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Adventsmagie im Dauerregen

Gäste der Bergwerksweihnacht auf Maffei lassen sich gute Laune nicht verderben - 09.12.2018 14:55 Uhr

Braun der Boden, regennass die Buden und Menschen: Die 13. Bergwerksweihnacht auf der Zeche Maffei in Auerbach-Nitzlbuch war eine gut besuchte, aber verregnete Angelegenheit. © Hans von Draminski


Wer sich der Anfänge der Bergwerksweihnacht vor fast anderthalb Jahrzehnten erinnert und die damaligen Bilder mit der Gegenwart vergleicht, kommt nicht umhin, der Leistung der Aktiven auf der längst zum Museum gewordenen Zeche Maffei Respekt zu zollen: Aus dem einstigen Hüttendörfchen ist eine Budenstadt geworden, die locker mit regionaler Konkurrenz wie dem Nürnberger Christkindlesmarkt mithalten kann und über einen ganz eigenen Charme verfügt.

Der Posaunenchor Auerbach sorgte für den festlichen Rahmen auf Maffei. © Hans von Draminski


Was wohl nicht zuletzt mit der Abwesenheit der kommerziellen Ketten zu tun hat. Hier wird kein "Weihnachts-Reibach" angepeilt, statt dessen kommt feines (Kunst-)Handwerk zum Zug. Wer nicht aufpasst, kommt dem Weihnachtsmann gleich mit einem Sack voller Geschenke nach Hause – ob für Familie und Freunde oder für sich selbst, sei hier dahingestellt.

Das Gelände der Bergwerksweihnacht zum Grooven brachte die Jugend-Popband „magnetic“ mit Leadsängerin Anne Bauer. © Hans von Draminski


Und selbst wenn man als Bergwerksweihnachtsbesucher dem Kaufreflex erfolgreich widersteht, kehrt man bereichert zurück, denn man trägt in sich eine Vielzahl von positiven Eindrücken, die selbst der hartnäckige Dauerregen auf dem auch in diesem Jahr gut gefüllten Zechengelände nicht eintrüben kann.

Unterstützung bestätigt

Da passt es ins Bild, dass "die Politik" ihre alljährlichen Solidaritätsadressen auch zur 13. Ausgabe der Bergwerksweihnacht erneuert und damit die fortgesetzte Unterstützung des gemeinnützigen "Fördervereins Maffeispiele Auerbach e. V." festschreibt.

Der Weihnachtsmann sorgte für leuchtende Kinderaugen © Hans von Draminski


Dass die Bergwerksweihnacht so viel Flair hat, liegt auch am künstlerischen Engagement, das Jung und Alt eint. Bemerkenswert beispielsweise die Jugend-Band, die mit leicht veränderter Besetzung schon letztes Jahr zu hören war und dieses Jahr als "magnetic" klangvollen Weihnachtspop servierte: Leadsängerin Anne Bauer ist mit 15 Jahren gerade dabei, den Sprung vom "jungen Talent" zum Bühnenprofi zu tun; das Trio schafft es in Windeseile, mit Klassikern wie Melanie Thorntons "Wonderful Dream" oder Mariah Careys "All I Want For Christmas Is You" das ganze Gelände zum Grooven zu bringen.

So schnippt man im Rhythmus der eingängigen Weihnachtssongs mit den Fingern, schlendert unterm Regenschirm durch die Budengassen, sagt bei einer Tasse "Bergmannsfeuer", das besser als jeder normale Glühwein schmeckt, Freunden und Bekannten "Hallo" und hat plötzlich trotz Schmuddelwetter durchaus adventliche Gefühle. Der Zauber der Maffei-Weihnacht ist lebendiger denn je.

HANS VON DRAMINSKI(Text und Fotos)

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