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"Am Teufelsloch kann man nicht rasen"

Stadtrat Betzenstein lehnt Antrag auf einen verkehrsberuhigten Bereich ab - 24.05.2019 14:54 Uhr

Anwohner der Wohnsiedlung Am Teufelsloch wollten dort einen verkehrsberuhigten Bereich. Sie kamen aber mit ihrem Anliegen im Stadtrat Betzenstein nicht durch. © Foto: Klaus Trenz


Rund 50 Anwohner hatten eine ausführliche Begründung des Antrags unterzeichnet. Die derzeitige Widmung der Ringstraße durch das Wohngebiet als normale Straße würde Konflikte und gefährliche Situationen entstehen lassen.

Die Straße sei baulich so angelegt worden, dass der "typische Charakter einer Straße mit Fahrbahn, Gehweg, Radweg nicht vorliegt". Sie würde überwiegend als Aufenthalts- und Bewegungsraum für alle Verkehrsarten und -teilnehmer benutzt und erfülle somit bereits die Grundvoraussetzungen für einen verkehrsberuhigten Bereich.

Alleine am Teufelsloch gebe es derzeit mehr als 20 Kinder unter 18 Jahren, die auf der Straße spielen. Immer wieder seien Kraftfahrer durch zu schnelle und rücksichtslose Weise ein Risiko, unter anderem Paketdienste, Baustellenfahrzeuge und Lieferanten. Besucher der Alpenvereinshütte würden herumfahren und die Hütte suchen. Bei Begegnung von zwei Fahrzeugen gebe es kaum Ausweichmöglichkeiten auf der nur 4,80 Meter breiten Fahrbahn und durch das Fehlen eines Gehsteigs würden Kinder unmittelbar auf die Straße gelangen.

Die Anwohner fordern unter anderem Schrittgeschwindigkeit, die entsprechende Ausschilderung als Spielstraße und kostengünstige Baumaßnahmen, wie Poller oder Warnbaken. In einem weiteren Schreiben an die Stadt Betzenstein bittet man "die hohe Relevanz dieses Anliegens für die Anwohner zu beachten". Es gehe primär um die Sicherheit der Kinder.

Bürgermeister Claus Meyer und die Stadträte erkannten keinen zwingenden Handlungsbedarf. Die Umwandlung in einen verkehrsberuhigten Bereich "muss Sinn machen". Es handle sich hier um eine Ringstraße und keine Durchgangsstraße und würde hauptsächlich von Anwohnern benutzt. Die Argumente zum Kinderschutz müssten aber abgewägt werden.

Reinhold Häberlein (FW) sprach sich strikt gegen einen verkehrsberuhigten Bereich aus. Man werde Probleme mit dem Winterdienst und der Müllabfuhr bekommen. Richard Engelhardt (FW) befürchtete "viel Geld in die Hand nehmen zu müssen" für eine Straße ohne Durchgangsverkehr. Dort, so die Meinung Engelhardts, könne man nicht rasen.

Man sei bei der Erschließung schon davon ausgegangen, dass dort wenig Verkehr zu erwarten ist, erklärte Werner Otto seine ablehnende Haltung. Zudem würden Kinder in einem verkehrsberuhigten Bereich "dazu verleitet nicht auf den Verkehr zu achten". Zweiter Bürgermeister Peter Marschall (UB) hielt zusätzliche Maßnahmen zur Verkehrssicherheit für sinnvoll, aber nicht die Reduzierung der Ringstraße auf eine Spielstraße. Lediglich Uli Strauß (FW) erklärte, "bei jeder sinnvollen Maßnahme mit dabei zu sein". Er stimmte als einziger für verkehrsberuhigte Maßnahmen. Mit 13:1 Stimmen lehnte der Stadtrat den Antrag ab. 

KLAUS TRENZ

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