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Donnerstag, 17.10.2019

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Amtszeit von Dekan Schoenauer endet im Juni 2020

Dekanatsausschuss muss in einem Jahr Nachfolger wählen - Missionarische Aktion zum Gottesdienstbesuch läuft an - 11.05.2019 10:31 Uhr

Der Pegnitzer Dekan Gerhard Schoenauer. © Lenk


Der Termin für den Verabschiedungsgottesdienst wurde auf den 21. Juni 2020 festgelegt. Zum 1. Juli werde er dann offiziell im Ruhestand sein, so Schoenauer. Immer wieder sind im Dekanat vakante Stellen von den Kollegen zu vertreten. Im Vorjahr war die Gemeinde Schnabelwaid betroffen, auch die Teilzeitstelle für die Seelsorge im Krankenhaus und Seniorenheimen war vakant. Inzwischen sind in der Nordregion des Dekanats alle Stellen besetzt. Auch in Pegnitz konnte die dritte Pfarrstelle wieder besetzt werden. Leer ist noch das Pfarrhaus in Bronn, das Katrin Volke-Klink zum Jahreswechsel verlassen hat.

Als sehr wichtig — besonders in Zeiten von Vakanzen — bezeichnete Schoenauer den Dienst der Lektoren und Prädikanten. Er freute sich, dass einige Menschen die Lektoren-Ausbildung begonnen haben. Zufrieden war der Dekan mit der Beteiligung bei den Kirchenvorstandswahlen im vergangenen Herbst von 38,8 Prozent.

Sein Dank galt Pfarrer Moritz von Niedner (Auerbach), der dekanatsweit für die Organisation und Öffentlichkeitsarbeit zuständig war. Einen kurzen Bericht gab Schoenauer über verschiedene Einrichtungen und Dienste des Dekanats. Mehr Nachfrage als Kapazitäten gibt es beim Diakonieverein. Deshalb wird in 2019 eine neue Tagespflege in Creußen eingeweiht. Der Religionsunterricht in den Schulen werde gut abgedeckt.

Beliebte Freizeiten und Schülercafé

Die Jugendarbeit des Dekanats wird von Alexandra Nagel organisiert und begleitet. Die Freizeiten und das Schülercafé "Beim Bartl" kommen gut an. Als gute Entscheidung wertete der Dekan die neue Partnerschaft mit der Diözese Mwanga in Tansania. Im Herbst wird Bischof Sendoro erstmals nach Pegnitz kommen. "Wir freuen uns darauf."

Einen hohen Stellenwert habe im Dekanat die Kirchenmusik, in der sich viele Menschen engagieren. Ein Höhepunkt für die Posaunenchöre war das Einspielen einer CD zusammen mit anderen Chören aus dem Kirchenkreis Bayreuth. Die Familienbildungsstätte "Villa Kunterbunt", die mit der Einrichtung in Bayreuth zusammenarbeite, wird nun von Lissy de Fallois geleitet.

In manchen Kommunen reichen die Plätze in den Kindertagesstätten nicht mehr, sagte Schoenauer. Die neue Bereichsleitung wird von der Gesamtkirchengemeinde Bayreuth angestellt. Von der Kreisstadt aus werden zwei Leiter für alle Einrichtungen in Bayreuth und Pegnitz zuständig sein. Gut aufgestellt sei die Ökumene, die Helmut Porsch seit vielen Jahren betreut. Nächster Höhepunkt wird die ökumenische Wallfahrt am 21. Juli nach Michelfeld sein. Kurz ging der Dekan auf die Visitation der Pegnitzer Gemeinde durch Regionalbischöfin Dorothea Greiner im Frühjahr 2018 ein. 27 Begegnungen an vier Tagen gaben einen guten Einblick in die Arbeit vor Ort.

Neben den Berichten über die Lage im Dekanat ging Gerhard Schoenauer auch auf die allgemeine Lage der Kirche ein. Drei Bilder kämen ihm beim Gedanken an die Kirche in den Sinn. Eine baufällige Ruine, deren Bewohner das zugige Haus nach und nach verlassen, sei die eine Vision. Eine Geschäftsstraße, in der man nach Lust und Laune einkaufen könne – ein Weihnachtsgottesdienst hier, eine Trauung dort – sei das zweite Bild. Oder ein ganz modernes Haus, in dem alles besser sei und alte Traditionen abgeschafft würden? Fakt sei, dass in Deutschland nur noch 55 Prozent der befragten Bürger an Gott glauben. Während Menschen in ärmeren Regionen immer religiöser würden, gebe es in Wohlstandsländern die gegenläufige Tendenz. Trotz verschiedenster Aktionen und Reformprozesse erreiche die Kirche offenbar die Menschen nicht.

Plädoyer für Besuchsdienste

Der Reformprozess der bayerischen Landeskirche unter dem Motto "Profil und Konzentration" sei angelaufen. Doch so wichtige Dinge wie Besuchsdienste seien in den Unterlagen nicht genannt, bedauerte der Dekan. Bei der Kirchenvorsteher-Rüstzeit wurde beschlossen, dass sich die Kirchengemeinden im Dekanat an der missionarischen Aktion "Back to Church Sunday" beteiligen. Besondere Gottesdienste sollen die Menschen in die Kirchen locken.

Stolz ist Dr. Schoenauer auf die gute Integrationsarbeit in Pegnitz, um die sich Veronika Kobert kümmert. Noch ganz frisch war die Nachricht, dass die Arbeit mit weiteren 84 000 Euro gefördert wird. In Deutschland wurden insgesamt zehn Preise für die beste Integrationsarbeit vergeben. Pegnitz ist nicht nur die kleinste Stadt, sondern auch die einzige bayerische Kommune, die unter den zehn besten Projekten ist. Das Gesamtkonzept habe überzeugt, sagte der Dekan.

VON BRIGITTE GRÜNER

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