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Altes Schloss wird Notbetreuungseinrichtung

Die Notbetreuung soll für drei Jahre in das historische Gebäude ziehen - 02.04.2021 15:05 Uhr

Die Außenanlagen des Altenstädter Schlosses sind ausreichend für die Gruppen, entgegnete Bürgermeister Wolfgang Nierhoff (Peg) dem CSU-Mann Manfred Vetterl, der Bedenken anmeldete und an ähnliche Probleme in der Vergangenheit erinnern wollte.

02.04.2021 © Foto: Ralf Münch


So sollen sowohl in Bronn geeignete Räume für die dauerhafte Unterbringung der Krippenkinder als auch in Pegnitz Räume für ein Haus für Kinder gesucht werden (beides einstimmige Beschlüsse). Die Kindertagesstätte Troschenreuth soll mittelfristig generalsaniert werden. Die Platzstruktur soll entgegen früherer Überlegungen nicht erweitert werden. Dagegen stimmten Manfred Vetterl, Regina Schrembs, Werner Lappat und Helmut Dettenhöfer (alle CSU); die anderen Stadträte stimmten dafür (siehe Bericht auf Seite 34). Zudem soll die Verwaltung die Planungen für eine vorübergehende Nutzung des Alten Schlosses zur Unterbringung der Notgruppen aufnehmen (gegen die Stimmen von Vetterl und Jürgen Schorner, Grüne und Unabhängige; GU).

Der Vorschlag von Bürgermeister Wolfgang Nierhoff von der Pegnitzer Gemeinschaft (Peg), das Altenstädter Schloss für zweieinhalb bis drei Jahre in eine Not-Kinderbetreuungs-Einrichtung umzuwandeln, kam bei den meisten Stadträten gut an. Er erklärte: Aktuell fehlen 18 Betreuungsplätze, wovon die meisten auf Krippenkinder entfallen. Eine Unterbringen in der vorübergehenden Kinderstube Buchau ist noch nicht möglich, weil die Einrichtung wegen der Sanierung noch im Ausweichquartier am Kleinen Johannes ist. Die Räume dort seien für die Krippenbetreuung nicht genehmigt. Die Anmietung weiterer Flächen im Gebäude würde zusätzliche Mietkosten von rund 30 000 Euro jährlich verursachen. Hinzu kämen weitere Umbaukosten.

So kam das Alte Schloss ins Spiel, das der Stadt gehört: Nachteil dieser Übergangslösung wäre zwar, dass das Gebäude — wenn beide Stockwerke gebraucht werden – vermutlich während der Zeit nicht für kulturelle oder private Veranstaltungen genutzt werden könnte.

Vorteil wäre hingegen, dass es eine "echte und mit geringem finanziellen Aufwand zu realisierende Möglichkeit darstellt", schreibt die Verwaltung in der Sitzungsvorlage. "Wir sollten nicht nur von Konsolidierung und Kosteneinsparungen sprechen, sondern auch etwas tun", sagte Nierhoff. Und weiter: "Wir wollen das kulturelle Angebot in keinster Weise kaputt machen. Es könnte zwischenzeitlich in dem Sitzungssaal des Alten Rathauses, dem Vortragsraum der Volkshochschule oder kirchlichen Räumen eine vorübergehende Heimat finden." Als Zeichen, das man für die Kulturschaffenden setzen könnte, böte sich eine kostenlose Nutzung des Rathaussaals oder der Bühne im Wiesweiher an, schlug Jürgen Schorner in diesem Zusammenhang vor.

Manfred Vetterl teilte mit, dass er nicht viel von der Idee hält, das Alte Schloss für die Kinderbetreuung zu nutzen: "Wenn wir es für drei Jahre aufgeben, verlieren wir ein Stück Kultur in unserer Stadt und ganz bestimmt auch Veranstaltungen, die ihr gut tun." Er sei dafür, eine Betreuungslösung im leerstehenden K & PGebäude zu suchen. Ein zweiter Punkt, der ihn beschäftigte, sind die Außenanlagen: "Reichen sie?", wollte er wissen. Nierhoff unterbrach ihn und sagte, dass der Platz dort "für beide Gruppen vollkommen" reiche.

"Wir müssen zurückstecken"

"Es tut zwar weh, aber in Zeiten der Konsolidierung müssen wir zurückstecken und dürfen nicht nur Lippenbekenntnisse liefern", sagte der Kulturbeauftragte des Stadtrats und SPD-Sprecher Karl Lothes. Die alternativen Räume für Veranstaltungen bezeichnete er als "gut nutzbar".

Simone Birnmeyer (Peg) wollte wissen, ob die beiden Stockwerke des Schlosses aufgeteilt werden könnten: Eins für Kultur und eins für die Kinder. Durch die Corona-Situation werden weniger Kinder eingeschult und es werden folglich mehr Kindergartenplätze benötigt, antwortete der Bürgermeister. "Wir haben uns beide Optionen offen gehalten. Das Untergeschoss brauchen wir auf jeden Fall."

Als "gut und schön" bezeichnete Daniela Luppa (SPD) die Idee, das Alte Schloss für die Notbetreuung zu nutzen. Man solle aber darauf achten, dass die Nutzung tatsächlich vorübergehend bleibe und nicht fünf bis zehn Jahre dauere. Des Weiteren erkundigte sie sich nach der Parksituation für die Eltern. Darauf entgegnete Zweite Bürgermeisterin Sandra Huber (GU), dass sie in der Nähe der Bartl-Wichtel wohne, wo die Parksituation schlecht sei. "Ich weiß nicht wie, aber es funktioniert", teilte sie ihre Erfahrung mit.

KERSTIN GOETZKE

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