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Montag, 06.04.2020

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Aliens landen bei Faschingsumzug in Plech

Pfarrer Christoph Weißmann erhielt von Hermann Hübner einen Faschingsorden. - 25.02.2020 19:56 Uhr

Aliens sind — mit einer speziellen Hubtechnik — auf dem Kreisverkehr bei Plech gelandet. Die Narren haben die Szenerie nachgestellt. Foto: Brigitte Grüner


Selbst der Wettergott hatte ein Einsehen, stoppte der Dauerregen doch pünktlich zum Start des Umzuges. Am Straßenrand standen die Zuschauer teilweise in Viererreihen, um die sieben Mottowagen, zwei Busse und drei Fußgruppen sehen zu können. Immer wieder hielt ein Wagen an, um mit viel schauspielerischem Talent die eine oder andere lustige Begebenheit aus dem Vorjahr als Sketch zum Besten zu geben.

Dass es dabei immer wieder Lutscher und Bonbons regnete, aber auch Blumen und Bierbecher verteilt wurden, war selbstverständlich. Stärkere alkoholische Getränke werden in Plech — wie auch die Faschingszeitung Narrenkurier — von einem Bollerwagen aus nur gegen Bargeld ausgegeben.


Eine der schwersten Aufgaben im Faschingszug hatte wohl Klaus Roth. Seine Aufgabe war es, den „AOK“ alias „Alois ohne Kraft“ abzuschleppen. Damit erinnerten die Plecher Narren an Altbürgermeister Alois Kreuzer, der mit seinem „AOK-Chopper“ oft viel zu lange unterwegs ist und eines Tages wegen eines leeren Akkus heimgeschoben werden musste. 
Gezeigt wurde das Anfang Oktober in Schwarz-Rot-Gold verhüllte Plecher Rathaus. Die Erklärung war „tierisch“: „Des wor net wegam Feiertag, sondern gechad Holzwurmplag“.

Aliens waren inmitten des Kreisverkehrs bei Ottenhof gelandet. Dieser Mottowagen war besonders aufwändig gestaltet worden, nicht nur wegen der grünen Marsmännchen. Das silbrig glitzernde Ufo auf dem Wagen wurde mittels Hubvorrichtung eines landwirtschaftlichen Kippers immer wieder in die Höhe gehievt.

Betzensteiner bekommen ihr Fett weg

Versprochen ist versprochen: Christoph Weißmann (M.) war auf dem Narrenschiff dabei und erhielt von Hermann Hübner (l.) und Heidi Laus (r.) einen Faschingsorden. Foto: Brigitte Grüner © Brigitte Grüner


Dass Pfarrer Christoph Weißmann im Fasching gespielt wird, ist nichts Neues. Nach fünf Jahren Lieferung „lustiger Stückla“ für die Plecher Narren wurde ihm in diesem Jahr der erstmals ausgelobte Orden „Heiliger Prinz“ verliehen. Landrat Hermann Hübner und Faschingsorganisatorin Heidi Laus zeichneten den Pfarrer aus. Das jüngste Stückla von Weißmann wurde im Umzug immer wieder nachgespielt. Mit Leiter, Heckenschere und Rucksack machte er sich zur Pflege der Weidenkirche auf und wurde wegen seiner unzulässigen Ladung von Polizisten angehalten. Und die Moral von der Geschicht‘: „Was sollt mer ohne Pfarrer machen, an Fasching gäbs fast nix zu lachen.“ 

Gelacht wurde auch über die benachbarten Gemeinden. „Des is ja a Fass ohne Boden“, rief ein nachgespielter Bürgermeister Uwe Raab vom Cabriosol-Wagen. „Der Thümmler hat mir was angetan“, zeterte Raab, während ein paar Besucher die verkohlte Sauna besuchen wollten und andere kaputte Fliesen beklagten.

Traditionell durften auch die „Zeiserla“ aus Betzenstein im Umzug nicht fehlen. Sie versumpften etwas zu lange bei der Fahrzeugweihe in Ottenhof. Die Vorsitzende wollte ihre Gruppe heimfahren, doch das dauerte, denn „oh Graus, zwei steig‘n ei – aber drei widda aus.“ Und im Betzensteiner Freibad war es gleich noch toller: Ein Kirwabou erleichterte sich in der Hecke, wurde dabei aber gefilmt und von Bürgermeister Claus Meyer zur Rede gestellt. 

Verstärkt wurde nach den Vorfällen im hessischen Volkmarsen die Polizeipräsenz. Die Polizeiinspektion Pegnitz hatte bei allen Umzügen im Zuständigkeitsbereich mehr Beamte eingesetzt als vorgesehen. Mit rund 20 Aktiven war auch die Feuerwehr Plech zur Absicherung im Einsatz. Mit Polizei- oder Feuerwehrfahrzeugen wurden auch die Zufahrten zur Hauptstraße, auf der sich der Gaudiwurm schlängelte, abgesperrt.

Brigitte Grüner

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