Samstag, 28.11.2020

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Anna Donhardt hat Humor in 101 Jahren nie verloren

Hohenmirsbergerin ist die älteste Bürgerin im Pottensteiner Gemeindebereich - Wunschlos glücklich - 01.11.2020 17:28 Uhr

Das Bild zeigt Anna Donhardt bei ihrer 90. Jubelkommunion vor einem Jahr. Inzwischen geht sie nicht mehr raus und kann wegen Corona auch nicht besucht werden.

30.10.2020 © Foto: Archiv/Rosi Thiem


Wenn Anna Donhardt nachdenkt, kann sie auf eine stattliche Anzahl nicht nur an Lebensjahren, sondern auch an Ereignissen zurückblicken. Geboren wurde sie am 1. November 1919 in der Weimarer Republik. Dann kam der Zweite Weltkrieg, die 1950er, 1970er und 1990er Jahre, die Jahrtausendwende und nun Corona. "Da hilft alles nichts, da müssen wir durch", sagt sie am Telefon.

Gegenseitig schützen

Sie findet es wichtig, dass sich die Leute gegenseitig schützen. "Die Mädels von der Caritas Sozialstation kommen auch jeden Tag und machen das richtig gut", schwärmt sie. Aus dem Haus, in dem sie auch geboren wurde, will sie nicht mehr gehen. "Corona, so was hat es noch nicht gegeben, aber da müssen wir jetzt alle mitmachen." Am Sonntag fällt die Feier zum 101. Geburtstag auch etwas kleiner aus. "Es dürfen ja nur fünf Leute zusammenkommen", sagt sie und freut sich auf den Kaffee mit den Nichten. Täglich hört sie mehrmals Radio. "Aber nur die Nachrichten, das reicht mir." Dann ist sie informiert. Am ehesten möchte sie wissen, was in der Region los ist. Da unterhält sie sich mit ihren Nichten darüber. "Früher hat es Grippe und Masern gegeben, die haben wir alle gehabt", erzählt Anna Donhardt aus ihrer Kindheit.

Sie waren sieben Geschwister: "Sidonia, dann kam ich, Anna, Georg, Barbara, Franz, Kuni und Hans. Mein Bruder Georg wurde im Krieg vermisst. Wir haben oft nachgefragt, aber niemand wusste etwas über ihn", bedauert sie heute noch. Die Kindheit war trotz Arbeit schön. Spontan erinnert sie sich an die Weihnachtszeit: "Da wurde bei uns immer gespielt. Es gab einen Puppenwagen und ein Schaukelpferd. Nach den Feiertagen packten die Eltern alles wieder weg und im nächsten Jahr brachte das Christkind die gleichen Sachen erneut", schmunzelt sie. Die Geschwister leben alle nicht mehr.

Immer in der Landwirtschaft

Anna hat immer in der Landwirtschaft und im Haushalt gearbeitet und ist ledig und kinderlos geblieben. Doch die Verwandtschaft kümmert sich rührend um sie und sie hat auch ihren Humor nicht verloren. "Man muss den Humor auch im Alter behalten. Ich kann doch nicht den ganzen Tag weinen", sagt sie schmunzelnd.

Die Jubilarin ist wunschlos glücklich. "Ich habe keine Wünsche mehr und bin mit meinem Leben zufrieden und gegessen wird, was auf den Tisch kommt. Das kenne ich von früher", ergänzt die rüstige Rentnerin. Ein Leben lang ging sie täglich in fränkischer Tracht und möchte das auch nicht missen: "Ich habe schon immer meine Tracht getragen. Da fühle ich mich wohl. Es lohnt sich auch nicht, jetzt noch mal umzustellen", sagt sie und da ist er wieder, der hintergründige Humor, den sie stets in Petto hat. Möge sie ihn sich noch lange bewahren.

ROSI THIEM

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