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Anschaffung von Fahrzeugen: Feuerwehren müssen weiter warten

Die Rathausverwaltung braucht für die Überarbeitung noch Zeit - 06.05.2021 16:45 Uhr

Die neuen Fahrzeuge hätten zum jetzigen Zeitpunkt noch keinen Platz in den Garagen der Feuerwehren, wie hier im Büchenbacher Gerätehaus.

06.05.2021 © Foto: privat


Bereits 2019 verkündete der ehemalige Bürgermeister Uwe Raab (SPD) in einer Hauptversammlung der Pegnitzer Feuerwehr, dass die Wehren in Hainbronn sowie Büchenbach neue Fahrzeuge erhalten sollen. Doch zunächst schien es vor knapp zwei Jahren so, als müsse die Frage geklärt werden, ob die Fahrzeuge überhaupt untergestellt werden können. Denn die beiden Feuerwehrhäuser sind eigentlich nicht groß genug. Für Hainbronn gebe es dazu schon konkrete Planungen – lediglich für Büchenbach stehe die Lösung noch aus.

Feuerwehrler verlassen Sitzung

Am Mittwoch sollte nun ein Feuerwehrbedarfsplan vorgestellt werden, der von einer externen Firma erstellt worden ist. Um die Diskussion zu verfolgen, besuchten auch einige Feuerwehrleute die öffentliche Stadtratssitzung. Geblieben waren diese nur wenige Minuten, da Bürgermeister Wolfgang Nierhoff direkt zu Beginn verkündete, dass der Ältestenrat am Montag einstimmig entschieden habe, das Thema vorerst zurückzustellen.


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Offensichtlich verärgert verließen die Zuhörer die Wiesweiherhalle. "Ich denke, das Vertrauen der Hainbronner und Büchenbacher hat etwas gelitten. Der Feuerwehrbedarfsplan wurde vor fünf Jahren ins Leben gerufen. Es ist etwas unübersichtlich, warum das von der Tagesordnung genommen wurde. Wann wird die Verwaltung das wieder aufnehmen?", fragte Lothes in Richtung Nierhoff und legte zugleich ein durchsichtiges Päckchen mit geschreddertem Papier auf den Tisch des Bürgermeisters. "So sieht ein Mitgliederbrief aus, der hierfür vorbereitet war. Das nennt man: geschreddertes Vertrauen."

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Die Diskussion zur Anschaffung musste jedoch zurückgestellt werden, ist sich Bürgermeister Nierhoff sicher. "Es haben sich gewisse Dinge gravierend geändert. Der Ältestenrat hat darüber einstimmig entschieden, dass wir das nochmal von der Tagesordnung runternehmen und überdenken." Die Wehren seien sofort nach dieser Entscheidung darüber informiert worden. Es sei ärgerlich und Nierhoff können den Frust verstehen, doch er gebe zu bedenken, dass es in diesem Fall um eine große Investition mit verschiedenen Planungsschichten gehe. Grob drei Monate soll nun die Bearbeitung dauern, dann werde das Konzept dem Feuerwehrbeirat und letztendlich dem Stadtrat vorgelegt.

Plan ist noch nicht so weit

Dass der Feuerwehrbedarfsplan nicht ausgereift ist, zeigte sich offensichtlich bereits bei seiner Planung. "Der war ja schon damals umstritten und wurde dann durch Feuerwehrführungskreise, ohne schriftliche Begründung, abgeändert", berichtet Hans Hümmer (FWG), "außerdem ist die Feuerwehr eine kommunale Pflichtaufgabe, aber nur im Rahmen der finanziellen Leistungen und wir stecken in einer Konsolidierung."

Etwas verärgert zeigte sich Regina Schrembs (CSU), die sich zunächst bestätigen ließ, dass der erste Entwurf von einer externen Firma aufgestellt wurde und nun "intern im Rathaus von der Verwaltung" bearbeitet werde. Wolfgang Nierhoff verstand sofort, worauf Regina Schrembs hinaus wollte und entgegnete, dass es damals keine Kapazitäten innerhalb des Rathauses gab, um sich mit dem Thema zu beschäftigen. "Es gab schon damals großen Unfrieden darüber, dass eine externe Firma das übernimmt. Vor allem, weil sie nicht aus Bayern kam und sich gar nicht mit geltendem Recht der bayerischen Feuerwehren auskannte", bestätigte Nierhoff und merkte abermals an, dass der Ältestenrat am Montag tagte und diese Entscheidung von allen Fraktionsvorsitzenden so getroffen wurde. Etwas energischer und lauter antwortete Schrembs: "Bloß weil mein Fraktionsvorsitzender das so beschlossen hat, heißt das nicht, dass ich derselben Meinung bin." Das habe der Bürgermeister damit auch nicht ausdrücken wollen, betonte er und beendete die Diskussion. Nun werde der Feuerwehrbedarfsplan überarbeitet und zu einem späteren Zeitpunkt wieder vorgelegt.

MARTIN BURGER

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