Sonntag, 16.05.2021

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Annalena Baerbock ist Kanzlerkandidatin: So reagieren lokale Grüne-Politiker

Kurzumfrage zur Benennung von Annalena Baerbock als Kanzler-Kandidatin der Grünen bei zwei Lokalpolitikern. - 19.04.2021 16:57 Uhr

Die Pegnitzerin Sandra Huber findet die Entscheidung gut.

19.04.2021 © Foto: Hans von Draminski


"Das ist eine super Entscheidung", kommentiert die stellvertretende Bürgermeisterin von Pegnitz Huber. In einer feministischen Partei liege es auf der Hand, dass man sich bei zwei qualifizierten Kandidaten für die Frau entscheide. "Durch unser Frauen-Statut ist das so festgelegt und Robert Habeck hat das vor ein paar Wochen auch schon in einer Talkshow so angedeutet".


Kommentar: Annalena Baerbock - die logische Kandidatin


Huber finde es "super", dass es in der Partei keinen Machtkampf gebe, sondern dass die beiden Bundesvorsitzenden eine einvernehmliche Entscheidung getroffen haben und nun gemeinsam in den Wahlkampf ziehen. Habecks Erfahrung aus Regierung und Koalitionsgesprächen sollen Baerbock zu Gute kommen. "Annalena Baerbock und Robert Habeck sind ein gutes Team und haben ein gutes Miteinander. Als Team pushen sie sich gegenseitig", kommentiert Huber, die vor gut einem Jahr zur Stellvertreterin des Bürgermeisters gewählt worden ist. Und weiter: "Annalena Baerbock steht mitten im Leben, sie ist eine Frau mit Kindern. Das ist ein großer Vorteil."

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In Umfragen lag Annalena Baerbock bei den Sympathiewerten lange hinter Robert Habeck. In den vergangenen Monaten hat sie aufgeholt. Zuletzt erzielte sie sogar höhere Zustimmungswerte - und ist nun Kanzlerkandidatin der Grünen. Doch wer steckt hinter der Politikerin?


Dass sie mit ihren 40 Jahren die jüngste Kanzler-Kandidierende bislang ist, sieht Huber nicht als Nachteil. Wichtig sei, dass sich Baerbock das anspruchsvolle politische Amt selbst zutraue. Außerdem habe sie schon jetzt viel politische Erfahrung und könne sich einen guten Beraterstamm aufbauen und so das fehlende Wissen kompensieren. "Man darf auch den jungen Politikern etwas zutrauen. Ihr Alter ist kein Hindernis", sagt Huber überzeugt, die die Chancen für ihre Partei-Kollegin als gut einschätzt. Der Wahlkampf sei nun außerdem ein guter Anlass, um das Thema "Frauen in der Politik" anzusprechen. Denn Baerbock ist nach Angela Merkel erst die zweite Frau, die um das Amt der Bundeskanzlerin kandidiert.

Der Auerbacher Bernd Scheller ist wenig überrascht.

19.04.2021 © Foto: Hans von Draminski


Gutes Zeichen

Ähnlich sieht das Bernd Scheller, Grünen-Vertreter im Auerbacher Stadtrat: "Unsere beiden Grünen-Bundesvorsitzenden sind stark und Frauen haben das erste Zugriffsrecht. Deswegen überrascht mich die Entscheidung nicht", sagt er im Gespräch mit der Redaktion. Für ihn sei es ein gutes Zeichen, dass die Kandidaten-Frage "ohne großes Tamtam" entschieden wurde: "Was die Union sich gerade in diesem Fall leistet, ist nicht schön für die Demokratie", findet er. Auch Robert Habeck wäre für ihn ein guter Kandidat gewesen. Denn auch er stehe für die starke Grünen-Politik, deren Programm Chancen und Potenziale aufzeigt.

Dieses sei nun für Baerbock ein Vorteil. Außerdem könne es ihr zu Gute kommen, dass die SPD – mit ihrem Spitzenkandidaten Olaf Scholz – in einer Krise steckt und "die CDU/CSU sich gerade eine Krise macht". Deshalb hätten die Grünen derzeit "so gute Chancen wie nie", meint Scheller.

Auch für ihn sei das Alter von Annalena Baerbock und die fehlende Erfahrung in politischen Ämtern "in keinster Weise" ein Nachteil. Er sieht eher das Problem in der Gesellschaft: "Wenn ein junger Mann ohne Erfahrung sagt, dass er sich die Kandidatur zutraut, wird er als mutig beschrieben. Macht das eine Frau, heißt es, sie überschätzt sich, weil andere ihr das Amt nicht zutrauen." Scheller glaubt, dass Baerbock eine gute Führungskompetenz habe, wie sie als Bundesvorsitzende schon bewiesen habe. Entscheidend sei nun aber der Wahlkampf, sind sich die beiden Lokalpolitiker einig. "Dafür sind wir mit der Pegnitzerin Susanne Bauer auf der Liste gut aufgestellt", ergänzt Huber. Siehe auch Seite 26.

KERSTIN GOETZKE

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