Montag, 16.12.2019

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Auerbach: Gemischtes Echo auf den Auerbecher

Verkaufszahlen in den Geschäften sind unterschiedlich. Reaktion der Kunden ist positiv. - 11.10.2019 17:26 Uhr

Der Auerbecher ist gut für die Umwelt, weil er nach Gebrauch nicht im Müll landet. Menschen, die ihn nutzen, entlasten so die Umwelt. © Ralf Münch


Geschäftsführer Klaus Riede pflichtet ihm bei: "Die Menge an Müll, die wir produzieren, ist der Wahnsinn. In Deutschland werden jedes Jahr 320 000 Becher weggeworfen." Um dagegen anzugehen, hat der Ortsverband 1500 Becher bestellt und an elf Betriebe in der Stadt verkauft. Bei denen kann man die Mehrwegbecher seit Mitte Juni für 1,50 Euro kaufen.

Das Echo ist gemischt, sagt Geschäftsführer Klaus Riede: "Einige Geschäfte haben sehr viele Becher verkauft, die haben die dann auch aktiv angeboten." Andere hätten sich schwerer getan. Die Gründe seien vielfältig: Einige hätten ein Angebot, das nicht auf Kaffee to go ausgerichtet sei, andere setzten eher auf den Winter als die Kaffeesaison.

Bei den Kunden dagegen kommt der Becher gut an, wie Riede sagt: "Die finden das wichtig, gerade in der aktuellen Klimadiskussion." Seine liebste Auerbecher-Geschichte stammt aus einem Café in der Innenstadt: Busfahrer kämen in ihrer Mittagspause vorbei, um sich ihren Kaffee im Auerbecher zu holen. Auch Handwerker und Bauarbeiter kämen mit ihren eigenen Bechern vorbei. "Das ist schön zu hören, auch, weil das ja nicht unbedingt Einheimische sind", sagt Riede.

Noch steht der Auerbecher aber nicht bei allen Kunden hoch im Kurs. "Vielen ist es noch zu umständlich, immer den eigenen Becher dabeizuhaben", erklärt Geschäftsführer Klaus Riede. Allerdings sei auch diesen Kunden klar, was auf dem Spiel stehe: "Die haben dann auch ein schlechtes Gewissen, aber die Hürde ist wohl noch zu hoch."

Schritt in richtige Richtung

Auch das ist für Ortsverbandsvorsitzenden Hinteregger ein Schritt in die richtige Richtung: "In meinen Augen muss das selbstverständlich werden. Der Griff zum eigenen Becher muss wie der Griff zum Schlüssel und zum Geldbeutel sein."

Ein CSU-Logo sucht man auf den Bechern vergeblich, stattdessen findet man eine Zeichnung des Rathauses. "Wir wollen etwas für die Umwelt tun und nicht die Partei in den Vordergrund stellen", erklärt Hinteregger.

Den CSU-Fokus auf Klimaschutz erklärt sich der selbst erst 34-Jährige mit der Verjüngung der Partei: "Es ist natürlich nicht einfach, aber wir sind da dran. Wir wollen grüner und jünger werden."

JULIAN SEIFERTH

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