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Mittwoch, 26.06.2019

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Andrang im Pegnitzer Franziskus-Kindergarten

Einrichtung platzt im Jahr ihres 25-jährigen Bestehens mit 131 Betreuungsplätzen aus allen Nähten - 25.05.2019 09:00 Uhr

Im Franziskus-Kindergarten herrscht beste Stimmung bei Klein und Groß – auch wenn die Einrichtung im 25. Jahr ihres Bestehens aus allen Nähten platzt und einen Erweiterungsbau gut brauchen könnte. © Foto: Frank Heidler


Eine Armada von vielfarbigen Kinderrucksäcken und Mini-Schuhen an den halbhohen Kindergarderoben empfängt Besucher im Foyer der Einrichtung. Der Hinweiszettel mit dem Gesuch um fünf "Bienenkostüme" ist jetzt, unmittelbar vor dem Jubiläumsfest, längst überholt.

Die Schäden der in die Jahre gekommenen, teilweise maroden und brüchigen Kindergarderobe sieht man erst auf den zweiten oder dritten Blick. Sanierungsanträge von Leiterin Meyer sind bislang von der katholischen Kirchenverwaltung abgelehnt worden. "Zu teuer."

Vorher müsse auch noch ein weiteres Problem geklärt werden. "Alle Gruppen sind randvoll mit 25 Kindern belegt." Mütter würden ihren Familienzuwachs manchmal schon anmelden, wenn sie noch schwanger sind. Angelika Meyer: "Das ist ein Riesenbedarf, von der Auslastung her müsste man sofort anbauen." Mit der Stadt Pegnitz, dem Gebäudebesitzer, habe es schon erste Gespräche für einen Erweiterungsbau gegeben. "Vielleicht auf dem nahen Bolzplatz", so der letzte Informationsstand der Leiterin.

Bislang werde dieser Bolzplatz gerne für "Turnstunden im Sommer" oder für das "Schnee-Toben im Winter" genutzt.

Trotz aller Maximalauslastung der Räume mit sechs Gruppen inklusive der "Regenbogen"-Notgruppe können Mütter wie Elternbeirätin Sandra Kral oder Sandra Heindl den Franziskus-Kindergarten gar nicht genug loben. "Hier ist es super, mein Sohn ist in der Notgruppe, ich hoffe dass diese Gruppe bleibt", sagt Dreifach-Mama Heindl. Auch die ältere Schwester ihres Buben Felix geht hier gern in den Kindergarten; nun aber in der Vorschulgruppe.

Eine gute Wahl war auch für Sandra Kral der Franziskus-Kindergarten. "Wir wohnen am Arzberg." Besondere Pluspunkte seien die "schönen Räume und die schöne Gartenanlage". Kral weiß aber: "Diesen muss man auch sehr gut pflegen."

Wichtig war ihr auch die Vorschulgruppe, sagt sie. Das Gros der Eltern stammt aus der Lohesiedlung, vom Arzberg oder aus Hainbronn. "Wir haben aber auch ein Kind aus Pottenstein", weiß Leiterin Meyer. Wie sich der frühere Pegnitzer Pfarrer Franz Reus erinnert, war "der große Bedarf damals nicht ganz vorauszusehen" gewesen. Zu jener Zeit, vor 25 Jahren, habe es auch — ganz im Gegensatz zu heute — ein "Überangebot von Erziehern" gegeben.

Vorausgegangen war dem Neubau des Kindergartens der ökumenische Kindergarten in der Förderschule. Damals ein Novum für ganz Bayern. Reus rückblickend: "Das hat gut funktioniert." Schließlich habe aber die Förderschule die Räume des Kindergartens selbst benötigt.

Pfarrer-Lob: "Besondere Note"

Vom Konzept des neuen Kindergartens war Reus von Anfang an voll überzeugt. "Der Franziskus-Kindergarten hat eine besondere Note, nicht nur durch die Hanglage, die sich als sehr vorteilhaft erwiesen hat." Der Pfarrer stellte auch die "naturverbundene, freie Art" des Kindergartens heraus. An die Anfangsjahre kann sich auch die frühere Kindergarten-Leiterin und jetzige Vize-Chefin Kornelia Brütting erinnern. Hauptunterschied zu früher sei das "Buchungssystem". Früher hatten Eltern automatisch einen Ganztagesplatz für ihr Kind. Baulich und von der Ausstattung gab es einige Veränderungen. "Bäume wurden gepflanzt, mehrere Hecken sind jetzt weg." Außerdem seien die Spielgeräte längst komplett ausgetauscht worden. Im Jahr 2003 kam die von vielen Eltern gewünschte Schulkindergruppe dazu, 2009 noch eine Krippen-Gruppe. Generell sei die Arbeit einer Erzieherin im Kindergarten "zu einer Dienstleistung" geworden.

Nicht ohne Ehrenamtliche

Ganz ohne Ehrenamtliche kommt der Kindergarten dabei nicht aus. Dazu gehört auch das Engagement von "Opa Emil" (Lehner), der jeden Tag das warme Mittagessen aus der Don-Bosco-Küche bringt.

Diese Stärkung konnten die Kinder nach dem anstrengenden Basteln von bunten Papier-Dampfern fürs Jubiläumsfest und dem Einstudieren verschiedener Tänze gut brauchen.

An Putzigkeitsfaktor kaum zu übertreffen ist dabei der Ameisentanz mit (fast) echten schwarzen Fühlern. Oder der via Kassettenrekorder musikalisch begleitete Kindertanzkreis beim "Baum-Lied" — eine weitere Episode aus dem Leben des Heiligen Franziskus, dem Namenspatron des Kindergartens.

InfoDas Fest zum Kindergartenjubiläum beginnt am heutigen Samstag um 13 Uhr. Mit Spielstationen am Gelände und Auftritten eines Märchenerzählers (in der Sammetschule). 

FRANK HEIDLER

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