Gipfeltreffen

500 Besucher beim Open-Air auf der Hohenmirsberger Platte

19.7.2021, 09:00 Uhr
Die Trachtenkapelle Hohenmirsberg, die Nachwuchsband der „Trachtler“ und die Blaskapelle Kirchenbirkig gestalteten gemeinsam das Programm.

Die Trachtenkapelle Hohenmirsberg, die Nachwuchsband der „Trachtler“ und die Blaskapelle Kirchenbirkig gestalteten gemeinsam das Programm. © Foto: Thomas Weichert

Das Blasmusikkonzert, das von der Nachwuchsband der "Trachtler" und den Musikern der befreundeten Blaskapelle Kirchenbirkig mitgestaltet wurde, dauerte fast bis Mitternacht und endete für die Blasmusikfans aus der ganzen Fränkischen Schweiz mit dem Marsch "Mein Heimatland". Zuvor erklangen die Lieder "Wir Musikanten" und "Von Freund zu Freund".

"Wir haben sehnsüchtig darauf gewartet, dass wir wieder vor größerem Publikum spielen dürfen", erklärte der Chef der Trachtenkapelle Hohenmirsberg, Thomas Wiegärtner. Man merkte auch, dass die Besucher endlich wieder Blasmusik vom Feinsten live erleben wollten.

26-seitiges Hygienekonzept

So waren auch befreundete Musiker von zahlreichen Blaskapellen gekommen, wie vom Musikverein Gößweinstein oder von der Ahorntaler und Poppendorfer Blasmusik. "Offiziell durften wir kein Fest feiern, weil dies wegen Corona noch verboten ist", informierte Wiegärtner. Erlaubt sind aktuell jedoch kulturelle Veranstaltungen im Freien mit bis zu 1500 Besuchern – natürlich mit entsprechendem Hygienekonzept, das die Musiker selbst ausarbeiten mussten und das sage und schreibe 26 Seiten umfasst.

"Lesen tut dieses Konzept wahrscheinlich keiner, aber wir müssen es vorzeigen können, wenn eine Kontrolle kommt", so Wiegärtner. Es war fast wie vor Corona, dennoch mussten von den Gästen einige Regeln eingehalten werden: So herrschte FFP2-Maskenpflicht auf dem gesamten Gelände, außer am Biertisch, an dem gleichzeitig zehn Leute sitzen durften. Die Biertischgarnituren waren sozusagen Inseln, weil sie in entsprechendem Abstand aufgestellt worden waren.

Am Tisch selbst mussten sich die Gäste in eine Anwesenheitsliste eintragen, damit mögliche Kontakte bei einer Virusinfektion nachverfolgt werden können. Das war es dann aber auch mit den Auflagen, an die sich die Besucher geradezu vorbildlich hielten. Getränke gab es nur aus Flaschen, da nicht ausgeschenkt werden durfte; Schnäpse waren verboten und für den kleinen Hunger gab es Snacks, die man auf die Hand nehmen konnte.

Richtiger Biergartenbetrieb war ebenfalls nicht erlaubt. Der Eintritt war kostenlos; Spenden fürs Vereinsheim waren aber gerne gesehen. Das Konzert trotz der noch vorhandenen Auflagen auszurichten, sei eine "Kurzschlusshandlung" gewesen, sagte Wiegärtner. Seit vier Wochen habe man sich darauf intensiv vorbereitet und Proben waren erst seit sechs Wochen wieder möglich.

Fast ein ganzes Jahr vorher durfte nicht mal zusammen live geprobt werden. "Ich finde das absolut spitze und man merkt, dass Musiker wie Gäste ausgehungert sind", resümierte Claus Schmidt. Er ist Vorsitzender und Sänger des Musikvereins Allendorf bei Gießen und war als Urlauber in Pottenstein extra noch bis zum Konzert geblieben. "Man merkt richtig, wie die Musiker nach den ersten zwei, drei Stücken nach dieser langen Abstinenz aufblühen", so Schmidts Urteil, der dieses "Mega-Konzert" wegen der Auflagen als große Herausforderung für den Veranstalter sieht.

Mehr als 500 Besucher wollten sich trotz des wechselhaften Wetters das erste „Gipfeltreffen“ auf der Hohenmirsberger Platte nicht entgehen lassen.

Mehr als 500 Besucher wollten sich trotz des wechselhaften Wetters das erste „Gipfeltreffen“ auf der Hohenmirsberger Platte nicht entgehen lassen. © Foto: Thomas Weichert

Der lange Konzertabend begann mit einigen Musikstücken der Nachwuchsband unter der Leitung von Melanie Jenner. Die Kirchenbirkiger Blasmusikanten unter Dirigent Hansi Hofmann erfreuten anschließend mit böhmisch-mährischer Blasmusik, wie "Du mein Egerländer Musikant" oder "Egerland – Heimatland", bis die Trachtenkapelle unter der Leitung von Michael Lodes bei Einbruch der Dunkelheit mit dem Konzertmarsch "Salemonio" fetzig aufspielte und mit "Gute Nacht" von Ernst Mosch endete.

Gasluftballons für die Kinder

Herausragend waren die Solotrompeter Hansi Hofmann, Thomas Wiegärtner, Michael Lodes und Sebastian Zitzmann, die beiden Letzteren auch als Sänger. Sehr zur Freude der zahlreichen Kinder verschenkte Siegfried (Siggi) Groß Gasluftballons, die der Fränkische Schweiz Verein gestiftet hatte. Kurz vor Mitternacht klang ein einmaliger Blasmusikabend auf der höchsten begehbaren Erhebung der Fränkischen – wenn man die Höhe des Aussichtsturms dazu zählt, harmonisch und mit glücklichen Musikern wie Zuhörern aus. Wiegärtners Dank galt der Stadt Pottenstein für die große Unterstützung.

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