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Alter Wald wird jetzt behütet

Kartierteam des Forstamtes nahm Bestand bei Kosbrunn in FHH-Liste - 17.12.2013 14:19 Uhr

Nordöstlich von Kosbrunn sprießen im Frühjahr alljährlich Tausende von Märzenbechern aus dem Waldboden und malen ein beeindruckendes Bild.

16.12.2013 © oh


Klaus Stangl erstellt als Leiter des regionalen forstlichen Kartierteams die Managementpläne für Natura-2000-Gebiete, also für Fauna-Flora-Habitat-Flächen (FFH).

Ein Auftrag der Regierung von Oberfranken steht dahinter, angekurbelt von der EU. Die Pläne dienen dann nicht nur den Naturschutzbehörden und dem Landratsamt, sondern auch der Stadt Pegnitz.

Stolz auf das Ergebnis

Das 59., fein säuberlich kartierte und beschriebene oberfränkische FFH-Gebiet ist jetzt der Niederwald bei Kosbrunn. Bürgermeister Uwe Raab und auch Forstoberrat Matthias Huttner (Bayreuth) präsentierten es als „kleines, aber feines Gebiet“. Die Stadt Pegnitz ist dort übrigens der größte Eigentümer.

Die Waldgebiete zeigen sich, so Klaus Stangl, zu jeder Jahreszeit anders, „aber spektakulär im Frühjahr, wenn Tausende von Märzenbechern aus dem Boden sprießen“.

Zu dieser Zeit erwache das Leben auch in den dortigen Kalktuffquellen und -bächen, die generell unter Naturschutz stehen.

Am Waldboden gedeihten seltene Laubwaldpflanzen. „Das Waldgebiet weist auf engstem Raum eine enorme Baumvielfalt auf.“ Nicht zuletzt bereichern klotzige Dolomitfelsen das Gebiet, von Farnen und Kalkmoosen überzogen. Alles in Allem sei es ein Areal, das es wert ist, künftigen Generationen in diesem Zustand hinterlassen zu werden.

Bauern haben Verständnis

Die Kartierteams machen aber nicht einfach nur Pläne, sondern suchen vor Ort den Kontakt zu den Landwirten und Waldbauern. In Kosbrunn, so sagte Klaus Stangl, sei man mit den vorgeschlagenen Maßnahmen zur Erhaltung des Gebiets (die aber im Prinzip keine Verbindlichkeit darstellen) auf „viel Verständnis“ gestoßen. Man habe die „Leute dort für die Besonderheiten des Walds sensibilisiert“. Das heißt: es kommt eine naturnahe Waldbewirtschaftung, welche die gesamte Vielfalt an Laubbäumen bewahrt. Man verzichtet auf Nadelbäume und nimmt Rücksicht auf die empfindlichen Quellbereiche.

Totholz auslegen

Darüber hinaus sollen die Waldbestände mit noch mehr Totholz angereichert werden, um speziellen Kleintieren und Pflanzen eine sichere Lebensgrundlage zu bieten.

Die Waldbauern sind zwar in derartigen Natura-2000-Gebieten an ein gesetzliches „Verschlechterungs-Verbot“ gebunden, aber derartige Maßnahmen, wie sie von Stangl vorgeschlagen werden, sind freiwillig. Sie hoffen auf Verständnis an runden Tischen. Aber bei den Behörden sieht das anders aus: Sie sind an den Managementplan gebunden.

„Wenn wir das Gebiet so bewahren können, ist unsere Aufgabe erfüllt“, so Klaus Stangl. „Natura 2000“ ist die offizielle Bezeichnung für ein ökologisches Verbundsystem innerhalb der EU, das eine nachhaltige Sicherung des europäischen Naturerbes zum Ziel hat. In Oberfranken sind mittlerweile die Hälfte der in Frage kommenden Gebiete kartiert. Der größte Brocken: Das Wiesenttal in der Fränkischen Schweiz.

klt

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