Anklage: Versuchter Mord nach Messerattacke in Bayreuth

12.8.2015, 16:02 Uhr
Ein 26-Jähriger ging am Montagabend mit einem Messer auf vier Rettungskräfte los, während diese ihn behandelten. Anschließend versteckte sich der Täter im Anwesen und wurde nach mehreren Stunden vom SEK gestellt.

Ein 26-Jähriger ging am Montagabend mit einem Messer auf vier Rettungskräfte los, während diese ihn behandelten. Anschließend versteckte sich der Täter im Anwesen und wurde nach mehreren Stunden vom SEK gestellt. © News5 / Fricke

Am Montag gegen 20:30 Uhr trafen die Rettungskräfte in einem Einfamilienhaus im Lessingweg in Bayreuth ein, um den 26-Jährigen zu versorgen. Doch während der Behandlung zückte dieser plötzlich ein Messer und ging auf die Notärztin und drei Helfer los, wie ein Polizeisprecher gegenüber nordbayern.de bestätigt. Alle vier Helfer wurden durch die Messerattacke schwer verletzt.

Ein Zeuge der Bluttat rief die Polizei, die mit einem Sondereinsatzkommando (SEK) das Haus umstellte. Der Täter versteckte sich zunächst auf dem Anwesen. Versuche der Polizei mit dem Tatverdächtigen Kontakt aufzunehmen, ließ der Mann nicht zu. Nach einer umfangreichen Suchaktion wurde der Täter um 1 Uhr von den Einsatzkräften im Dachgeschoss des Wohnhauses gestellt. Der 26-Jährige ließ sich daraufhin festnehmen. Wie die Polizei mitteilt, wird er noch im Laufe des Tages einem Haftrichter vorgeführt.

Die Ermittler der Kripo Bayreuth und die Spurensicherung haben sofort die Ermittlungen aufgenommen. Die verletzten Rettungskräfte wurden zur Behandlung ins Krankenhaus gebracht. Ihre Verletzungen waren nicht lebensgefährlich.

Versuchter Mord und Körperverletzung

Am Mittwoch dann teilte die Polizei mit, dass der Grund für die Messerattacke noch nicht ermittelt werden konnte. Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Bayreuth erfolgte am Mittwoch die Vorführung des 26-Jährigen wegen versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung vor dem Amtsgericht. Aufgrund einer vorangegangenen psychiatrischen Begutachtung erließ dieser gegen den Tatverdächtigen einen Unterbringungsbefehl, wie die Polizei mitteilte. Der 26-Jährige wurde daraufhin in ein Krankenhaus gebracht. Inzwischen befinden sich die Notärztin sowie die Rettungssanitäter auf dem Weg der Besserung.