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Am Montag geht es im Pegnitzer Gymnasium wieder los

In den Pegnitzer Schulen wird am Montag nach vier Wochen teilweise der Betrieb wieder aufgenommen. - 23.04.2020 07:55 Uhr

So eng werden die Pegnitzer Gymnasiasten bis auf weiteres nicht zusammensitzen. Die Schulleitung des Unesco-Gymnasiums hat für den Unterrichtsstart in der Corona-Zeit einen Notfallplan erstellt.

© Foto: Archiv/Ralf Münch


Vor allem wird es auch nach der Rückkehr der Abiturienten sehr leer sein in den Hallen des Pegnitzer Gymnasiums. Es wird einen Not-Stundenplan geben, erklärt Schulleiterin Annett Becker. Unterrichtet werde nur das Nötigste, also Mathematik, Deutsch sowie die zwei mündlichen und ein weiteres schriftliches Abitur-Fach.

Der Stundenplan sei so gedacht, dass sich zu jedem Zeitpunkt möglichst wenige Personen gleichzeitig im Schulhaus aufhielten. "Wir haben 77 Schüler in der zwölften Jahrgangsstufe und 20 bis 30 Lehrer für die Abschlussfächer", zählt Becker auf.

Es könnten höchstens vier Kurse gleichzeitig stattfinden, das führe zu einer Gesamtzahl von maximal 81 Personen im Schulhaus — mit Ausnahme der Schulleitung und des Sekretariats. Normalerweise besuchen über 600 Schüler das Pegnitzer Gymnasium.

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Der Mindestabstand von rund zwei Metern soll laut Becker immer gegeben sein. "Bei Kursen ab 15 Schülern wählen wir größere Räume, auch die Turnhalle, wenn wir das dürfen", so die Schulleiterin. In den Pausen werden die Tische desinfiziert.

An Regeln halten

Besorgt sei sie nicht, sagt Becker, weder um die Gesundheit noch um die Noten ihrer Schüler. Die Schüler müssten sich an die Regeln halten, das Gebäude nur alleine betreten, regelmäßig die Hände waschen und desinfizieren.

Das Abitur beginnt für die Gymnasiasten am 22. Mai. Über die insgesamt vier Wochen Schulausfall seien die Schüler online mit Lehrmaterial versorgt worden.

Auch an der Realschule gibt man sich unbesorgt. "Wir nehmen das sehr ernst — man kann nicht so weitermachen wie vorher", sagt Schulleiter Christoph Kasseckert. "Wir müssen unseren Schülern vertrauen. Die sind vernünftig, die wissen, worum es hier geht." Die Schule werde die Schüler am Montag auf den Stand bringen und sie an die Vorgaben erinnern: Abstand halten, in die Armbeuge husten, Menschenansammlungen meiden.

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Die Schüler werden in Gruppen eingeteilt, die sich — wenn möglich — nicht über den Weg laufen sollen. Sogar eigens für jede Gruppe abgestellte Toiletten sind geplant. Auch zeitlich versetzte Pausen seien laut Kasseckert möglich.

Der Stundenplan müsse "prioritätenorientiert" sein, also vor allem Wert auf die Prüfungsfächer legen, so Kasseckert. "Sportunterricht kann sowieso nicht stattfinden — da kommt man sich einfach zu nah."

Für die Realschüler beginnt die heiße Phase bereits in der ersten Maiwoche mit den Sprachprüfungen in Englisch. Diese seien eigentlich bereits vor den Osterferien geplant gewesen, erklärt Kasseckert.

Auch bei den Schülern scheint der Neustart gut anzukommen. Das ist zumindest der Eindruck, den sie bekommen habe, sagt Magdalena Huber, die Schülersprecherin des Gymnasiums. "Die meisten Abiturienten scheinen das sinnvoll zu finden. Nun muss man regelmäßig sehen, ob sich das halten lässt."

Die Situation mit den Online-Kursen sei für die Schüler generell nicht optimal, aber in Ordnung. "Damit das funktioniert, müssen die Schüler Zugang zu einem Computer haben — sonst können nicht alle mitarbeiten", so Huber. Die Schule könne beispielsweise Tablets verleihen und so die Familien entlasten.

Der Schulbetrieb wird also auch in Pegnitz wieder aufgenommen. Die Normalität ist damit noch lange nicht zurückgekehrt. Wer einen Beweis dafür sucht, muss nur Huber fragen, was die Schüler nun von der Schule erwarten: "Sie müssen Seife besorgen. Wir brauchen Seife."

JULIAN SEIFERTH

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