700 Besucher in zwei Wochen: Erfolgreicher Re-Start im Fränkische-Schweiz-Museum

11.6.2021, 12:55 Uhr
Bei einem Pressetermin erläuterten der Zweckverbandsvorsitzende des Fränkischen-Schweiz-Museums, Landrat Florian Wiedemann, sowie Museumsleiter Jens Kraus (von rechts) die Ziele für die nächsten Jahre. Mit im Bild: Die neue Geschäftsführerin des Zweckverbands, Nadja Lang, sowie Museumspädagoge Fabian Wittenborn (von links).

Bei einem Pressetermin erläuterten der Zweckverbandsvorsitzende des Fränkischen-Schweiz-Museums, Landrat Florian Wiedemann, sowie Museumsleiter Jens Kraus (von rechts) die Ziele für die nächsten Jahre. Mit im Bild: Die neue Geschäftsführerin des Zweckverbands, Nadja Lang, sowie Museumspädagoge Fabian Wittenborn (von links). © Foto: Klaus Trenz

Das hat auch der Zweckverband des Museums zufriedenstellend zur Kenntnis genommen, der Anfang Juni tagte. Dort gab es neben einem Rückblick auf ein "Jahr ohnegleichen", so Vorsitzender und Landrat Florian Wiedemann, die Definition von Zielen und Herausforderungen für die nächsten Museumsjahre und den Beschluss des Museumshaushalts.

"Was uns zu schaffen gemacht hat, war, dass 2020 das komplette Veranstaltungsprogramm ausgefallen ist", so Wiedemann. Zudem konnten keine Besuchergruppen eingelassen werden, wovon das Fränkische-Schweiz-Museum vorwiegend lebe. Dennoch seien zwischen den beiden Lockdowns des vergangenen Jahres mehr Besucher gekommen, als man erwartet habe. Auch in diesem Jahr müsse der üblicherweise gut besuchte Handwerkermarkt abgesagt werden und hinter dem Adventsmarkt steht noch ein dickes Fragezeichen.


Jeder Gegenstand erzählt eine Geschichte: Sonderausstellung im Fränkische-Schweiz-Museum


"Das Ausstellungs- und Sammlungswesen ging aber weiter", sagte Wiedemann. Im Winter 2019 und Frühjahr 2020 hat das Museumsteam die Dauerausstellung "Leben und Sterben" komplett neu konzipiert. Zudem habe man die Sonderausstellung "Blickwinkel. Die Fränkische Schweiz vor der Fotografie" zeigen können – die erste, die digital eröffnet wurde. Seit Gründonnerstag 2020 sammelt man explizit Dinge rund um Corona.

"Was mich besonders freut", so Wiedemann, sei "das Engagement des Museumsteams, welches in die Digitalisierung gesteckt wird". Neben den bereits bekannten Streifzügen gibt es auf dem Youtube-Kanal eine speziell auf Kinder und Schüler ausgerichtete Filmreihe mit Begleitmaterial, gestaltet von Museumspädagoge Fabian Wittenborn. Mittlerweile würden über 1500 Geräte im Monat auf die Angebote des Museums auf dieser Video-Plattform zugreifen. Laut Wiedemann hätten diese Zahlen noch vor einem Jahr als unrealistisch in der deutschen Museumswelt gegolten.

Thema Mehrsprachigkeit

In seinem Museumsbericht für den Zweckverband hat Jens Kraus den Blick in die Zukunft gewagt und einige wichtige Ziele und Herausforderungen formuliert. Das Thema Mehrsprachigkeit werde das Museumsteam in den nächsten Jahren beschäftigen. Zusammen mit der Verwaltung soll die Museumsleitung nach einstimmigem Beschluss des Zweckverbands – dem Träger des Museums – nach Analyse und Bedarfsermittlung ein entsprechendes Konzept erstellen.

Die Depots des Museums sind mittlerweile voll, erklärte Kraus. Mit dem Segen des Zweckverbands arbeite man an der Erstellung eines Depotkonzepts. So seien beispielsweise die Großgeräte, die sich im Fundus des Museums befinden, in einer Scheune auf dem Stadtgebiet Pottensteins untergebracht. Man sei auf der Suche nach einer geeigneten Halle, die zum Museumsdepot umfunktioniert werden kann.

Kraus will die Zusammenarbeit mit den Schulen verstärken. So ist geplant, dass für Schulen didaktisches, digitales Material vorgehalten werde, für die einzelnen Klassenstufen und den Lehrplänen folgend. Die Schüler können sich so ein Thema anhand eines Objekts aus dem Fränkischen-Schweiz-Museum erarbeiten. Das Material soll neben 3-D-Modellen und allgemeinen Texten auch Spiele enthalten. Zusagen für die Zusammenarbeit habe Kraus bereits unter anderem von der Realschule Pegnitz und der Grundschule Pottenstein "für dieses zukunftsorientierte Projekt" erhalten. Noch mehr Digitalisierung: Neben dem Relaunch der veralteten Homepage können seit einigen Tagen Tickets für das Museum entweder über die Homepage oder direkt über die Internet-Suchmaschine Google gebucht werden.

Die Zweckverbandsversammlung beschloss zudem, die Öffnungszeiten zu erweitern. Künftig habe das Museum vom 1. April bis 16. November auch montags, also in Zukunft täglich, von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Zurzeit gibt es aber Pandemie-bedingt zwischen 13 und 14 Uhr noch eine "Desinfektionsstunde".


Fränkische Schweiz-Museum bereitet Öffnung vor


"Um noch familienfreundlicher zu werden", so Kraus, ist ab sofort der Eintritt für Kinder und Jugendliche frei. Eine Ausnahme macht man aber noch für Klassenverbände, die weiterhin einen Euro pro Schüler bezahlen. Die museumspädagogischen Führungen bleiben auch künftig kostenlos. Kraus erhofft sich durch die freien Eintritte, vor allem Kinder, die sich für die Heimat interessieren, für das Museum zu begeistern und Anreize für einen Museumsbesuch zu schaffen.

Es gab bei der Zweckverbandsversammlung noch formelle Beschlüsse. Man stimmte dem auf dem Niveau des Vorjahres liegenden Gesamthaushalt in Höhe von 739 000 Euro zu. Für die Verbandsmitglieder – die Landkreise Bayreuth, Forchheim und Bamberg sowie die Stadt Pottenstein und den Fränkische-Schweiz-Verein – steigt die Gesamtumlage somit um 19 000 Euro. Eine große Projektförderung erwartet man im Rahmen des Neustarts Kultur von der Bundesregierung in Höhe von 38 500 Euro.

Als neue Geschäftsführerin wurde die Mitarbeiterin im Landratsamt Bayreuth, Nadja Lang, gewählt, die Edwin Ries ablöst.

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