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Freitag, 03.07.2020

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Absolvent schwört auf die Pegnitzer Hotelfachschule

Fortbildung zum Betriebswirt an der Hotelfachschule: Mit Selbstvertrauen für die Zukunft gerüstet. - 28.06.2020 12:55 Uhr

Der diesjährige Absolvent der Pegnitzer Hotelfachschule Marcel Krems will das Café und die Pension seiner Eltern bei Waischenfeld übernehmen und in dritter Generation weiterführen. © Foto: Barbara Struller


Marcel Krems wird den Familienbetrieb – ein Café und eine Pension – in dritter Generation weiterführen. "Es klingt vielleicht platt", sagt er, "aber nach dem Abschluss fühle ich mich für die Selbstständigkeit gewappnet." Vor seiner Fortbildung zum staatlich geprüften Hotelfachwirt hätte er nie gedacht, dass ihm die Schule in Pegnitz so viel mehr vermitteln könne. "Ich verstehe jetzt die Hintergründe auch besser."

Mehrere Stationen

Dabei stand nach dem Abitur die Gastronomie nicht auf Platz eins seiner Berufswünsche. Krems hat zunächst eine Ausbildung als Produktionsmechaniker bei Medi angefangen. "Ich war auch bei der Bundeswehr – da habe ich gesehen, wie Personalführung nicht geht." Dann hat er Koch gelernt: "Jetzt will ich nicht mehr ohne Gastronomie", sagt er. Die Aufgaben eines Wirts seien mittlerweile sehr komplex, sagt der 25-Jährige. "Es ist ein Balanceakt zwischen Gast, Personal und Küche sowie den rechtlichen Vorschriften." Ohne seine Fortbildung zum Betriebswirt hätte er sich diese Aufgaben nicht zugetraut.

Krems hat sich für die Schwerpunkte Controlling, Finanzwirtschaft und Buchführung entschieden. Aber es gebe beispielsweise auch Module zur ökologischen Betriebsführung. "Das zeigt doch auch, dass die Schule mit der Zeit geht und auf Aspekte wie Nachhaltigkeit Wert legt."

Er kann zwar die Diskussionen über eine eventuelle Schließung wegen der geringen Schülerzahlen und dem finanziellen Minus nachvollziehen, aber er findet, dass die Hotelfachschule eine Bereicherung für die Region sei. "Bildung kostet Geld", sagt er, "aber wir müssen auch daran denken, dass Bayreuth eine Tourismusregion ist." Eine Festspielstadt ohne Hotels und Gastronomie? Undenkbar. "Die Hotelfachschule hat einen langfristigen Mehrwert", findet Krems.

Im Landkreis gebe es Spitzengastronomen, die Absolventen sind. "Thomas Puchtler aus Bischofsgrün hat die Hotelfachschule besucht. Andrea Schrüfer aus Waischenfeld war mit mir in der Klasse und sie will das Hotel zur Post ihrer Eltern weiterführen." Es blieben also durchaus ehemalige Hotelfachschüler in der Region.

"Dort werden Spitzenleute ausgebildet", sagt Krems. Der gute Ruf der Hotelfachschule reiche bis nach Norddeutschland: "In Hamburg bin ich einmal mit einem Gastronomen ins Plaudern gekommen und dem war Pegnitz sofort ein Begriff", erzählt er. Eine Absolventin habe in Hotels in Dubai gearbeitet. Das nationale wie internationale Renommee würden Außenstehende oft unterschätzen.

Absolventen sind gefragt

"Die praktische Erfahrung und das theoretische Wissen der Hotelfachschüler ist bei Arbeitgebern gefragt", sagt Marcel Krems. Nicht nur bei den Hotels selbst, sondern auch bei Fachfirmen, die dem Gastgewerbe beispielsweise Küchengeräte oder Ähnliches zuliefern.

Marcel Krems selbst will nun für einige Jahre nach Oberbayern gehen und Erfahrungen sammeln und sich dort als Betriebsassistent oder Food and Beverage Manager bewerben. "Den eigenen Horizont erweitern und netzwerken ist enorm wichtig", sagt er. Zurückkehren wird Krems auf jeden Fall. "Oberfranken ist meine Heimat."

BARBARA STRULLER

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