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24-Stunden-Wanderung bringt Teilnehmer ans Limit

87 Wanderer aus ganz Deutschland schnürten die Schuhe - 27.06.2016 17:55 Uhr

82 Kilometer ab Plech: Die Teilnehmer der 24-Stunden-Wanderung hatten sich einiges vorgenommen. © Udo Schuster


Der Plecher Bürgermeister Karlheinz Escher freute sich dass die Wahl des Veranstalters auf den Markt, der in diesem Jahr sein 750-jähriges Ortsjubiläum feiert, fiel und damit der kleine oberfränkische Ort nahe des Nürnberger Landes ein weiteres Highlight im Jubiläumsjahr aufbieten konnte. Viele Vorbereitungen waren jedoch nötig um überhaupt eine solche Veranstaltung durchführen zu können.

Mit Anja Heisinger als Vorsitzende des Plecher Heimatvereins stand eine aktive Frau mit an vorderster Stelle was zunächst die Streckenauswahl und die spätere Organisation der 24 h Wanderung betraf. "Ohne unsere ehrenamtlichen Aktiven im Verein wäre die Logistik so gar nicht zu stemmen gewesen, jeder hatte seine Aufgabe - und es klappte", sagte die Vorsitzende und dankte für die vielfältige und rührige Unterstützung durch die Vereinsmitglieder. Natürlich stand mit Columbia ein Ausrichter der "24 H Wanderlust" in der Verantwortung, jedoch mit dem Orgachef Jürgen Jacob, der sich genauso wenig Schlaf wie die Teilnehmer an der Wanderung gönnte, stand hier ein Profi mit Erfahrung solcher Events an vorderster Front. Die Moderation lag ebenfalls in seinen Händen.

Mit Karte und Wanderfibel ging es auf drei Wegschleifen in die malerische Landschaft der fränkischen Schweiz und dem Wandergebiet der Frankenpfalz. Durch Wälder und über Wiesen, vorbei an Burgruinen und Höhlen. Tag und Nacht. Unterwegs konnten sich die Teilnehmer an den eigens eingerichteten Raststationen erholen und verpflegen. Für neue Energie mit einem geselligen Miteinander sorgte am Samstagabend eine Nudelparty im Schein des Sonnwendfeuers.

Die erste Schleife

Auf der ersten und längsten Schleife mit über 34 Kilometern führte der Weg zunächst durch das beschauliche Velden. Hier stand auch die erste Verpflegungsstation die von den Teilnehmern noch annähernd als komplette Gruppe angesteuert wurde. Danach bildeten sich einige kleinere Wandertrupps die von der Laufgeschwindigkeit her gut harmonierten. Überhaupt entstanden an diesem Wochenende neue Wanderfreundschaften.

Aus dem Heimischen nahm Florian Kastner, Hauptverwaltungsleiter im Schnaittacher Rathaus, zusammen mit dem Maschinenbautechniker Florian Wendler an diesem Wander Event teil. Wendler hatte schon einmal vor 2 Jahren bei einem Wanderfestival in Berchtesgaden teilgenommen. Da Beide aus Höfen stammen war es quasi ein Heimspiel im Gegensatz zu Margot Vögele die aus der Schweiz anreiste. Aus Röthenbach war Dominik Pinzer mit zwei Nürnberger Freunden und Hund auf der Strecke. Kurz vor dem Einstieg in den spektakulären Eibgrat mussten sich die drei Wandergesellen jedoch eine Zwangspause gönnen denn der Hund hatte sich eine Verletzung an der Vorderpfote zugezogen und musste von einem Freund aus Neuhaus abgeholt werden.

Erfahrungen die einen keiner mehr nehmen kann sammelten an diesem Wochenende auch die beiden Kölner Maschinenbaustudenten Hendrik Eßling und Fabian Ernst die zum ersten Mal bei einer 24 Stunden Wanderung dabei waren. "Schon auf der Anfahrt haben wir Erfahrung gesammelt", schmunzelt Hendrik über die Autopanne die es erforderte mit einem Mietwagen weiter zu fahren.

Aktive Werbung

Durch die aktive Werbung auf der Frankenpfalz Messe wurden auch Carmen Bammler aus Henneberg, Käthe Beck aus Betzenstein und Robert Hutzler mit Tochter aus Velden auf die Wanderveranstaltung aufmerksam. Für Käthe Beck erfüllte sich damit ein lang gehegter Wunsch zur Teilnahme bei einer solchen Veranstaltung und dies noch direkt vor der Haustür. Jeder konnte - musste aber nicht. Dieses Konzept war von Anfang an klar und niemand der Teilnehmer musste sich etwas beweisen, obgleich einige erfahrene Wanderer ihre persönlichen Bestmarken steigern konnten und der Ehrgeiz doch alles zu schaffen sehr groß war. Aus Hannover reiste Vincent Meyer in die Frankenpfalz weil das vorhergehende 24 H Wanderevent am Achensee mit annähernd 18 Regenstunden nicht sehr spannend war, so der junge Mann.

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24-Stunden-Wanderung: Teilnehmer legen 82 Kilometer zurück

Ein ambitioniertes Ziel hatten die 87 Teilnehmer der 24-Stunden-Wanderung, die am Wochenende in Plech startete. 82 Kilometer galt es zurückzulegen.


Die altersmäßig gut gemischte Wanderschar ließ sich aber ihre Freude zur Teilnahme auch durch den kurzzeitigen Regenguß am Samstag nicht trüben. Einzig den Felsenpfad über den Eibgrat sperrten die Organisatoren, es war einfach zu gefährlich bei Regen. Gut zwei Drittel des Wanderpulks, der zu diesem Zeitpunkt schon weit auseinander gezogen war, querte diesen noch bei herrlichen Sonnenschein im Schatten des Buchenwaldes. Gleichzeitig bereiteten sich Andreas aus Würzburg zusammen mit zwei aus Hannover angereisten Wanderern auf die Nachtetappe vor. Diese 3er Gruppe war immer als erster Trupp wieder zurück.

Rückmeldungen aus dem Feld

Damit das Organisationsteam immer den Überblick behielt wer sich noch auf der Strecke befindet mussten sich die Teilnehmer immer wieder zurückmelden. Die Nachtwanderstrecke wurde um 21 Uhr freigegeben und nicht alle nutzen die Möglichkeit auf breiten Forstwegen im Schein der Stirnlampen die zur Verfügung gestellt wurden das weitläufige Gebiet im Veldensteiner Forst zu erkunden. Die Letzten auf diesem 2. Streckenteil kamen zum zentralen Veranstaltungsplatz in Plech erst zurück als der Morgen bereits graute. Auch hier gab es eine Abkürzungsvariante damit die Teilnehmer nach eigenem Ermessen entscheiden konnten ob sie 19 oder 24 Kilometer laufen wollten.

Auf der dritten und letzten Etappe mit 24 Kilometer wurde in den Sonnenaufgang des verschlafenen Naturparks gewandert. Zu sehen gab es unter anderem verlassene Burgruinen und unterwegs boten sich den Wanderern einmalige Ein- und Ausblicke in die Fränkische wie auch in das Nürnberger Land.
Gelobt wurde die perfekte Organisation sowie die Streckenführung von allen Teilnehmern. Wer alle Strecken erwandert hat, hatte damit fast 2000 Höhenmeter bewältigt. Allein schon 837 Meter davon waren in der ersten Runde zu absolvieren die auch über die "Hohe Reuth" und den Spieser Fernsehturm führte. Als besonderes Erlebnis nannten viele Gäste die Höhlenbefahrung mit fachkundigen Erklärungen von Mitgliedern des Plecher Heimatvereins. Man freut sich auf ein Wiedersehen im nächsten Jahr und ist auf die Strecke gespannt die sich die Verantwortlichen noch ausdenken müssen.
  

Udo Schuster

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