Donnerstag, 01.10.2020

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Auerbach: Digitaler Ausbau der Schulen verzögert sich

Die Stadt vergibt Planungsauftrag zur Umsetzung des "DigitalPakts Schule". Wann der IT-Ausbau erfolgt, ist unklar. - 12.09.2020 16:55 Uhr

Später als ursprünglich geplant werden die Dr.-Heinrich-Stromer-Grundschule und die Mittelschule mit Glasfaser und einer guten WLAN-Infrastruktur ausgestattet.

© Foto: Brigitte Grüner


Eigentlich hatte der Stadtrat bereits im Juni ein Angebot auf dem Tisch. Ein langjähriger Partner der Stadt in Sachen Digitalisierung hatte die digitale Erschließung der beiden Schulgebäude und die Ausstattung mit den notwendigen Geräten angeboten. Für die Umsetzung des ersten Projektschritts "Innere Gebäudeerschließung mit WLAN und LAN zur vollständigen Ausleuchtung der Gebäude" waren Kosten in Höhe von fast 62 000 Euro netto angeboten. Die Installation hätte in den Sommerferien durchgeführt werden sollen. Daraus wurde nichts. Beide Schulen müssen sich noch länger gedulden.

Zusammenarbeit beendet

Die Zusammenarbeit mit der Firma t.i.c., die seit einigen Jahren für die Stadt in Sachen Breitbandausbau tätig war und auch das Angebot für den digitalen Ausbau der Schulgebäude erstellt hatte, wurde nämlich laut Sitzungsvorlage zwischenzeitlich beendet. Als neuer Partner wurde die Firma Breitbandberatung Bayern GmbH aus Neumarkt gewonnen.

Fachberater Michael Hilgers stellte das 2006 gegründete Unternehmen, das 30 Mitarbeiter beschäftigt, im Stadtrat vor. Seit zehn Jahren begleitet die Firma vor allem öffentliche Einrichtungen wie Schulen oder Krankenhäuser. Nach einer Bestandsaufnahme, die noch erfolgen muss, planen die Fachleute die nötigen Investitionen, stellen die Förderanträge und kümmern sich um die Ausschreibung. In Auerbach geht es aktuell vorrangig um Nutzung des Glasfaserförderprogramms und des DigitalPakts Schule. Gut 198 000 Euro stehen für beide Schulen zur Verfügung. Er hoffe, dass keine europaweite Ausschreibung nötig wird, so Hilgers.

Notfalls werde man Bau- und Lieferleistung splitten, um unter dem Betrag von netto 214 000 Euro zu bleiben. "Eine europaweite Ausschreibung wäre wohl auch eine deutliche zusätzliche Zeitverzögerung", meinte Martin Weiß (FW). Bürgermeister Joachim Neuß sagte, dass das frühere Angebot mit 100 000 Euro als zu teuer erachtet wurde, und dass die neue Beraterfirma signalisiert habe, die erforderlichen Maßnahmen günstiger verwirklichen zu können, so der Bürgermeister.

Dr. Edmund Goß (SPD) betonte, dass die Schulen eigentlich nach den Sommerferien mit Glasfaser und ausgebauter WLAN-Struktur starten wollten. Die Neuvergabe habe leider eine Verzögerung bewirkt. Nun sollten die nötigen Maßnahmen wenigstens günstiger sein. Herbert Appl (CSU) fragte nach einer Einschätzung, bis wann die digitale Infrastruktur in den Schulen einsatzbereit sei.

Michael Hilgers legte sich nicht fest. Die Firma habe bislang noch nicht mit dem ersten Schritt, der Bestandsaufnahme, begonnen. Auch sei der Markt die große Unwägbarkeit. Der digitale Markt sei ebenso überhitzt wie die Preise. Bürgermeister Joachim Neuß legte die Sitzung am 17. Oktober als Termin für die Vorlage der Planung fest.

Für die Zusammenarbeit in Planung, Ausschreibung und Abwicklung der Förderprogramme "GWLANR" (Glasfaser-Anschluss Schulen und Rathaus) sowie die digitale Vernetzung und IT-Ausstattung der Schulen gab die Neumarkter Firma ein Angebot in Höhe von insgesamt gut 17 000 Euro brutto ab.

Einstimmig vergeben

Die angegebenen Leistungen sind im Rahmen der Förderprogramme zu 90 Prozent förderfähig. "Wir wollen langfristig zusammenarbeiten", sagte Bürgermeister Neuß dem Mitarbeiter der Breitbandberatung Bayern GmbH. Der Stadtrat sprach sich einmütig dafür aus, den Auftrag zu den genannten Konditionen an das Unternehmen zu vergeben.

BRIGITTE GRÜNER

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