Mittwoch, 20.11.2019

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Anton Krügel: Kripo enthüllt jetzt Details

Mantrailer-Hund führte zu Wasser - Handy noch Stunden erreichbar - 23.01.2011 19:05 Uhr

Nach der RTL-Sendung gingen zahlreiche Hinweise ein. Diese werden derzeit noch ausgewertet. © Irene Lenk


Bereits unmittelbar nach dem Verschwinden des jungen Mannes aus Grafenwöhr in Trockau sei intensiv nach ihm gesucht worden. So waren an zwei Tagen sogenannte „Mantrailer-Hunde“ aus Nürnberg im Einsatz. Sie können auch Tage nach dem Verschwinden einer Person deren Geruch aufnehmen. Nachdem einer dieser Hunde an einem Regenwasserbecken zwischen Trockau und Weiglathal anschlug, sei das Becken von der Feuerwehr abgepumpt worden — aber ohne Ergebnis.

Im falschen Bus?

Der Hauptkommissar will auch nicht ausschließen, dass Krügel in jener Nacht in einen falschen Disco-Bus stieg und möglicherweise gar nicht im Bereich Trockau aufgefunden wird. Deshalb habe man auch den Heimweg nach Grafenwöhr abgesucht.

Bei vorangegangenen Besuchen der Disco hatte Anton Krügel seine Clique immer mit dem eigenen Auto nach Trockau gefahren. Am 4. Dezember hatte er das erste Mal den Disco-Bus benutzt.

Schneewall geräumt

Die Trockauer Feuerwehr hatte am Freitagnachmittag, 21. Januar, den Schneewall zwischen dem Disco-Gelände und der Straße Creußen—Trockau abgetragen. Dort befindet sich die Bühnenrampe, wo Krügel vor sieben Wochen zuletzt gesehen worden war. Wenige Stunden nach seinem Verschwinden hatten die starken Schneefälle der vergangenen Wochen begonnen.

Bei der Besprechung machte Klaus Müller aber auch deutlich, dass die Polizei von einem Unglücksfall ausgeht. Hinweise auf ein Verbrechen gebe es nicht. Bei dem letzten Zeugen, der Krügel in jener Nacht kurz nach 2 Uhr an der Bühnenrampe gesehen haben will, soll er über Übelkeit geklagt haben. Möglicherweise sei Krügel betrunken gewesen. Sicher sei, dass Krügel da seine Brille noch auf hatte (wie berichtet, hatte eine Disco-Besucherin die Brille bereits kurze Zeit später beim Wirt abgegeben).

Zu viel getrunken?

Zeugenaussagen zufolge soll Krügel in der Disco am Tisch eingeschlafen sein. Möglicherweise habe er an jenem Abend auch eine Flasche Wodka-Mischgetränk für elf Euro gekauft. Ob er diese Flasche alleine oder mit Freunden leerte, ist unklar.

Die Auswertung von Krügels Handydaten haben ergeben, so Müller, dass das letzte Signal etwa gegen acht Uhr am Sonntagfrüh vom Sendeturm in der Nähe von Trockau kam (Krügels Freund hatte ausgesagt, dass sein Handy bereits zur vereinbarten Rückfahrt um vier Uhr nicht mehr erreichbar war). Müller bestätigt damit Aussagen von Krügels Schwester, wonach die Mutter am Sonntagfrüh gegen acht Uhr versucht hatte, ihren Sohn zu erreichen. Zunächst sei das Handy noch empfangsbereit gewesen, später war es nicht mehr erreichbar.

Die Reichweite der Funkzelle erstrecke sich auf 25 Quadratkilometer, von Hollfeld bis Creußen und dem südlichen Bayreuther Landkreis bis fast nach Pegnitz, so Müller. „Würde Krügels Handy wieder angeschaltet, könnten wir es genau orten.“

khei

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