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250 Einsatzkräfte bei Großbrand in Kirchenbirkig

Die Feuerwehr verhinderte ein Übergreifen der Flammen auf Firmengebäude - 19.11.2018 16:23 Uhr

Mammuteinsatz der Feuerwehr beim Millionenbrand des Busunternehmens im Pottensteiner Ortsteil Kirchenbirkig. © News5/Merzbach


Die Erstalarmierung erfolgte laut dem in Kirchenbirkig wohnenden Kreisbrandinspektor Stefan Steger um 20.01 Uhr. "Bereits nach zwei oder drei Minuten haben wir mit dem Löschen begonnen", erinnert sich der Kreisbrandinspektor an die Ereignisse in dieser dramatischen Nacht.

Der Grund für diese extrem schnelle Schlagkraft der Ortsteilwehr: Das Kirchenbirkiger Feuerwehrhaus steht direkt neben dem Betriebsgelände des Busunternehmens. Deshalb habe es "keine Fahrtzeit" gegeben.

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Vier Busse brennen aus: Millionenschaden in Kirchenbirkig

Ein Millionenschaden entstand bei einem Großbrand beim Omnibusunternehmen Sebald im Pottensteiner Ortsteil Kirchenbirkig. Aus ungeklärter Ursache brach ein Feuer auf dem Betriebshof aus, insgesamt vier Busse standen in der Folge in Flammen. Die Feuerwehren konnten den Brand zwar zügig unter Kontrolle bringen, dennoch brannten die Busse komplett aus. Glücklicherweise wurde niemand verletzt.


 Aufregend wurde der Sonntagabend auch für die Jugendgruppe der Kirchenbirkiger Wehr. Diese hielt zur gleichen Zeit ihre Gruppenstunde im Gerätehaus. Steger: "Die jungen Leute unterstützten uns bei den Löscharbeiten."

Nach einer Stunde unter Kontrolle

Steger selbst war bis nachts um ein Uhr am Brandort. Die eigentliche Einsatzleitung hatte Kommandant Clemens Herlitz. Bereits eine Stunde nach der Erstalarmierung habe die Feuerwehr den Brand "unter Kontrolle" gehabt, schilderte Stefan Steger.

Die Erstmeldung war allerdings noch von nur einem brennenden Omnibus ausgegangen. Diese Zahl wurde aber vor Ort sehr schnell nach oben korrigiert. Umgehend sei deshalb auch eine sogenannte Alarmstufenerhöhung erfolgt.

Die Hauptaufgabe der Wehren sei es Steger zufolge gewesen, eine "Widerstandslinie" für die Gebäude der Firma aufzubauen, damit das Feuer nicht darauf übergreift. Noch nach Brandausbruch sei es gelungen, einen Kleinbus der Firma aus der Garage heraus zu fahren und aus dem Gefahrenbereich zu entfernen. So zwischen 22 Uhr und 22.30 Uhr habe dann die Ortswehr aus Kirchenbirkig die Brandwache übernommen. Der Hauptlöscheinsatz war bis zu diesem Zeitpunkt abgeschlossen. Steger: "Nach Mitternacht mussten nur noch zwei Glutnester abgelöscht werden." Erst am Montagmorgen um 9.30 Uhr endete der Feuerwehreinsatz auf dem Gelände der Busfirma.

Schaden wohl deutlich geringer

Noch in der Nacht informierte sich auch der Pottensteiner Bürgermeister Stefan Frühbeißer über das Ausmaß des Brandes und dem Fortgang der Löscharbeiten. „Es ist schockierend“, sagt das Stadtoberhaupt am Tag danach hörbar mitgenommen, aber auch erleichtert, dass es bei dem Feuer beim Sachschaden geblieben ist und keine Menschen verletzt wurden.

Apropos Sachschaden: Den bezifferte die Polizei ursprünglich auf über eine Million Euro. Diese Zahl ist mittlerweile deutlich nach unten korrigiert. Zwei der vier ausgebrannten Busse seien „schon etwas in die Jahre gekommen“, sagt Jürgen Stadter, Pressesprecher der Polizei Oberfranken. "außerdem ist der Schaden am Gebäude nicht so hoch wie angenommen." Er schränkt allerdings ein: „Das ist die Schätzung der Polizei. Wie hoch der Schaden letztendlich ist, kann nur ein Sachverständiger feststellen.“

Frühbeißer hofft, dass sich „alles schnell regeln“ lässt. Noch in der Nacht habe er Anrufe von Busunternehmern aus der Umgebung bekommen, die bei der Schülerbeförderung einspringen können, bis das Familienunternehmen Sebald seinen Verpflichtungen in diesem Bereich wieder selber nachkommen kann. „Das ist ein erheblicher Mehraufwand, aber wir kriegen es miteinander hin“, sagt Frühbeißer überzeugt.

Die Hilfsbereitschaft und der Zusammenhalt in der Gemeinde findet der Bürgermeister „sehr lobenswert“ und freut sich, dass die Pottensteiner einander helfen, wenn jemand von ihnen in Not gerät. Wie es für das Inhaber-geführte Busunternehmen weitergeht, mag Stefan Frühbeißer in dieser frühen Phase noch nicht vorher sagen, er geht allerdings davon aus, dass die Versicherungen in diesem Fall einspringen.

Neben den Feuerwehren waren auch Bayerisches Rotes Kreuz (BRK) und Technisches Hilfswerk vor Ort. Insgesamt waren etwa 250 Helfer von Feuerwehr, BRK, THW und Polizei vor Ort.

Dieser Artikel wurde am 20.11. um 13.14 Uhr aktualisiert. 

FRANK HEIDLER und HANS VON DRAMINSKI

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