900 Jahre Kloster Michelfeld im Museumsfokus

23.3.2019, 09:00 Uhr
Museumsleiterin Marion Ringl hat viel Zeit in die Sonderschau gesteckt. Sie zeigt das Modell des Kunstwerks, das Peter Kuschel für den Klosterhof gefertigt hat.

Museumsleiterin Marion Ringl hat viel Zeit in die Sonderschau gesteckt. Sie zeigt das Modell des Kunstwerks, das Peter Kuschel für den Klosterhof gefertigt hat.

Am Freitagabend wurde die Ausstellung im Beisein geladener Gäste eröffnet. Die Präsentation hat wieder einiges an Zeit und Herzblut gekostet. "Ich glaube, ich habe drei Monate nur gelesen", erzählt Marion Ringl, die Texte aus dem Stadtarchiv, Internetrecherchen, Artikel von Heimatkundler Rudolf Weber und einige Chroniken studiert hat. Es war ihr Anspruch, die 900-jährige Geschichte der Klosteranlage auf elf Textbanner drucken zu lassen. Diese befassen sich mit Aspekten der Historie, angefangen von der Gründung bis zur Reformation und dem 30-jährigen Krieg, von der Säkularisierung bis zur Taubstummen-Anstalt. Auch aktuelle Informationen über die Einrichtung Regens Wagner fehlen nicht.

Dominiert wird der Ausstellungsraum im zweiten Stock des Bürgerhauses von einem Klostermodell, das der Michelfelder Willi Gierl gebaut hat.

Diese wertvollen religiösen Kleinodien stammen aus der benediktinischen Zeit und sind eine Leihgabe der Kirchenverwaltung.

Diese wertvollen religiösen Kleinodien stammen aus der benediktinischen Zeit und sind eine Leihgabe der Kirchenverwaltung. © Fotos: Brigitte Grüner

Schon 1803 aufgelöst

Alle Gebäude des historischen Areals sind im Modell zu erkennen. Sehenswert die gemalten Bilder und die Fotos, auf denen das Kloster zu unterschiedlichen Zeiten zu sehen ist. Auch Klostergründer Bischof Otto hat einen Ehrenplatz erhalten, ebenso wie ein Abdruck eines Altarbilds der Asamkirche, auf dem die Gründung des Klosters dargestellt ist.

Im Zuge der Säkularisation wurde das Michelfelder Kloster, in dem Benediktiner-Mönche lebten und arbeiteten, 1803 aufgelöst. Die kirchlichen Ausstellungsstücke sind daher schon weit mehr als 200 Jahre alt, stammen sie doch aus benediktinischer Zeit. Zwei Messbücher und ein Priesterumhang sind in einer Vitrine zu sehen. Auch Messkännchen, Messkelch und Monstranzen geben Zeugnis der damaligen Zeit. Diese Kleinodien sind Leihgaben der Kirchenverwaltung Michelfeld. Regens Wagner hat sich mit Leihgaben an der Ausstellung beteiligt.

"Schöne Zusammenarbeit"

Ein großes Lob der Museumsleiterin gilt den Schreinern des Bauhofs, Uwe Schlegl und Ludwig Wittmann. Beide haben akribisch die verglasten Präsentationsflächen gebaut, die Marion Ringl sich vorgestellt hatte. "Es ist immer eine schöne Zusammenarbeit, auch mit Doris Bundscherer vom Stadtarchiv", betonte sie.

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