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Abschied von den Ice Dogs mit Groll und Wehmut

Der eine muss gehen, der andere kann nicht mehr dabei sein: Michal Plichta und Christof Mendel - 07.07.2020 19:14 Uhr

Michal Plichta (rechts) würde gerne noch für die Ice Dogs spielen, darf aber nicht mehr: Der Verein wird seine zwei Ausländerstellen in der Mannschaft ohne ihn besetzen.

© Foto: Andreas Beil


Dem tschechischen Stürmer Michal Plichta hat er folglich nicht zugetraut, diese Anforderungen zu voller Zufriedenheit zu erfüllen. Nach einem Jahr und 71 Scorerpunkten in 29 Spielen für die Ice Dogs muss Plichta wieder gehen. Der 31-Jährige verlässt den Verein im Groll. Bei den bisherigen Stationen in seiner Eishockeykarriere war er es gewohnt, spätestens einen Monat nach Saisonende informiert zu werden, ob er bleiben kann. Auch in Pegnitz hat Plichta sein Geld mit einem normalen Job, als Eismeister im Stadion und als Bademeister im Cabriosol, sowie mit Eishockey verdient.

Plichta fühlt sich von Herbst hingehalten und überlegt nun, ob er sich einem anderen Verein in Deutschland anschließt oder ob er mit dem Sport aufhört und zurück zu seiner Familie nach Tschechien geht. "Es war ungerecht, mich so lange warten zu lassen. Für die meisten Spieler beim EVP ist Eishockey ein Hobby, aber für mich auch ein Job", sagt Plichta. Seit dem ersten Gespräch mit Herbst bezüglich seiner Zukunft habe er zweieinhalb Monate warten müssen, bis ihm innerhalb von zehn Sekunden am Telefon mitgeteilt wurde, dass er kein Teil der Ice Dogs mehr sein wird.

Herbst schildert den Kontakt mit Plichta so: Zwei Mal habe er länger mit ihm telefoniert und sich dabei über dessen Ton und Wortwahl geärgert. Daher habe stellvertretend Mannschaftsbetreuer Markus Schwindl Plichta Bescheid gegeben, dass er nicht mehr für den EVP spielen werde. Das abschließende Gespräch sei nur so kurz gewesen, weil Plichta aufgelegt habe. Herbst ist aber nicht nachhaltig verstimmt. "Man kann nicht erwarten, dass ein Spieler sich noch bedankt, wenn er erfährt, dass er nicht mehr dabei ist."

Weitermachen auf einer der beiden Ausländerstellen wird dagegen der Tscheche Roman Navarra. "Einer der Top 3 Ausländer der Liga, er hilft im Kinderbereich als Trainer aus und ist charakterlich eine Eins mit Stern", begründet Herbst. Für die andere Ausländerstelle gebe es einen Kandidaten, mit dem noch mindestens ein Gespräch ausstehe.

Christof Mendel würde gerne noch für die Ice Dogs spielen, kann aber nicht mehr: Das Knie lässt kein Eishockey mehr zu.

© Foto: Andreas Beil


Gehalten hätte Herbst gerne den gebürtigen Pegnitzer Christof Mendel. Die Ice Dogs sollen nämlich jung und regional sein, aber auch über ein paar ältere Spieler verfügen, als spielerische und charakterliche Vorbilder für die Jugend. "Christof hätte neben Ralf Skarupa und Stefan Hagen eine der drei tragenden Säulen der Mannschaft werden sollen", sagt Herbst.

Mendel hatte sich im Oktober 2018 während eines Eishockeyspiels in Passau einen Knöchelbruch samt Abriss des Syndesmosebands im linken Bein zugezogen. Im Herbst wollte er nach dann zwei Jahren endlich wieder ein Punktspiel für den EVP bestreiten. "Alexander Herbst und Markus Schwindl sind Koryphäen des Vereins. Ich wäre sehr gerne dabei gewesen, wenn hier etwas aufgebaut wird. Und vielleicht wäre nach der folgenden Saison sogar noch eine gegangen", schildert Mendel seine Hoffnungen, fügt aber mit Wehmut an: "Die Belastung und die Schmerzen waren zu groß, als ich es jetzt nochmal im Training probiert habe. Ich hätte gerne einen schönen Abschluss gehabt, aber der ärztliche Rat sieht ebenfalls so aus, dass es nicht mehr geht."

Perspektivisch kann sich Mendel vorstellen, im Verein ein Ehrenamt zu übernehmen, etwa als Trainer im Jugendbereich — womit der 35-Jährige ganz ins Profil verdienter Ex-Spieler beim EVP passen würde.

MARCEL STAUDT

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