie erneut wandte: "Wir haben bekanntlich viele Bauwillige, das ist eine hervorragende Sache für alle Beteiligten." Hier kommt Harald Schöps ins Spiel, bei der Firma HD Bau mit Sitz in Michelfeld unter anderem zuständig für die Abteilung, die sich mit Bauträgerwesen beschäftigt. Schöps ist Hollfelder, hatte Kontakt mit Stern, erfuhr von den Krögelsteiner Planspielen – und kurz darauf kam es zu einem ersten Treffen. Danach ging alles ganz schnell: "Das war sehr konstruktiv, sehr angenehm, das war eine schnelle Geschichte", sagt HD-Bau-Chef Dieter Hofmann.

Dabei traf es sich gut, "dass wir Kapazitäten frei hatten, nachdem wir ein Projekt in Weidensees abgeschlossen haben". Denn das Unternehmen mit mittlerweile 60 Beschäftigten – 35 Mann im Bautrupp, 25 in der Verwaltung – wolle nicht um jeden Preis wachsen, "wir machen das, was geht, was wir schaffen".

Nun soll alles recht zügig weiterlaufen. Eine erste Planskizze für die 24 Parzellen existiert bereits, darin sind auch die Erschließungsstraßen bereits eingezeichnet. Und Gehwege in Richtung Ortskern, in Richtung Spielplatz. "Das ist uns ganz wichtig, der Ort soll problemlos fußläufig erreichbar sein, abseits der Hauptstraße", sagt Hofmann.

Was jetzt folgt? Nun, zunächst Vermessungsarbeiten, auch ein Bodengutachten wird erstellt. Auch mit einem Planungsbüro sei man bereits in Gesprächen, "läuft alles glatt, können wir Mitte nächsten Jahres mit der Erschließung beginnen". Sie dürfte bis zum Frühjahr 2023 abgeschlossen sein, "dann können die Bauherren loslegen".

Wobei HD Bau nicht selbst bauen will, "außer jemand will uns unbedingt haben", sagt Hofmann. Die Firma verkaufe die Grundstücke erschlossen, aber ohne Bauzwang.

Ist mit höheren Preisen als bei von der Kommune erschlossenen Flächen zu rechnen? Nein, sagt Hofmann. Vielleicht sogar ganz im Gegenteil – "weil wir da besser jonglieren können, als eine Gemeinde". Stimmt, bestätigt Bürgermeister Stern: "Schreiben wir aus, sind wir verpflichtet, den günstigsten Anbieter zu nehmen, der muss aber nicht auch tatsächlich günstig sein, ein Unternehmen wie HD Bau hat da eine ganz andere Verhandlungsposition". Hofmann rechnet mit Preisen wie im neuen Baugebiet Hu in Weiher, "da dürften wir wohl ungefähr rauskommen".

Für moderne Baustile

Werden im neuen Baugebiet nur Einfamilienhäuser errichtet? Das wohl nicht, sagt Bürgermeister Stern auf Nachfrage: "Es werden aber durch die Bank Einzelhäuser sein." Der Bebauungsplan sollte – vorausgesetzt, der Stadtrat spielt mit – bei seinen Vorgaben Rücksicht auf den Trend zu modernen Baustilen nehmen, sollte flexibel gestaltet sein. Heißt: Weg von der klassischen Form mit Erdgeschoss plus Obergeschoss mit Satteldach, auch Flachdächer sollten erlaubt sein. Und damit die Chance, in einem Gebäude auch mehrere Wohnungen unterzubringen.

Stern hatte das Vorhaben im nichtöffentlichen Teil der Stadtratssitzung am Dienstagabend vorgestellt, jetzt soll zeitnah die Bauleitplanung in Angriff genommen werden. Das seit 1. Juli im Freistaat geltende Baulandmobilisierungsgesetz erleichtert ein rasches Handeln, "auch, weil da nur eine öffentliche Auslegung erforderlich ist". "Wir sollten da keine Zeit verlieren", ergänzt Harald Schöps im Gespräch mit der Redaktion. Er wird das Projekt federführend betreuen, "ich halte mich da raus", sagt sein Chef Dieter Hofmann mit einem Schmunzeln.

Übrigens: Auch der Pächter der Flächen ist mit im Boot, sagt die Verkäuferfamilie. Er kann seine Felder heuer noch bestellen und im Frühjahr ernten – "wir kennen uns seit über 30 Jahren, er macht da mit und hat auch eine Ersatzlösung, wir brauchen da auch nichts Schriftliches, da gilt das gesprochene Wort".

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