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Dienstag, 13.04.2021

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Anzeige erstattet: Schmierereien und Abfall im Auerbacher Felsländl

Stadt lässt Müll in einer Höhle im Bereich Felsländl flugs beseitigen und erstattet Anzeige - 30.03.2021 16:55 Uhr

Schmierereien, verbranntes Holz und Müll verunstalten eine Höhle im Felsländl bei Auerbach/Saaß. Die örtliche BN-Vorsitzende möchte dagegen jetzt mit Helfern frühzeitig einschreiten.

30.03.2021 © Foto: privat


Am Montagabend erreichte die Redaktion eine Mail von Gertrud Burger, der Vorsitzenden der Ortsgruppe des Bund Naturschutz (BN). Sie schrieb, es kämen immer wieder Leute zur Höhle, um dort Lagerfeuer zu machen, zum Feiern und Übernachten im Schlafsack. Dies seien Kletterer, Wanderer und Jugendliche aus Auerbach. Da das Felsländl nur zu Fuß zu erreichen ist, könne das nächtliche Geschehen dort nur schlecht beobachtet werden.

"Im letzten Jahr wurde die Höhle mit Graffiti besprüht", so Burger weiter. "Dieser Anblick ist unschön und reizt offensichtlich dazu, die Umgebung weiter zu zerstören. Zuletzt sei dort Ende vergangener Woche randaliert worden. Laut BN-Vorsitzender wurden unter anderem ein Wanderwegschild, ein Schild eines von ABC-Schützen gepflanzten Obstbaumes und eine rote Sitzbank aus dem Stadtgebiet verbrannt. Auch beschädigte Bäume gebe es. Zigarettenkippen im Kalk-Magerrasen und Scherben innerhalb der Höhle seien zu finden.

Die Redaktion fragte daraufhin am Dienstagmorgen bei der Polizeiinspektion Auerbach nach, ob den Beamten etwas bekannt sei. Diese wollten sich selbst ein Bild machen, fanden aber eine saubere Höhle. Die Stadt Auerbach hatte nämlich bereits am Montag von dem Unrat erfahren und Mitarbeiter des Bauhofs zum Aufräumen geschickt.

Grundsätzlich sei die Stadt nicht dafür zuständig, da die Fläche in Privatbesitz ist, erklärt Bürgermeister Joachim Neuß (FW/AA). Er bestätigt auch, dass die Höhlen in diesem Gebiet keine Naturdenkmäler sind. Der Bauhof habe schnell gehandelt, weil Wanderwege vorbeiführen, und die Stadt bei den Wanderern keinen schäbigen Eindruck hinterlassen möchte.

Die Rathaus-Mitarbeiter erfahren immer wieder von Müllablagerungen verschiedener Art im öffentlichen Bereich oder auch an Waldrändern. Typisch seien Hausmüll oder Reifen, aber auch Schlachtabfälle wurden bereits entsorgt. Teilweise informieren achtsame Bürger die Stadt über solche Vorfälle, teils lesen es Bedienstete in den sozialen Medien.

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Aus dem Felsländl seien längere Zeit keine derartigen Hinweise mehr eingegangen. "Den aktuellen Vorfall haben wir im Internet mitbekommen. Allerdings ist uns von der Ruhebank, den Wanderschildern oder Bäumen nichts bekannt. Auch unsere Bauhofmitarbeiter haben keine Hinweise diesbezüglich gefunden", sagt der Bürgermeister.

Die Stadt habe den Fall zur Anzeige gebracht und einige durchaus hilfreiche Indizien vor Ort mitgenommen. Laut Aussage der Polizei handelt es sich um eine Ordnungswidrigkeit. Diese kann mit einer Geldbuße geahndet werden.

Auch der Bund Naturschutz möchte das Problem angehen und sucht dazu Helfer. Ziel sei es, im Wechsel nachts nach der Höhle zu schauen, um die Polizei gegebenenfalls sofort einschalten zu können, skizziert Burger. "Prinzipiell ist es sehr begrüßenswert, wenn junge Menschen ihre Freizeit in der Natur verbringen, aber wenn sie randalieren, geht das zu weit." Laut Burger werden ferner Helfer gebraucht, um die Graffiti von der Höhlenwand zu entfernen und Müll einzusammeln.

INFO: Wer helfen möchte, kann per E-Mail an
gertrudburger@googlemail.com die BN-Vorsitzende kontaktieren.

BRIGITTE GRÜNER

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