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40.000 Euro für Menschen in finanzieller Not

Die Aktion "Schmücken & Helfen" der Nordbayerischen Nachrichten erreichte 2018 zweithöchste Summe - 17.01.2019 17:57 Uhr

Hans Steger übergibt Thomas Knauber den Scheck des MGV 1884 über 1000 Euro, umrahmt von den Sängerinnen und Sängern. Oben rechts steht Chorleiter Markus Weber. © Foto: privat


Das gute Ergebnis 2018 ist vielen Firmen, unseren Lesern und auch einzelnen Initiativen zu verdanken. So übergab Hans Steger, der Vorsitzende des MGV 1884 Auerbach, vor wenigen Tagen 1000 Euro an den früheren NN-Redakteur Thomas Knauber, der die Aktion leitet. Es sind die Einnahmen des großen Konzerts mit dem katholischen Kirchenchor, mit dem Chor der Schulschwestern, mit der Gruppe "Veltuna Brass" und vielen Solisten. Kurz vor Silvester sorgte es für eine übervolle Pfarrkirche. Chorleiter Markus Weber erinnert sich, welch aufmerksame Stille herrschte, als Steger von der Entscheidung des MGV berichtete, diesmal die NN-Aktion zu bedenken, die das Geld direkt an die Betroffenen in der Nähe gibt, ohne Abzug.

Es ist erst das zweite Mal in der Geschichte des Chores, dass so viele Spenden an der Kirchentür zusammenkamen. Im Vorjahr half man damit einer Typisierungsaktion.

Das Gesamtergebnis von "Schmücken & Helfen" setzt sich so zusammen: 16.550 Euro stammen von Firmen; 15.000 Euro stiftet die große NN-Aktion "Freude für alle" in Nürnberg und 8332,88 Euro kommen von unseren Lesern. Im Jahr zuvor hatten die Firmen 22.730 Euro gegeben und die Leser 7012.

Knauber verteilte, unterstützt von seinen früheren Kollegen Irene Lenk und Richard Reinl, 26.850 Euro direkt an 143 Einzelpersonen und Familien, die ihm von den Sozialämtern und Jobcentern dreier Landkreise empfohlen worden waren. 8500 Euro gehen an die Diakonie, Caritas und Pfarreien, um während des Jahres all jenen zur Verfügung zu stehen, die sich hierhin wenden. Der Rest wird zum Teil jetzt im Januar noch einmal an schwere Fälle gegeben, zum Teil hebt ihn Knauber für alleinerziehende Mütter auf. Sie erhalten dann im Sommer, vor den großen Ferien, eine Unterstützung.

Wie sinnvoll die von Richard Reinl gegründete Aktion ist, hörte Knauber von vielen Menschen. So stand eine ältere Frau vor einer Zahnarzt-Rechnung über 150 Euro, die sie nicht bezahlen konnte. Dann kam der Anruf der Nordbayerischen Nachrichten, dass für sie zufällig genau diese 150 Euro vorgesehen sind. "Sie glauben nicht, welche Freude Sie mir gemacht haben", sagte sie an der Haustür. Denn obwohl sie 40 Jahre gearbeitet hat, reicht ihre Rente nicht, um die Alltagsausgaben zu meistern.

Ein gehbehinderter Mann war genauso erleichtert: "Sie glauben gar nicht, welch schönes Weihnachtsgeschenk Sie mir gemacht haben. Dass es überhaupt diese Aktion gibt! Da bedanke ich mich ganz herzlich." Er lebt mit einem Hund aus dem Tierheim zusammen, der noch Spuren von einem strangulierenden Halsband hat und von Straßenkämpfen.

Eine Rentnerin kümmert sich auch um einen Hund. Er rettete ihr Leben, sagt sie, weil er sie aus dem Rollstuhl brachte. Ohne ihn, ohne den Zwang zum Spazierengehen, wäre sie immer noch in den Folgen eines Aneurysma verfangen — ohne die Kraft zu laufen oder etwas zu tragen.

Nicht weit von ihr lebt ein sportlicher Rentner, der sich mit eisernem Willen zur täglichen Gymnastik aus einer Herzschwäche befreite. Die Ärzte hatten bei ihm nur noch 40 Prozent Herzleistung diagnostiziert. Für sie ist es ein Wunder, dass er wieder mit solch einer Energie dasteht, obwohl er fast 80 Jahre alt ist. Seine Schwäche war das Ergebnis der schwierigen Berufslage. Denn er hatte sich selbstständig gemacht, was für ein paar Jahre gut ging, aber dann an neuen und harten Gesetzen scheiterte. Alle Kurse, die er vorher gemacht hatte, und sein ganzes Engagement waren umsonst. Verbittert hält er nicht mehr viel von den Politikern: "Sie sollten erst in die Praxis gehen, damit sie sehen, wie eine Situation ist, und dann ihre Gesetze machen."

Unter den Spendenempfängern ist auch eine Mutter, die klar und klug ihre Lage sieht: Sie war mitten im Studium, als die das große Glück verheißende Liebe und Ehe begann. Wegen der Kinder gab sie alles auf, nicht ahnend, dass ihr Mann kurz darauf absprang. Seitdem hangelt sie sich durch — mit drei Jobs und der Hoffnung, ihr Studium doch noch zu Ende zu bringen. Sie fühlt sich nicht zu alt dafür. Es ist ein Traum. Und für ihn kämpft sie.

Finanziell hakt es an allem

Eine andere Mutter zog vor Jahren wegen ihres Freundes in den Norden. Aber dort stieß er auf eine andere Frau. Sie kehrte enttäuscht mit den Kindern zurück. Jetzt hakt es bei ihr finanziell an allem. Irene Lenk brachte ihrer Tochter auch eine Puppe, die eine Familie der NN-Aktion gestiftet hatte. Die Mutter war verblüfft, denn es war die gleiche Puppe, die sie in der Kindheit gehabt hatte.

Für eine andere alleinerziehende Mutter war das Jahr 2018 eines der schlimmsten ihres Lebens. Denn was war das Ergebnis ihrer Putzstellen? Ein lädierter Körper. Die Entzündungen sind jetzt so gravierend, dass sie kaum mehr arbeiten kann. Aber wie soll sie eine andere Stelle bekommen? Ihr Trost ist: Ihr lernbehindertes Kind kommt immerhin gut in der Schule mit.

Eine Welt stürzt zusammen

Die Leserspenden halfen auch einem Ehepaar, dessen Sohn plötzlich so gravierend an einem Tumor erkrankt ist, dass eine Welt zusammenstürzt. Die Eltern, geringst verdienend, sind verzweifelt. Der Vater, schon in Rente, hatte es sowieso immer schwer: Er übernahm parallel einen Minijob, der ihm seitdem regelmäßig Verletzungen einbringt, wenn das Wetter schlecht ist. Denn trotz aller Vorsicht kommt es immer zu einem Ausgleiten bei seinen Touren. Er ist einer jener Menschen, die nach außen hin bescheiden und einfach wirken, aber tief und klug denken. Wer ihm zuhört, kommt zu großer Achtung.

Geholfen hat die NN-Aktion auch einer schmalen Frau, die sich so abarbeitete in ihrem Leben, dass ihr Körper streikte. Wenn sie diese Schmerzen im Gespräch vergisst und lacht, wird deutlich, welch attraktives Mädchen sie einmal war, schmal, sportlich und voller Freude. Jetzt ist sie auf der Suche nach einer kleinen Parterre-Wohnung in Pegnitz, ohne viele Treppen. "Ein Zimmer mit Bad würde mir genügen."

Wer eine kleine Parterre-Wohnung in Pegnitz zu vermieten hat, meldet sich bitte telefonisch bei Thomas Knauber: (0 92 41) 30 55.

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