Dienstag, 22.10.2019

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Auerbach: "Fridays for Future" mit Fragezeichen

Wie viel Einmischung verträgt das Umwelt-Engagement? - 08.10.2019 07:50 Uhr

Bei den „Fridays for Future“ gehen regelmäßig Schülerinnen und Schüler auf die Straße, um für eine vernünftigere Umweltpolitik zu demonstrieren. Am kommenden Freitag soll es wieder eine solche Veranstaltung geben, im Vorfeld gibt es aber einige Fragezeichen. © Ralf Münch


Man habe mit Burger zwar darüber gesprochen, bei den Aktionen der Umwelt-Aktivisten künftig verstärkt an einem Strang zu ziehen, aber keine konkreten Aktionen vereinbart, erklärte Magdalena "Leni" Huber auf Nachfrage dieser Zeitung.

Die 15-jährige Schülerin hat die bisherigen "FFF"-Aktivitäten und auch die Weltklima-Demonstration am 20. September koordiniert. Es sei illusorisch, für die Region Pegnitz/Auerbach Demos in einer Größenordnung auf die Beine zu stellen, wie sie beispielsweise in Nürnberg oder Bayreuth üblich ist. Das sei in Pegnitz und Umgebung nicht darstellbar, betont Magdalena Huber.

Zudem müssten sich Schülerinnen und Schüler – zumal in den höheren Gymnasialklassen, wenn sich das Abitur allmählich nähert – zwischendurch um den Lernstoff kümmern, gibt Magdalena Huber zu bedenken. Von daher sei es auch weder ihr noch ihren Mitstreitern möglich, an jedem Freitag eine "FFF"-Demo auf die Beine zu stellen.

Laut Gertrud Burger soll die Veranstaltung am kommenden Freitag auf jeden Fall stattfinden. Ein Plan, der bei der Pegnitzer Stadträtin Sandra Huber, Mutter von Magdalena, Befremden auslöst: "Nach meinem Kenntnisstand gibt es weder in Pegnitz noch in Auerbach so viele Aktivisten, dass man mit ihnen eine ernst zu nehmende Demo veranstalten könnte", meint Sandra Huber mit zweifelndem Unterton. Bei Gertrud Burger heißt es dazu, die Ortsgruppen Auerbach und Eschenbach würden ihr Pegnitzer Pendant zu der Aktion "einladen".

"Jugend macht das professionell"

Sandra Huber sieht Gertrud Burgers vehementes Engagement durchaus kritisch: "Die Jugend macht das sehr professionell", sagt die Pegnitzer Grünen-Stadträtin und lässt keinen Zweifel daran, dass sie nichts davon hält, wenn sich Erwachsene hier einmischen. Sind die "Fridays for Future" doch ein genuines Jugendprojekt, geboren aus dem Gefühl, dass bei erwachsenen Menschen Geldgier und Machthunger oftmals die Oberhand gegenüber der Verantwortung und dem Umweltgewissen bekämen. Angesichts der aktuellen Entwicklung, dass der finale Entwurf des Klimaschutzgesetzes auch deutlich zahnloser als ursprünglich geplant ausfallen soll, erscheint das Misstrauen der Jugendlichen gegenüber "hilfreichen" Erwachsenen begründet.

Sandra Huber treibt nun die Sorge um, eine schwach besuchte "Fridays for Future"-Aktion könnte Wasser auf die Mühlen derer sein, die der Umweltbewegung aus den verschiedensten Gründen kein langes Leben zutrauen. "Das gilt es zu verhindern", sagt die Politikerin.

 

HANS VON DRAMINSKI

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