Montag, 09.12.2019

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Ahorntaler orientieren sich am Modell Buttenheim

Bei der Rathaus-Planung ging die Gemeinde einen besonderen Weg - 14.10.2019 06:55 Uhr

Das Rathaus in Buttenheim. Der Gemeinderat Ahorntal besichtigte das Gebäude und ließ sich erläutern, wie die Buttenheimer zu ihrem neuen Verwaltungssitz gekommen sind. © Architekturbüro Gatz


Das Konzept, das hinter dem 2,5 Millionen teuren Projekt steckt, sagt Bürgermeister Michael Karmann. Wie im Ahorntal schied – hier wegen einer enormen Belastung mit Schadstoffen – eine Sanierung des Altbaus aus: "Wir waren seit 1978 in einem Zweifamilienhaus untergebracht – übergangsweise." Aus dem "übergangsweise" wurden viele Jahre. Alle sind sich einig gewesen: "Wir streben einen Neubau an." Und zwar dort, wo ein Rathaus traditionell hingehöre, zwischen Kirche und Gasthaus. Die Buttenheimer klopften bei der Regierung von Oberfranken an und erfuhren: "Geld aus der Städtebauförderung bekommen wir nicht." Weil so ein Rathaus eine Pflichtaufgabe der Kommune sei. Zuschüsse gebe es nur für die Außenanlagen.

Aufgeben war kein Thema. "Wir stiegen mit einem Architekten unseres Vertrauens in die Planung ein", sagt Karmann. Von Beginn an habe man dabei die Gemeinderäte, die Beschäftigten aus dem Rasthaus einbezogen. Und kam zu dem Schluss, bei der Vergabe neue Wege zu gehen.

Möglichkeit zur beschränkten Ausschreibung

Karmann: "Wir suchten jemand, der das Rathaus für uns baut." An diesem Punkt kam die Firma KFB aus Reuth bei Erbendorf ins Spiel, sie hatte bei der Ausschreibung des Vorhabens das wirtschaftlichste Angebot in petto. Somit hatte die Kommune einen Erschließungsträger an Land gezogen. "Dieses Modell ermöglicht eine beschränkte Ausschreibung, du musst das nicht europaweit machen." Was zu Vorteil Nummer zwei führt: "Damit kamen bevorzugt Betriebe aus unserem Raum zum Zug, ein klassischer Fall von regionaler Wertschöpfung." Von den 2,5 Millionen seien so 90 Prozent in einem Umkreis von 25 Kilometer rund um Buttenheim geblieben.

Bei einem Jahrestreffen der Handwerkerschaft im Januar 2017 kam das Thema zur Sprache, "das war gerade zu der Zeit, als wir die Leistungsverzeichnisse rausgeschickt haben". Und zwar pro Gewerk an zehn, zwölf Firmen. "Da brauche ich gute Architekten für das Leistungsverzeichnis, dann hole ich mir als Gemeinde die drei günstigsten zu einem Gespräch, bitte sie, ihre Angebot zu pauschalisieren", sagt Karmann.

Der entscheidende Vorteil für die Kommune: "Wir hatten vor der Grundsteinlegung zu mehr als 80 Prozent absolute Kostensicherheit, unabhängig von Entwicklungen auf dem Baumarkt." Unter dem Strich profitiere jeder davon – auch der Bauträger.

Was heißt das fürs Ahorntal? Bürgermeister Questel weiß es noch nicht, hält das Konzept für gut. Sagt aber auch: "Das ist nicht meine Entscheidung, sondern die des Gemeinderates".

STEFAN BRAND

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