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500 Exemplare: Plecher "Narrenkurier" wird trotz Pandemie verkauft

Das Plecher Faschingsblättchen wird heuer wenigstens in einer reduzierten Auflage verkauft - 11.02.2021 11:55 Uhr

So wird die Faschingszeitung normalerweise in Plech verkauft: Beim Umzug entlang der Hauptstraße. Dieses Jahr gibt es das Narrenblatt trotz Corona – allerdings nur in den Geschäften.

10.02.2021 © Archivfoto: Kerstin Goetzke


Früher wurde die Faschingszeitung noch kopiert. Seit mehreren Jahren kommen die Seiten aus einer Druckerei. Das Dichten der "Stückla" lief in diesem Jahr anders als gewohnt.

Wegen der Corona-Pandemie und dem Lockdown konnten sich die Zeitungsmacher nicht wie gewohnt treffen. "Am besten schreibt es sich, wenn man mit einer kleinen Gruppe lustig zusammen sitzt", sagt Heidi Laus, die den Plecher Fasching seit Jahren organisiert. Telefonate, Nachrichten über das Handy und hin und wieder ein Treffen zu zweit waren in diesem Jahr das einzig Mögliche.

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Mitte Januar begannen die Narren, die Themen und Stückla zusammenzutragen. Nicht nur einige Plecher Bürger werden heuer mit ihrem Missgeschick im "Narrenkurier" verewigt, sondern auch lustige Begebenheiten aus den Ortsteilen Bernheck und Ottenhof sowie aus der Nachbargemeinde Neuhaus. In Jahren mit Faschingsumzug achten die Gaudi-Redakteure darauf, dass möglichst jede umliegende Gemeinde erwähnt wird. Die "Stückla" sollen schließlich für alle Gäste des Faschingsumzugs lesenswert sein.

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Wer übernimmt eigentlich das Dichten und Zeichnen der Faschingszeitung? Dazu schweigt sich Heidi Laus aus. Nicht selten sei es nämlich schon vorgekommen, dass Mitbürger, die beim Umzug gespielt wurden oder mit einem Missgeschick im Narrenkurier erwähnt waren, sich ärgerten. Sie wollten unbedingt wissen, wer für die Formulierung verantwortlich war. "Mancher fühlte sich schon mal auf den Schlips getreten. Deshalb bleiben die Schreiber anonym", so Laus. Die einzelnen verfassten "Stückla" – heuer sind es zehn – landen irgendwann bei ihr. Sie bringe diese lediglich in eine einheitliche Form.

Die Plecher verstehen es, einen lustigen Fasching zu feiern. Nicht nur im Umzug, sondern in normalen Jahren auch beim traditionellen "Ball der Vereine" in der Mehrzweckhalle.

Bis vor etwa acht Jahren gab es nach dem Umzug am Dienstag auch noch den Kehraus in der Halle. Allerdings kamen immer weniger Besucher, so dass diese Veranstaltung eingestellt wurde. Seitdem stehe am Marktplatz ein kleines Zelt, in dem die Faschingsgesellschaft den Tag noch ausklingen lässt. Wenn nicht die Corona-Pandemie einen Strich durch die Rechnung aller Veranstalter macht.


Fränkische Faschings-Narren wollen Corona trotzen


Dass es in diesem Jahr keinen Faschingsumzug geben kann, falle manchen Plechern schon schwer. Die Aktiven seien durchwegs mit Leidenschaft und großer Motivation bei den Vorbereitungen und dem Bauen der Faschingswägen dabei. "Das fehlt uns heuer schon sehr", sagt Laus.

Seit 1968 sind die Umzüge in Plech belegt. Ein einziges Mal war der Gaudiwurm abgesagt worden. Im Jahr des Golfkriegs 1991. Doch auch damals gab es wenigstens eine Faschingszeitung. Wie auch heuer.

Die Macher wollen natürlich noch nicht zu viel verraten, lassen aber durchklingen, dass es Pfarrer Christoph Weißmann bereits zum fünften Mal in Folge "dank seiner Kreativität" in den "Narrenkurier" geschafft hat. Auch das "Stückla" eines Bernhecker Bürgers, der mit einem geliehenen Kehrgerät zu übereifrig war, ist zu lesen. 

250 Faschingszeitungen haben die Plecher Narren in diesem Jahr drucken lassen. Ab Donnerstag, 11. Februar, werden die Hefte verkauft. Zum Preis von drei Euro kann jeder zuhause nachlesen, was in Plech und Umgebung im vorigen Jahr alles an lustigen Dingen und Missgeschicken passiert ist. Erhältlich ist der Narrenkurier in der Metzgerei Dörfler & Fiedler, der Sparkasse und den Plecher Wirtschaften. Auch an der OMV-Tankstelle in Ottenhof und bei der Bäckerei Führlbeck in Neuhaus. Denn, wie gesagt, ein wenig Fasching muss auch in Corona-Zeiten sein.

BRIGITTE GRÜNER

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